Gesperrtes Tor vor dem Volksparkstadion

„Zutritt verboten“: Der Nord-Ost-Eingang zum Volksparkstadion war am Mittwoch gesperrt. Foto: MOPO/Tim Meinke

HSV-Stadion teils abgeriegelt – so steht es um das Gladbach-Spiel

kommentar icon
arrow down

Normalerweise haben HSV-Fans auch unter der Woche Zutritt zum Volksparkstadion. Über den Eingang Nordost gelangt man tagsüber in den Arena-Fanshop oder ins Restaurant „Die Raute“, das zudem in das Vereinsmuseum führt. Doch am Mittwoch, einen Tag nach der Absage des Spiels gegen Leverkusen, war dieser Bereich gesperrt. „Zutritt verboten“, stand auf einem Schild, das an einem versperrten Tor vor dem Eingang hing. Und viele Anhänger fragen sich: Wird der Zutritt am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de), wenn Borussia Mönchengladbach beim HSV antreten soll, wieder möglich sein? Oder droht neue Enttäuschung?

Kurz beantwortet: Das ist weiterhin offen. Im Volkspark konnte man am Mittwochnachmittag nicht ausschließen, dass auch das Heimspiel gegen Gladbach womöglich abgesagt werden muss. Auf dieses Worst-Case-Szenario hoffen die Verantwortlichen freilich nicht. Nachdem ein Statiker in den Stunden vor der geplanten Leverkusen-Partie wegen Sicherheitsbedenken für eine Absage plädiert hatte, trafen tags darauf weitere Experten am Stadion ein.

Nach Spielabsage: Statiker begutachten Volksparkstadion

Auch ein Fachstatiker prüfte das Dach der Arena auf verbliebene Schäden, nachdem sich in der Membran – bedingt durch das Tauwetter am Spieltag – erhebliche Beulen gebildet hatten. Darunter litt auch der sogenannte Catwalk, eine Art Brücke aus Metall, die von Stadiontechnikern genutzt wird und durch die Wassermassen nun in Schieflage geriet. Unter Umständen hätte der Catwalk sogar in den Zuschauerbereich stürzen können. Dieses Risiko konnte und wollte der HSV um Stadiondirektor Daniel Nolte nicht eingehen – weshalb die Spielabsage beschlossen wurde.

Grund für die Spielabsage: Der Catwalk unter dem Dach des Volksparkstadions hing am Dienstagabend schief und drohte herabzustürzen. WITTERS
Der Catwalk unter dem Dach des Volksparkstadions
Grund für die Spielabsage: Der Catwalk unter dem Dach des Volksparkstadions hing am Dienstagabend schief und drohte herabzustürzen.

Die intensive Begutachtung am Mittwoch brachte noch keine entscheidende Erkenntnis mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen Gladbach – dessen Stattfinden somit weiterhin wackelt. Immerhin: Es gibt vorsichtigen Optimismus. Die Höhenkletterer, die bereits am vergangenen Wochenende auf dem Stadiondach im Einsatz waren, konnten im Tagesverlauf ihre Arbeit wieder aufnehmen. Auch den Catwalk soll es tendenziell glimpflich erwischt haben. Finale Klarheit herrscht jedoch noch nicht. Der HSV hofft, am Donnerstag eine verlässliche Aussage treffen zu können, ob am Samstag gespielt werden kann. Das wäre auch im Sinne der Gladbacher Anhänger, die sich im Falle einer erneuten Absage – anders als viele frustrierte Leverkusener – nicht umsonst auf die Anreise begeben müssten. Vorerst aber benötigen die Verantwortlichen und alle Fans noch etwas Geduld.

Der Klub möchte die HSV-Fans am Donnerstag informieren

Die HSV-Profis konnten vor und nach dem Training am Mittwochmittag ganz normal in ihre Kabine. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle gab es die Möglichkeit, vorsorglich im Homeoffice zu bleiben, ernsthafte Gefahr bestand vor Ort aber nicht. Die Büroräume im Ostbereich des Stadions waren grundsätzlich ohne weitere Risiken betretbar. Am Donnerstag soll die Rautenwelt inklusive Restaurant, Fanshop und Museum wieder normal geöffnet sein. Dennoch bleibt es fraglich, wie sich die Situation in den kommenden 24 Stunden entwickelt.

„Wir werden wie auch vor diesem Spieltag mit Hochdruck daran arbeiten, damit wir am Sonnabend ein spieltaugliches und sicheres Volksparkstadion zum Heimspiel gegen Mönchengladbach öffnen können“, hatte Nolte am späten Dienstagabend versprochen.

HSV verteilte Speisen an Hamburger Hilfseinrichtungen

Bei allem Frust: Für eine schöne Aktion sorgte die kurzfristige Absage dann aber doch. Die Speisen, die für den Stadionbesuch der Fans bereits vorbereitet waren, aber letztlich nicht an die Besucher herausgegeben werden konnten, wurden an verschiedene Hamburger Hilfseinrichtungen gespendet. Rund 750 bedürftige Menschen wurden mit Leberkäs-Semmeln, Fischbrötchen und Backwaren versorgt.

„Als Verein tragen wir eine Verantwortung, die über den Fußball hinausgeht. Gerade in besonderen Situationen wie dieser ist es für uns als HSV selbstverständlich, schnell zu handeln und eine Lösung zu finden“, erklärte der momentane Allein-Vorstand Eric Huwer, der selbst mit anpackte. „Nach der kurzfristigen Spielabsage war für uns klar, verantwortungsbewusst zu handeln und die vorbereiteten Speisen weiterzugeben, um andere Menschen zu unterstützen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Sperren drohen – umso wichtiger ist diese HSV-Nachricht

Und unabhängig von der wackelnden Partie gegen Gladbach gibt es auch für viele HSV-Fans eine gute Nachricht: Die Tickets für das eigentlich ausverkaufte, aber schließlich abgesagte Leverkusen-Spiel behalten ihre Gültigkeit. Über den Nachholtermin will die DFL zeitnah informieren, eine Tendenz zeichnet sich aber bereits ab: Es läuft vermutlich auf den 10. (Dienstag) oder 11. Februar (Mittwoch) hinaus.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test