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HSV vor dem Neustart: Welche Spieler zurückkommen und warum es bei Transfers hakt

Merlin Polzin trainiert mit dem Hamburger SV auf dem Platz und bewegt einen großen blauen Ball.
Ab Mittwoch gibt Merlin Polzin wieder den Takt im HSV-Training vor, allerdings zunächst nicht in Hamburg.

Termine, Talente, Transfers: Die MOPO gibt einen Überblick über die Sommer-Vorbereitung des HSV und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Es wird ein Rumpfaufgebot sein, das Merlin Polzin zu Beginn der neuen Woche um sich versammelt. Die Sommerpause ist vorbei, zumindest für die meisten Profis. Aber nicht jeder, der am Montag im Volkspark zum Dienst erscheint, hat eine HSV-Zukunft. Gleichzeitig wird es noch viele neue Gesichter zu bestaunen geben – wenn nicht in Hamburg oder Dänemark, dann vielleicht in Österreich. Von Terminen und Talenten über Testspiele und Transfers bis zum Trainer-Vertrag – die MOPO gibt zum Vorbereitungsstart einen XL-Überblick. Die neue Chefin Kathleen Krüger hat den Takt schon vorgegeben.

Wie läuft die Vorbereitung ab?

Nach den Leistungstests am Montag und Dienstag bezieht Polzins Team ab Mittwoch sein erstes, viertägiges Trainingslager im dänischen Helsingør (8. bis 11. Juli). Fans sollen die Einheiten am Marienlyst Strandhotel verfolgen können und bekommen die Profis im Volkspark erstmals am 13. Juli zu sehen. Nach einigen Trainingseinheiten in der Heimat geht’s weiter nach Österreich, wo nach dem Testspiel gegen den SK Rapid in Wien (18. Juli, 19 Uhr) das größte Camp ansteht – vom 19. bis 25. Juli am Hotel Aqua Dome in Oberlängenfeld. Dass in Tirol ein weiteres Testspiel steigt, ist gut möglich.

Am 1. August treffen die Frauen (13.30 Uhr) und die Männer (17 Uhr) beim Volksparkfestival auf den FC Everton. Noch nicht final geklärt ist, ob der HSV in der ersten August-Hälfte – wie schon im Vorjahr – für ein paar Tage im Adidas-Homeground in Herzogenaurach trainiert. Die Tendenz geht aber dahin. Das erste Pflichtspiel findet im DFB-Pokal statt – beim SC Verl am Montag, den 24. August (18 Uhr). Erster Bundesliga-Gegner ist am letzten August-Wochenende auswärts Dortmund.

Wer ist zum Trainingsstart da?

Neben Ex-Leihgabe Albert Grønbæk legt auch Kofi Amoako direkt mit los. Aus dem Nachwuchs sollen sich vor allem Shafiq Nandja (19) und Louis Lemke (16) zeigen. Letzterem kommt zugute, dass Hamburgs Schulferien vom 9. Juli bis 26. August sind. Ob weitere Talente mit in die Camps reisen, dürfte sich kurzfristig entscheiden, ist aber wahrscheinlich, weil der Profikader längst nicht komplett ist. Die Verkaufskandidaten Jean-Luc Dompé und Fabio Baldé, der sich bis Mitte Juni bei Portugals U20 ins Schaufenster spielte, werden (vorerst) normal dabei sein. Alexander Røssing-Lelesiit braucht nach seiner Knöchelverletzung noch Zeit. Der 19-Jährige übt seit Montag wieder im Volkspark, er wird die Leistungstests und die ersten Wochen im Teamtraining verpassen.

Emir Sahiti und Aboubaka Soumahoro trainieren für den Hamburger SV auf dem Platz in Hamburg.
Mit den zuletzt verliehenen Profis Emir Sahiti (l.) und Aboubaka Soumahoro wird es ein Wiedersehen geben.

Nicolás Capaldo hat nach seinem geplatzten WM-Traum eine Woche Extra-Urlaub. Er hatte am 11. Juni nach seinem A-Länderspieldebüt erfahren, dass er nicht im finalen Aufgebot Argentiniens steht. Die vier Leihspieler Immanuel Pherai (Elversberg), Emir Sahiti (Tel Aviv), Abou­baka Soumahoro (Saint-Étienne) und Joel Agyekum (Viktoria Köln) haben alle eher keine HSV-Zukunft, werden aber zunächst zurückerwartet. Am konkretesten ist der feste Abgang Pherais, der HSV und Elversberg verhandeln noch um den Kaufpreis. Agyekum hat wie Lemke und Nandja schon bei der U21 mittrainiert, rückt ab Montag aber zu den Profis.

Wer steigt mit Verspätung ein?

Otto Stange könnte, sollte Deutschland das Finale der U19-EM erreichen, bis zum 11. Juli im DFB-Einsatz sein. Der Stürmer startete mit einem Doppelpack gegen Dänemark (4:3), beim 4:0 gegen Wales traf er erneut. Der Halbfinal-Einzug ist sicher. Nach der HSV-Saison entspannte Stange zehn Tage lang auf Kreta, ein weiterer Kurzurlaub stünde ihm zu. Spätestens beim Österreich-Trainingslager dürfte er wieder dabei sein wollen.

Bei Sander Tangvik und Miro Muheim könnte es auf einen ähnlichen Zeitplan hinauslaufen. Der Keeper gewann am Mittwoch mit Norwegen im WM-Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste (2:1), am Sonntag wartet Brasilien. Da Tangvik bisher nicht zum Einsatz kam, könnte er nach dem Aus früher zurück zum HSV wollen. Muheim steht mit der Schweiz ebenfalls im Achtelfinale und trifft am 7. Juli auf Kolumbien oder Ghana. Der Zeitpunkt des Ausscheidens beeinflusst den Urlaubsplan. Üblich sind in etwa drei Wochen Sommerpause für jeden Profi. Es wird aber stets individuell entschieden.

Warum hakt es bei Transfers?

Es hapert weder an Ideen noch an Wunschspielern, zu denen Frankfurts Rechtsverteidiger Elias Baum zählt – sondern an der Umsetzbarkeit. Aufgrund der WM ruht der Transfermarkt noch an vielen Stellen. Viele Klubs schielen bei Spielern, die sie abgeben würden, auf steigende Preise – und/oder sie suchen selbst Ersatz, weshalb sie vorher nicht verkaufen wollen. Das nervt die HSV-Bosse durchaus, weil sie sich früh Klarheit wünschen, es führt aber nicht zu Paniktransfers. Geld für weitere Zugänge war schon vor dem Verkauf von Robert Glatzel nach Wolfsburg für rund 1,7 Millionen Euro da.

Claus Costa und Eric Huwer müssen die Mittel aber gezielt einsetzen, weil es viele Kaderbaustellen gibt. Luka Vuskovic’ Nachfolger ist noch nicht gefunden. Ein Kandidat für den Sturm ist der Slowake Tomáš Bobček (24) von Lechia Danzig. Der dritte Zugang wird bis zum Auftakt aber nicht da sein.

Wie legt Kathleen Krüger los?

Die Sportvorständin sandte bei ihrer Vorstellung erste Signale aus. „Wir werden auch im zweiten Bundesliga-Jahr sehr häufig Herausforderer sein“, sagte Krüger. „Unser oberstes Saisonziel ist die Etablierung.“ Den Mitarbeitern stellte sie sich am 23. Juni vor, zuvor hatte sie sich im Hintergrund vorbereitet und war über alle Transferprozesse im Bilde.

Kathleen Krueger spricht mit Mikrofon bei HSV-Vorstellung und hebt die Hand.
Kathleen Krüger gab am Mittwoch einen Einblick in ihre Agenda als Vorständin des HSV.

Den Kader planen Sportdirektor Costa und Chefscout Sebastian Dirscherl federführend, Krüger hat aber das letzte Wort. Die 41-Jährige soll sich strategisch entfalten, den Verein nach außen vertreten und sich um die Stärkung des Nachwuchses sowie des Frauenteams kümmern. Sie sagt: „Jeder sieht das große Potenzial des HSV. Wir wollen alles andere als verwalten.“

Wann kommt Polzins Vertrag?

Die bisherigen Bosse waren sich einig, dass Cheftrainer Merlin Polzin nicht mit einem im Juni 2027 auslaufenden Vertrag in die neue Saison starten soll. Jetzt soll Krüger die angestrebte Verlängerung finalisieren. Sie bremste jedoch: „Ich möchte keine Deadline setzen. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir etwas zu vermelden haben, dann sind wir da.“

Es wird ein Rumpfaufgebot sein, das Merlin Polzin zu Beginn der neuen Woche um sich versammelt. Die Sommerpause ist vorbei, zumindest für die meisten Profis. Aber nicht jeder, der am Montag im Volkspark zum Dienst erscheint, hat eine HSV-Zukunft. Gleichzeitig wird es noch viele neue Gesichter zu bestaunen geben – wenn nicht in Hamburg oder Dänemark, dann vielleicht in Österreich. Von Terminen und Talenten über Testspiele und Transfers bis zum Trainer-Vertrag – die MOPO gibt zum Vorbereitungsstart einen XL-Überblick. Die neue Chefin Kathleen Krüger hat den Takt schon vorgegeben.

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