HSV-Noten in München: Mehrmals die Fünf für die Verlierer aus Hamburg
Mit einer HSV-Niederlage in München war durchaus zu rechnen. Dass es wieder so deutlich wurde und der HSV mit 0:5 (0:4) beim FC Bayern verlor, war dann gleichwohl enttäuschend. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten sich die Rothosen zu passiv, was sich auch im MOPO-Zeugnis widerspiegelt. Es setzt viele Fünfen.
Heuer Fernandes: Gute Parade gegen Olise (13.) – da hatte er aber schon zweimal hinter sich greifen müssen. Auch gegen Díaz zur Stelle (21.). Ohne Abwehrchance bei Kanes Elfmeter zum 0:3. Und so ging es dann weiter … der ärmste Profi auf dem Spielfeld, das stand schon nach 30 Minuten fest. Hielt, was er halten musste, und ein bisschen mehr. Note: 3,5
Omari: Nicht entscheidend mit drin bei den Gegentoren. Fiel nicht durch spektakuläre Rettungsaktionen auf, löste aber vieles erfolgreich mit seinem Positionsspiel. Noch der Zuverlässigste in der Dreierkette. Antizipierte mindestens dreimal sehr gut. Note: 4
Vuskovic: Die Eindrücke von nur drei Mannschaftseinheiten reichten Polzin, um den Kroaten in die Startelf zu berufen. Stand vor dem 0:2 zu weit weg von Vorbereiter Kane, der deshalb in seinen Rücken spielen konnte. Bitter, dass er abfälschte und so das 0:4 verursachte. Unglücklich, wie er vor dem 0:5 von Kane umkurvt wurde. Deutete an, wie wichtig seine Robustheit werden kann. Dennoch ein missratenes HSV-Debüt. Dieser Gefahr war sich Polzin aber bewusst. Note: 5
Soumahoro: Mehr als sieben Monate dauerte es bis zu seinem Startelfdebüt für den HSV. Nun war es so weit – und der 20-Jährige sah nach rund 30 Sekunden Gelb, weil Olise deutlich schneller war. Verschuldete per Handspiel den Elfmeter vor dem 0:3 und hatte, weil gelb-rot-gefährdet, nach 45 Minuten Feierabend. Note: 5
46. Elfadli: Spielte wohl zum ersten Mal überhaupt als halblinker Innenverteidiger in einer Dreierkette. Machte es dafür in Ordnung, profitierte aber auch davon, dass die Münchner ihren Fuß vom Gaspedal nahmen. Note: 4
Mikelbrencis: Ließ Stanisic und Tah stehen und verkürzte beinahe auf 1:2 (18.). Immerhin furchtlos, einer der Aktivposten – wenn man das so sagen kann. Traute sich offensiv einiges zu, hätte bei seinem Schuss kurz nach der Pause aber auf Vieira querlegen sollen (47.). Note: 4
Remberg: Sein Startelfmandat verhinderte einen Rekord. Doch es könnte keinen unwichtigeren Randaspekt geben. Wenn er in die Zweikämpfe kam, machte er es oft gut, schirmte dann den Ball ab. Wegen der Klasse der Bayern war das aber selten der Fall. Mit einigen Fouls, die es brauchte an diesem Abend. Kane hätte er vor dem 0:5 lieber zu Fall gebracht … Note: 4,5
Capaldo: Versuchte, Zeichen zu setzen, indem er grätschte. Läuferisch bemüht, aber das Mittelfeld gehörte den Münchnern. Oft nur Zuschauer, als die Hausherren um ihn herum kombinierten. Zudem mit einigen Abspielfehlern. Blieb als Kapitän dann in der Kabine. Note: 5
46. Meffert: Brachte etwas mehr Struktur ins HSV-Spiel und war sich auch für Grätschen nicht zu schade. Note: 4
Muheim: Ließ sich vor dem 0:1 erst von Olise (Hackentrick) und dann von Torschütze Gnabry (tunnelte den Schweizer) düpieren. Fiel im weiteren Verlauf kaum auf – auch, weil er im Spielaufbau nicht wirklich helfen konnte. Note: 5
Vieira: Der Portugiese wurde im Sommer beim FC Bayern gehandelt, feierte in der Allianz Arena nun aber seine HSV-Premiere – und wusste nicht so recht, wie ihm geschieht. Holte sich die Bälle hinten ab, weil er sie vorne kaum bekam, und half bei Kontern in der Defensive aus. Winkte einige Male ab, auch weil seine Mitspieler ihn nicht so einsetzten, wie er es wollte. Note: 4,5
76. Baldé: Feierte als Joker sein Bundesliga-Debüt – und das in der Allianz Arena. Das dürfte er trotz des bitteren Ergebnisses nicht so schnell vergessen. Zudem mit einem guten Antritt über die linke Seite kurz vor Schluss. –
Königsdörffer: Fand die Räume, die sich der HSV hinter der Münchner Abwehrreihe erhoffte, so gut wie gar nicht. Sein körperlicher Einsatz war okay – ohne dass er dabei für Balloberungen sorgte. Weitgehend abgemeldet. Note: 5
76. Glatzel: Joker in seiner Heimatstadt. Immerhin eine Kopfball-Minichance (82.). –
Røssing-Lelesiit: An dem 18-Jährigen ist die Pleite sicher nicht festzumachen. Probierte einiges, scheiterte mit vielem, weil seine Gegenspieler zu gut waren. Zahlte Lehrgeld. Aber auch das muss man ihm nicht länger ankreiden. Note: 5
46. Philippe: Ein guter Kopfball-Assist auf Vieira (72.), einmal Szenenapplaus für ein gelungenes Tackling, sowieso mehrmals mit dem notwendigen Körpereinsatz. Klingt nach einem ordentlichen Arbeitsnachweis in der aus HSV-Sicht nicht ganz so wilden zweiten Hälfte. Note: 4