Auf der Nordtribüne im Volksparkstadion werden Rauchtöpfe gezündet und andere Pyro-Gegenstände abgebrannt.

Rauchtöpfe auf der Nordtribüne sorgten beim HSV-Auftritt gegen Hoffenheim für eine Spielverzögerung. Foto: WITTERS

Immer wieder Pyro-Strafen: Dem HSV droht die Eine-Million-Euro-Marke

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Für den HSV ist die erste Spielzeit nach der Bundesliga-Rückkehr eine Saison der Rekorde – das steht schon vor den letzten drei Spieltagen fest und gilt völlig unabhängig davon, ob am Ende auch der Klassenerhalt gelingt. Für zumindest zwei Einträge in die Geschichtsbücher sind die eigenen Fans verantwortlich. Nur positiv ist das allerdings nicht.

Beim 2:1 am vergangenen Samstag gegen die TSG Hoffenheim war auch das 16. HSV-Heimspiel dieser Saison ausverkauft. Insgesamt kamen damit bislang 911.100 Zuschauer zu den Bundesliga-Auftritten der Hamburger ins Volksparkstadion. Das sind schon jetzt 50.000 Besucher mehr als in der kompletten letzten Erstliga-Saison vor dem Abstieg 2017/18. Ein weiteres Heimspiel gegen Freiburg steht in dieser Spielzeit noch auf dem Programm. Auch diese Partie am 10. Mai wird ausverkauft sein. Erstmals kommt der HSV damit auf eine 100-prozentige Auslastung seines Stadions.

Pyro-Vorfälle auch beim HSV-Heimspiel gegen Hoffenheim

Bei den Auswärtsspielen sieht der Zuspruch nicht anders aus. Im Schnitt waren fast 7000 Anhänger bei den bisherigen HSV-Gastspielen dabei. Da kann kein anderer Klub aus der Bundesliga mithalten. Dasselbe gilt allerdings auch für ein anderes Bild, das es bei HSV-Spielen auf der Tribüne immer wieder gibt: Die Anzahl der Pyro-Vorfälle hat in dieser Saison stark zugenommen, entsprechend sieht es auch bei den Strafen aus. Hier ist der HSV ebenfalls auf Rekordjagd – das ist in diesem Fall allerdings keine rühmliche Auszeichnung.

Pyrotechnik unter dem Dach: Am Samstag gab es eine riesige Hamburg-Choreografie im Volksparkstadion. imago images/Eibner
Hamburg-Choreografie im Volksparkstadion
Pyrotechnik unter dem Dach: Am Samstag gab es eine riesige Hamburg-Choreografie im Volksparkstadion.

Es gibt mittlerweile kaum ein HSV-Spiel, bei dem auf der Tribüne nicht gezündelt wird. Beim Nordderby in Bremen wurden zuletzt einige Grenzen überschritten. Auch gegen Hoffenheim war das Spiel mit dem Feuer sehr präsent. Erst gab es auf der Nordtribüne eine große Choreografie zu Ehren der Stadt Hamburg, bei der vor dem Anpfiff auch 50 Pyro-Fackeln abgebrannt wurden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit folgten Blinker und Rauchtöpfe, die für eine Spielverzögerung sorgten.

Ein abgebrannter Pyro-Gegenstand kostet 1000 Euro

Vor allem die Fackeln bei der Choreo sorgten im Volksparkstadion für ein spektakuläres Bild. Zahlen wird der HSV dafür trotzdem müssen. Laut Strafenkatalog des DFB kostet jeder abgebrannte Pyro-Gegenstand 1000 Euro. 50.000 Euro werden damit allein für die 50 Fackeln fällig, die bei der Choreo ganz oben unter dem Stadiondach eingesetzt wurden. Ähnlich hoch dürften die Kosten für die Rauchtöpfe ausfallen. Da diese zu einer Spielverzögerung führten, wird der Preis pro Gegenstand noch einmal erhöht.

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Bis der HSV die Rechnung bekommt, wird es noch einige Wochen dauern. Das gilt auch für die Vorfälle in Bremen, die höchstwahrscheinlich noch teurer werden. Beim Abschießen von Pyrotechnik liegt der Preis pro Gegenstand bei 3000 Euro.

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Am Ende wird all das wohl dazu führen, dass kein Verein in dieser Saison mehr für Pyro-Vorfälle in den Reihen seiner Fans bezahlen muss als der HSV. Schon jetzt stehen die Hamburger in dieser Spielzeit im Strafen-Ranking mit Kosten von insgesamt 634.400 Euro auf Platz eins. Abgerechnet wurde dabei bislang nur bis Februar. Die Summe wird entsprechend noch kräftig ansteigen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass am Ende sogar die Eine-Million-Euro-Marke geknackt wird. Das gab es in der Bundesliga noch nie – und leisten kann sich der HSV das eigentlich nicht.

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