HSV-Noten in Darmstadt: Viele gute Leistungen – und ein Profi, der alle überragt
Der HSV hat einen immensen Schritt in Richtung Aufstieg getan. Mit 4:0 siegten die Hamburger bei Darmstadt 98 und springen vorerst zurück an die Tabellenspitze. Viele Spieler taten sich dabei mit guten Leistungen hervor, einer überragte aber alle. Die MOPO-Noten im Überblick.
Heuer Fernandes: Seine Parade gegen Nürnberger verhinderte einen frühen Rückstand (17.). Am Ball auch unter Gegnerdruck unaufgeregt. Sicherer Rückhalt, auch wenn die Darmstädter meist vorbei oder drüber schossen. Note 2
Mikelbrencis: Gegenspieler Corredor bereitete ihm zu Beginn immer wieder Probleme. Sein Stellungsspiel passte zunächst einige Male nicht, zudem waren Abstimmungsprobleme mit Baldé, seinem neuen Partner auf der rechten Seite, unverkennbar. Dafür offensiv in der zweiten Hälfte sehr auffällig, sein Solo führte erst zu dem Eckball, der dann das 2:0 brachte. Hinten raus sogar mit Krämpfen. Note 3
Hadzikadunic: Ohne Schnitzer, aber mit manchem langen Ball, der nicht ankam, bevor er nach einem Duell mit Lidberg samt Befreiungsschlag raus musste. Wie er in der Szene mit seinem rechten Bein bzw. Knie wegknickte, sah nicht gut aus. Trug auf der Auswechselbank dann eine Bandage. Note 3
43. Schonlau: Gewann sofort zwei Kopfballduelle und war damit im Spiel. Extrem wichtig auch, dass er bei Riedels Schuss in Richtung langes Eck genau richtig stand und den möglichen Einschlag verhinderte (45.+5). Auch im Eins-gegen-eins mit Lidberg stabil (51.). Und dann mit dem Assist vor dem 2:0 durch Königsdörffer. In der Schlussphase ebenfalls hellwach – feierte sich zu Recht für eine finale Klärungsaktion (89.). Vorbildlich. Note 1,5
Elfadli: Sein Mut in der Vorwärtsverteidigung blieb teils erfolglos, wirkte dann vielmehr zu forsch und riskant. Legte im Spielverlauf aber zu und wusste dann mit robustem Einsatz zu überzeugen. Bekam immer wieder ein Bein dazwischen. Note 2,5
Muheim: Der Startelf-Rückkehrer tat sich erst schwer, in die Partie zu finden, agierte etwas zu nachlässig. Die Scharmützel mit Förster schienen ihn dann aber aufzuwecken. Und mit dem Ecken-Assist auf Reis vor dem 1:0 war er dann voll drin. Trieb so lange mit an, bis seine Wade streikte und er runter musste. Note 2
74. Hefti: Fügte sich ordentlich ein, schoss auch einmal (84.). —
Meffert: Seine Kollegen mussten den einen oder anderen ungewöhnlichen Fehlpass des Abräumers ausbügeln, auch einige Fouls leistete er sich. Hatte in der Arbeit gegen den Ball aber auch starke Szenen und verhinderte somit Darmstädter Konter. Klärte in der zweiten Hälfte zudem einige Male im eigenen Strafraum. Note 3
Reis: Machte viele Bälle fest, verlor in der Anfangsphase ein paar wenige. Am wichtigsten war aber, dass er das Spielgerät zum 1:0 in das Darmstädter Gehäuse köpfte (23.). Danach dauerhafter Antreiber, leidenschaftlicher Leader und wegen des Schiedsrichters in Plauderlaune. Note 2
Königsdörffer: Mal wieder im offensiven Mittelfeld aufgestellt – und zunächst mit (zu) wenig Bindung zum Spiel. Fiel nicht durch Ballverluste auf, aber lange auch nicht durch gewinnbringende Tiefenläufe oder Pässe. Bei seinem Pfostenschoss gab es zuvor eine Abseitsstellung (50.). Dann hätte er freistehend schon treffen müssen (57.) – holte es aber artistisch nach und schrie seine Erleichterung heraus (58.). Note 2,5
82. Glatzel: Ein paar Ballkontakte reichten, um fröhlich mitzufeiern. Sein 4:0 per Kopf markierte den Endstand (90.+5). –
Baldé: Durfte etwas überraschend beginnen und war vor der Pause der Auffälligste in der Sturmreihe des HSV. Machte im Dribbling manchmal einen Haken zu viel, entschied nicht immer richtig, war aber ballsicher und mutig in seinen Aktionen. Belebendes Element vorne. In der Defensivarbeit engagiert, aber nicht immer da, wo er stehen sollte. Vielleicht musste er auch deshalb in der Kabine bleiben. Note 3
Sahiti: Ein guter Joker-Einsatz, auch wenn ihm der Assist auf Dompé vor dem vermeintlichen 3:0 verwehrt blieb. Läuferisch und im Dribbling ein großer Mehrwert. Note 3
Dompé: Über offensive Ansätze kam er in der ersten Hälfte nicht hinaus. Schirmte den Ball gut ab, entscheidende Durchbrüche über links gelangen ihm aber nicht. Trat dann allerdings die Ecke vor dem 2:0. Bitter für ihn, dass sein 3:0 wegen Abseits einkassiert wurde (65.). War dann auch etwas frustriert bei seiner Auswechslung. Note 3
74. Pherai: Erzwang kurz nach Einwechslung im Fünfmeterraum fast das 3:0 (76.), das dann aber mit Verspätung fiel – nach seinem Querpass auf Selke (80.). Dann noch mit dem Assist auf Glatzel. Bei zwei Vorlagen als Joker kann man nicht meckern. –
Selke: War mehrfach nicht gut genug positioniert im Strafraum – was aber auch an den starken Darmstädter Hünen Vukotic und Riedel lag. Rieb sich auf, zog auch mal einen Freistoß, hing als Zielspieler aber über weite Strecke in der Luft. Egal, denn einmal war er da und machte das 3:0 (80.). Wie wichtig seine Emotionalität für den HSV ist, zeigte nicht erst das Gerangel mit Vukotic in Durchgang zwei. Note 2,5