HSV-Noten gegen Bremen: Zweimal die 1,5 für die Derbysieger – eine Vier

Der HSV feiert den Nordderby-Sieg gegen Bremen
Der HSV feiert den Nordderby-Sieg gegen Bremen.

Der absolute Wahnsinn im Volkspark: Der HSV gewinnt ein unglaubliches Bundesliga-Nordderby mit 3:2 gegen Werder Bremen! Nach Albert Sambi Lokongas 1:1-Ausgleich erzielte Luka Vuskovic per Hacken-Traumtor das 2:1 – und nach dem 2:2 schlug Joker-Kapitän Yussuf Poulsen tatsächlich noch zu und ließ das Stadion beben. Das sind die MOPO-Noten für die Derbysieger des HSV.

Heuer Fernandes: Machtlos beim 0:1 und beim 2:2. Gute Parade gegen Senne Lynen (58.), ansonsten nicht ernsthaft gefordert. Note 3

Capaldo: Sein Ballverlust führte zum 0:1. Es war fahrlässig, an der Seitenlinie kurz vor der Pause ins Dribbling zu gehen. Damit zerstörte er seinen in der ersten Hälfte anständigen, sehr laufintensiven Auftritt als Rechtsverteidiger. Der Fehler beeinflusste seine Leistung im zweiten Durchgang nicht mehr. Da war sehr vieles sehr stark von ihm. Note 3,5

Vuskovic: Heißer Anwärter auf das „Tor des Monats“, das 2:1 per Hacke war traumhaft. Bearbeitete Werder-Stürmer Keke Topp erfolgreich. Grätschte, kam Torschütze Jens Stage vor dem 0:1 nicht mehr nahe genug. Schuld war er deshalb nicht. Bewies, dass er auch ein Hitzkopf sein kann, bewahrte aber stets die Fassung. Note 1,5

Torunarigha: Verleiht dem HSV grundsätzlich immer mehr Stabilität. Stark war zum Beispiel sein Verteidigungsverhalten im Eins-gegen-eins mit Topp (17.). Auch mit mehreren mutigen Antritten nach vorne – aber auch einem unglücklichen Pass ins Seitenaus. Sein riskantes Vorwärtsverteidigen vor dem 2:2 ging nach hinten los. Note 2,5

Soumahoro: Vier Tage nach seinem bitteren Elfmeter-Fehlschuss überraschend als Linksverteidiger aufgeboten. Zog wie sonst Miro Muheim im Spielaufbau ins Zentrum, machte seinen Job solide und unaufgeregt. Offensive Impulse gingen von ihm aber eher nicht aus. Note 3

59. Muheim: Hatte beim 1:1-Ausgleich vier Minuten nach seiner Einwechslung direkt seine Füße mit im Spiel – als Flankengeber. Und dann auch noch mit einem starken Antritt vor dem 3:2 als Vorlagengeber. Note 2,5

Sambi Lokonga: Was er am Ball tut, wirkt fast immer elegant. Da passte sein Tor zum 1:1 aus der Drehung perfekt ins Bild. Sorgte für viele Balleroberungen, schoss aus der Distanz (39.), forderte das Leder überall auf dem Rasen und rettete am Strafraum per Grätsche. Note 1,5

Remberg: Leidenschaft, Zweikämpfe, Energie – ein Spiel wie gemacht für ihn. Ging im Spielaufbau einige Male ins Dribbling und damit ins Risiko. Mit wenigen Ausnahmen ballsicher und wie gewohnt robust. Note 2,5

Jatta: Fiel bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison zunächst kaum auf. Verlor Bälle und holte sie sich teils wieder. Das HSV-Spiel lief meist über die linke Seite – und deshalb nicht über den Gambier. Kam mit seinem Speed nur selten hinter die Abwehrkette der Bremer. Nach der Pause deutlich auffälliger und mit einer guten Chance am zweiten Pfosten (54.). Note 3,5

82. Gocholeishvili: Kam rein und durfte direkt mitjubeln. Hatte etwas Glück, dass es für seine Handberührung im Strafraum keinen Elfmeter gab (90.).

Vieira: Gute Seitenverlagerungen und sonstige Geistesblitze waren dabei. Auch wenn die gegnerischen Fouls gegen ihn oft sehr hart sind, täte ihm ein bisschen weniger Theatralik gut. Auch der Versuch, einen Elfmeter zu schinden, war nicht nötig (51.). Positiv: sein Bemühen im Pressing. Und natürlich die Freistoß-Vorlage vor dem 2:1. Note 2,5

82. Poulsen: Der Kapitän wurde zum Matchwinner! Feierte sein Comeback nach Verletzung und sein Tor-Debüt im HSV-Trikot, da war er erst zwei Minuten auf dem Platz. Es gäbe wohl keinen besseren Zeitpunkt.

Dompé: Wurde immer wieder gesucht, flankte wahlweise mit links und rechts, mal gut und mal ungenau. Wie immer ein Aktivposten in der Offensive, tauchte aber nicht selbst auf der Anzeigetafel auf. Note 3

90.+2 Baldé: Ein Kurzeinsatz – und viel Freude.

Philippe: Erstmals als alleinige Spitze aufgeboten, konnte er sein Tempo kaum ausspielen. Die Kopfball-Großchance muss er eigentlich verwerten (23.). Hing abgesehen davon zunächst in der Luft, wenig Bindung zum Spiel. Traf ein paar falsche Entscheidungen. Startete auffälliger in die zweite Hälfte, hatte dann aber Feierabend. Note 4

59. Königsdörffer: Warf sich im Strafraum in den Zweikampf und hatte so einen indirekten Anteil am 1:1. Fügte sich ordentlich ein und überzeugte läuferisch. Note 3