„Ich war sehr überrascht“: Heyer reagiert exklusiv auf HSV-Degradierung
Moritz Heyer steht seit September 2020 in Hamburg unter Vertrag – einzig Tom Mickel, Bakery Jatta und Daniel Heuer Fernandes können das toppen. Der Allrounder lief bislang 126-mal für den HSV auf und hat sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Das war jetzt nicht anders. Und trotzdem erfuhr er von einem Duo, dass er fortan nur noch bei der U21 trainieren darf. Ein Schock. Aber wieso? In der MOPO reagiert Heyer exklusiv.
Der 29-Jährige fuhr am Dienstagvormittag, zwei Tage nach der Freistellung von Ex-Cheftrainer Steffen Baumgart, in den Volkspark – mit der Absicht, nachmittags ganz normal mit den Profis zu trainieren. Im Stadion angekommen allerdings, da gaben ihm nach MOPO-Informationen HSV-Sportdirektor Claus Costa und Interimscoach Merlin Polzin zu verstehen, dass die Einheiten der Zweitliga-Mannschaft fortan ohne ihn stattfinden würden. Eine harte Nachricht. „Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet, war sehr überrascht“, gesteht Heyer gegenüber der MOPO.
Es gab keinen internen HSV-Vorfall um Heyer und Öztunali
Es war eine rein sportliche Entscheidung der Verantwortlichen. Auf Rückfrage bestätigte der HSV, dass es intern keinen Vorfall gab, der zu der Degradierung von Heyer und zudem seines Teamkollegen Levin Öztunali geführt hat.
Der Grund soll stattdessen der in dieser Saison sehr große HSV-Kader sein, den Sportvorstand Stefan Kuntz schon im vergangenen Sommer verkleinern wollte. Wechselkandidaten gab es viele, auch Heyer zählte dazu. Je nachdem, wer neuer Cheftrainer wird, ist eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb möglich. Vorerst aber ist Heyer raus. Polzin und sein Trainerteam wollen die Vorbereitung aufs Spiel beim KSC am Sonntag in einem kleineren Kreis angehen.
Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Natürlich respektiere ich die Entscheidung“, sagt der erfahrene Heyer. „Ich stelle mich weiter in den Dienst der Mannschaft und wenn der Verein mich wieder bei den Profis braucht, werde ich da sein.“ Gegenüber „Welt-TV“ hatte Kuntz am Sonntag gesagt, dass „der eine oder andere Spieler schon Bescheid“ wüsste, dass der HSV nicht mehr mit ihm plane, „dass er im Winter gehen könnte“. Bei Heyer ist dieses Signal angekommen. Die Degradierung, deren Zeitpunkt überraschend kommt, erhöht vor dem Transferfenster im Januar den Druck auf die Spielerseite.
HSV-Bosse legen auch Moritz Heyer einen Wechsel nahe
Über einen möglichen Wechsel nach der Hinrunde habe er aber „jetzt noch gar nicht nachgedacht“, sagt Heyer. „Mein Ziel war, ist und bleibt immer der Aufstieg in die Bundesliga mit dem HSV und diesem Ziel werde ich weiter alles unterordnen“, betont er, der den Nicht-Aufstieg nun schon viermal miterlebt hat. „Sollte ich im Januar nicht mehr gebraucht werden, muss ich mich zwangsläufig damit auseinandersetzen. Bis dahin werde ich mich bei der U21 fit halten und versuchen, meine Erfahrungen an die jungen Spieler weiterzugeben.“ Die HSV-U21 spielt in diesem Jahr noch dreimal in der Regionalliga Nord, zunächst am Samstagnachmittag (14 Uhr) beim TSV Havelse.
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Ex-Trainer Daniel Thioune hatte Heyer vor der Saison 2020/21 vom VfL Osnabrück mit zum HSV gebracht – und ihn sofort zur Stammkraft gemacht. Heyer war zunächst als Abwehr-Allrounder gesetzt, blieb auch nach Thiounes Abschied und wurde in seiner zweiten HSV-Saison durch Tim Walter vom Mittelfeldspieler zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Wenn der gebürtige Ostercappelner fit war, war er dort auch gesetzt – bis zum Ende der Spielzeit 2023/24. In der Vorsaison stand Heyer nur noch 19-mal in der Startelf und bekam kürzlich immer weniger Chancen.
Wie wichtig er als Allzweckwaffe sein kann, zeigte sich erst vor gut drei Wochen: Weil Sebastian Schonlau gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) gesperrt war und Dennis Hadzikadunic verletzt, begann Heyer als zentraler Verteidiger und spielte 90 Minuten durch. Auch wenn er danach in Braunschweig (1:3) komplett auf der Bank blieb und am Samstag gegen Schalke 04 (2:2) aus dem Kader flog, hätte seine Vielseitigkeit bei erneuten Verletztenmiseren noch wichtig werden können. Die Entscheidung der Verantwortlichen ist nicht endgültig, aber vorerst sehr deutlich ausgefallen.