HSV-Zukunft? Polzin überrascht mit präziser Vuskovic-Rechnung
Ginge es nur nach Luka Vuskovic und seiner Familie und nicht nach den Tottenham-Bossen, würde er auch in der nächsten Saison das HSV-Trikot tragen. Und dass Merlin Polzin ebenfalls alles andere als etwas dagegen hätte, unterstrich er am Mittwoch noch einmal. Dabei überraschte der Trainer mit einer präzisen Rechnung.
Polzin weiß ganz genau, wann der wegen EPO-Dopings für insgesamt vier Jahre gesperrte Mario Vuskovic wieder spielen darf: im November 2026. Der HSV-Coach beließ es am Mittwoch aber nicht bei der Benennung dieses Monats. Vielmehr deutete er an, dass er die Tage bis zum Comeback des 24-Jährigen längst hinunterzählt.
Mario Vuskovic noch bis November gesperrt – und dann?
Als Polzin auf der Pressekonferenz nach einer möglichen HSV-Zukunft von Marios Bruder Luka über den Sommer hinaus gefragt, sagte er: „Wir wären nicht wenig daran interessiert, dass er weiter das HSV-Trikot trägt – gerade in der Kombination, die uns in knapp 270 Tagen vielleicht erwartet, was Mario Vuskovic angeht.“
Genau genommen sind es sogar exakt 270 Tage. Denn zwischen dem 18. Februar 2026, an dem Polzin über die Vuskovic-Brüder sprach, und dem 15. November 2026, wenn Marios Sperre offiziell endet und ein Anschlussvertrag greift, liegt genau diese Zeitspanne. Zur Erinnerung: Die Dopingsperre, die der Internationale Sportgerichtshof CAS letztlich auf vier Jahre erhöht hatte, war rückwirkend mit der vorläufigen Suspendierung des Profis am 15. November 2022 in Kraft getreten. Seitdem darf Mario Vuskovic weder an Wettbewerben noch am HSV-Training teilnehmen. Letzteres ist ihm ab September 2026 wieder erlaubt. Und ab Mitte November dürfte er – zumindest in der Theorie und unabhängig von seinem Fitnessstand – auch wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Platz stehen. Womöglich sogar mit seinem Bruder im HSV-Trikot.

Polzin hat dieses Szenario im Kopf. Es würde bedeuten, dass Stammklub Tottenham die HSV-Leihe von Luka Vuskovic noch einmal verlängern würde. Und an diese Chance denkt Hamburgs Coach ganz konkret. „Ich bin ja Überzeugungstäter und natürlich glaube ich an fußballromantische Dinge, die vielleicht schwer vorzustellen sind“, sagt Polzin, weiß aber: „Es gibt eine klare vertragliche Absprache zwischen den Vereinen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir im letzten Sommer eine Lösung gefunden haben, vor allem mit Tottenham.“ Was ihm Hoffnung macht, ist, dass die Kommunikation mit den „Spurs“ über den 18-Jährigen weiterhin „extrem professionell“ ablaufe.
HSV-Trainer Polzin überschüttet Luka Vuskovic mit Lob
An mögliche Verhandlungen mit Tottenham, die in wenigen Monaten nach der WM starten könnten, will Polzin zwar noch nicht konkret denken: „Das spielt in meiner heutigen Zusammenarbeit mit ihm ehrlicherweise weniger eine Rolle.“ Er sagt aber auch: „Das Ziel von mir als Trainer ist immer, die Jungs nicht nur von unserem aktuellen Weg zu begeistern, sondern ich möchte, dass sie das Maximum aus ihrer Karriere herausholen. Wenn wir einen Spieler sehen, der mit 18 Jahren so eine Leistung zeigt, dann kann er sehr viel erreichen. Wir sind die Letzten, die ihn bremsen wollen.“ Für den Moment wurde Vuskovic von einer Gelbsperre gestoppt, wegen der er am Freitag in Mainz (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) nicht spielen darf. Danach wird er aber wieder gesetzt sein im Abwehrzentrum.
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Und auch wenn der Abwehr-Youngster trotz seines jungen Alters schon auf mehrere Bundesliga-Auszeichnungen und -Bestwerte verweisen kann, erkennt sein Coach noch immer Entwicklungspotenzial. „Das Schöne an Luka ist: Wir sehen im Trainerteam viele Dinge, die uns noch weniger gut an ihm gefallen“, sagt Polzin und führt aus: „An den Dingen arbeiten wir fleißig, weil er sehr selbstkritisch ist. Deshalb müssen wir das Thema, was im Sommer passiert, gar nicht so groß machen. Wir haben bis dahin noch ein paar Spiele – und hoffen, dass wir danach eine gute Lösung für alle Seiten finden.“ Damit der Traum, zwei Brüder nebeneinander im HSV-Jersey spielen zu sehen, womöglich wirklich wahr wird.
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