HSV-Trainer droht Ungemach! Verpasst Polzin das Derby gegen St. Pauli?
Große Spiele werfen ihre Schatten voraus, in den kommenden Tagen geht es für den HSV Schlag auf Schlag. Nach dem Heimspiel-Doppelpack gegen Leverkusen (Dienstag, 20.30 Uhr/Liveticker auf MOPO.de) und Gladbach (Samstag) wartet schon das Stadtduell beim FC St. Pauli (23. Januar). Auch wenn zunächst mal die Heimaufgaben im Fokus stehen: Der Aufsteiger brennt darauf, die Scharte der so schmerzhaften 0:2-Hinspielpleite gegen den Kiezklub ausmerzen zu können. Ausgerechnet jetzt muss HSV-Trainer Merlin Polzin aufpassen, dass er das Derby nicht verpasst – denn ihm droht in Kürze eine Sperre!
Hochgradig unzufrieden war Polzin beim 1:2 in Freiburg mit der Leistung von Referee Timo Gerach. Weil er aus Sicht des Schiedsrichters zu oft reklamierte, wurde Hamburgs Coach in der Schlussphase verwarnt (87.), für Polzin war es die bereits dritte Gelbe Karte dieser Saison. Zuvor hatte er schon Ende Oktober gegen Wolfsburg (0:1) und eine Woche später in Köln (1:4) Gelb gesehen.
HSV-Trainer Polzin sah in dieser Saison schon dreimal Gelb
Nun aber wird es knifflig für ihn. Denn in der Bundesliga gilt: Nach vier Verwarnungen werden Trainer für eine Partie gesperrt und dürfen dann nicht auf der Bank Platz nehmen. Anders als bei aktiven Spielern, die erst nach fünf Gelben Karten einmal pausieren, werden Trainer schon eher bestraft.

Für Polzin bedeutet das: Er muss sich zusammenreißen und kann sich eigentlich keine heftigen verbalen Ausbrüche mehr erlauben. Sollte er auch gegen Leverkusen verwarnt werden, würde er gegen Gladbach fehlen. Viel schlimmer: Würde er seine vierte Karte gegen die Borussen kassieren, dürfte er das heiße Stadtduell am Millerntor nur von der Tribüne aus verfolgen. Man kann sich vorstellen, wie sehr das Polzin schmerzen würde.
Bei einer Sperre müsste Polzin auf der Tribüne Platz nehmen
Was genau wäre die Konsequenz einer Sperre? Der betreffende Trainer erhält vom DFB ein Aufenthaltsverbot für den Innenraum, das eine halbe Stunde vor dem Anpfiff beginnt und 30 Minuten nach dem Abpfiff endet. Zum Innenraum zählen auch die Kabine und der Spielertunnel. Zudem ist telefonischer Kontakt zum Trainerstab während dieser Zeit verboten. Anstelle von Polzin hätten die Assistenten Loic Favé, Richard Krohn und Torwart-Trainer Sven Höh das Sagen an der Linie. Diesbezüglich setzt der HSV ohnehin auf weiche Hierarchien.

Ziemlich sicher dürfte es Polzin irgendwann in dieser Spielzeit erwischen. Angesichts von noch 18 ausstehenden Saison-Partien muss man kein Prophet sein, um das vorherzusagen. Eine Derby-Sperre aber wird er unbedingt vermeiden wollen.
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Wie man mit einer Spielsperre umzugehen hat, könnten ihm im Fall der Fälle zwei gute alte Bekannte erklären. Ex-St. Pauli-Trainer Fabian Hürzeler musste im Januar 2024 bei der Partie in Düsseldorf gelbgesperrt auf die Tribüne. Der frühere HSV-Trainer Steffen Baumgart (jetzt bei Union Berlin unter Vertrag), unter dem Polzin bis November 2024 als Assistent arbeitete, wurde im vergangenen September vom DFB für eine Partie gesperrt – ausgerechnet das Heimspiel gegen den HSV (0:0). Baumgart hatte zuvor beim Sieg in Frankfurt (4:3) Rot gesehen.
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