HSV-Noten in Hoffenheim: Duo schrammt an der Sechs vorbei – ein Lichtblick
Es war am Ende eine klare 1:4-Niederlage für den HSV in Hoffenheim. Da half auch die massive Fanunterstützung aus Hamburg nichts. So hat die MOPO-Redaktion die Leistungen der Gäste gesehen.
Heuer Fernandes: Im Stich gelassen und ohne Abwehrchance beim 0:1 und 0:2. Offenbarte überraschende Mängel am Ball, spielte in der ersten Hälfte zweimal binnen weniger Minuten hoch ins Seitenaus. Und kurz nach der Pause brachte er Capaldo in Bedrängnis. Ließ sich obendrein beim 0:3 aus kurzer Distanz tunneln. Erste gute Parade in der Nachspielzeit. Note 5
Capaldo: Schon zu Spielbeginn ein paarmal zu sorglos am Ball, weshalb er ihn verlor. Der kämpferische Einsatz stimmte zunächst, legte sich auch mal verbal mit Gegenspielern wie Wouter Burger an. Doppelt unglückliche Figur im zweiten Abschnitt: Vor dem 0:3 setzte sich Lemperle an der Grenze des Erlaubten gegen ihn durch, vor dem 0:4 grätschte er an Assistgeber Prass vorbei. Fiel überraschend stark ab. Note 5,5
88. Soumahoro: Von der Startelf zu einem Mini-Einsatz. –
Vuskovic: Bewies Mut, wenn er anspruchsvolle Pässe im Spielaufbau wählte – die überforderten seine Kollegen jedoch bisweilen. Merzte den Fehler von Gocholeishvili gut aus, sonst wäre es gefährlich geworden (37.). Nach dem Seitenwechsel war zunächst auf ihn Verlass – doch dann verlor er vor dem 0:4 leichtfertig den Ball. Note 4,5
Torunarigha: Beim frühen Rückstand, wenn, dann nur minimal mit in der Verlosung – denn er deckte einen anderen, benachbarten Gegenspieler und nicht Prömel. Vor dem 0:2 hätte er am eigenen Strafraum allerdings offensiver attackieren sollen. Unterm Strich nicht annähernd so stabilisierend wie in den Vorwochen. Note 5
Gocholeishvili: Vertändelte das Spielgerät einige Male unnötig. Sein Speed war für den HSV schon mal gewinnbringender. Kein guter Auftritt, der nach 45 Minuten vorbei war. Note 5
46. Philippe: Sollte das Offensivspiel des HSV beleben, fand zunächst gar nicht statt. Als er sein Tempo dann mal zeigen konnte, erzielte er seinen vierten Saisontreffer zum 1:4. Erzwang den Hand-Elfmeter kurz vor Schluss – und rutschte am Punkt kläglich aus. Bezeichnende Aktion für diesen HSV-Nachmittag. Note 4,5
Meffert: Erstmals seit dem Aufstieg in der Startelf. Erledigte seinen Job so wie immer. Umsichtig am Ball, gute Antizipation, spielte auch mal einen guten Steckpass. Das Mittelfeld gehörte trotzdem den Gastgebern. Und es bleibt der Eindruck, dass der immer präsente Zweikämpfer Nicolai Remberg dem HSV in dieser Saison mehr gibt als der Routinier. Konnte das Fehlen von „Rambo“ nicht kaschieren. Note 4,5
66. Elfadli: Comeback nach Verletzung. Das ist die gute Nachricht. –
Sambi Lokonga: Grundsätzlich ballsicher, ging aber auch hin und wieder ins Risiko, wenn er sich vor der Ballannahme nicht umschaute. Kam in den Zweikämpfen häufiger zu spät. Klarer Leistungsabfall im Vergleich zu seiner Gala gegen Bremen. Note 5
Muheim: Rückte vor dem 0:1 zu spät ein und ließ Prömel so frei einköpfen. Auch beim zweiten Gegentor zu weit weg, diesmal von Torschütze Kabak. Bewahrte den HSV per Top-Grätsche aber auch einmal vor einem brenzligen Konter (43.). Nach der Pause zumindest offensiv gefährlicher, wie bei seinem 25-Meter-Strahl (49.). Insgesamt sehr enttäuschend, wenn man bedenkt, wie wichtig er sonst für sein Team ist. Note 5,5
Vieira: War vor dem 0:1 noch im Gespräch mit dem Schiedsrichter und deshalb nicht dran an Flankengeber Burger. Forderte viele Bälle im Zentrum, setzte aber nicht viele seiner Ideen um. Traf zu oft falsche Entscheidungen. Der Assist vor dem 1:4 war ein Glanzpunkt, er macht den Gesamteindruck kaum besser. Note 5
Königsdörffer: Sollte mit seinem Tempo bei Kontern für Gefahr sorgen. Diese Idee schien mit dem 0:1 früh hinfällig, der Deutsch-Ghanaer trat nach dem Rückstand trotzdem mehrfach vorne in Erscheinung. Bitter, dass er seine Füße nach Gocholeishvilis Flanke nicht justiert bekam (27.). In der zweiten Hälfte ging er mit unter. Note 4,5
78. Poulsen: Konnte nichts mehr anrichten. –
Baldé: Weil Dompé fehlte, feierte der 20-Jährige sein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Traute sich zunächst wenig zu und kam schwer ins Spiel. Als er angekommen war, agierte er aber umso belebender. Mit einigen guten Eins-gegen-eins-Szenen und zwei gefährlichen Schüssen (42./70.). Er war am ehesten ein Lichtblick. Note 4
78. Jatta: Ohne Wirkung. –