HSV

HSV-Kommentar: Glatzels Abgang könnte noch schmerzen

Robert Glatzel steht vor dem Abgang vom HSV.

Für HSV-Stürmer Robert Glatzel naht der Wechsel nach Wolfsburg. Das könnte beiden Seiten wehtun. Ein Kommentar.

Auch wenn noch nichts unterschrieben ist, dürfte der Wechsel in Kürze fix sein. Nach fünf HSV-Jahren steht Robert Glatzel vor dem Abgang nach Wolfsburg und wird damit eine Liaison beenden, die von vielen Höhen begleitet wurde, ehe sie in der Vorsaison abkühlte. Sich jetzt zu trennen, klingt für Glatzel und den HSV gleichermaßen nach einem logischen Schritt. Und doch könnten sich beide Seiten schnell vermissen.

Von einer Flucht möchte niemand sprechen, genau genommen ist sie es aber. Denn die Annahme, dass der Angreifer auch in der kommenden Saison beim HSV nicht die von ihm gewünschten Einsatzzeiten erhalten würde, liegt auf der Hand und ist mehr als nur eine Vermutung. Zu gravierend ist die Meinung Merlin Polzins und seines Trainerstabs, dass Glatzel aufgrund seiner weniger aggressiven und laufintensiven Spielweise dem Gegner Möglichkeiten eröffnet, die den HSV defensiv in Nöte bringen können. Eine Meinung, die schwer von der Hand zu weisen ist und durch Daten belegt wird. Ändern wird Glatzel seine Spielweise im Alter von 32 Jahren nicht mehr.

HSV hätte auch Gründe, Glatzel zu behalten

Und doch gäbe es gute Gründe für den HSV, Glatzel zu behalten. Denn es existieren auch noch andere Zahlen, solche, die für den Stürmer sprechen – und die ebenfalls nicht lügen. In Sachen Torgefahr macht Glatzel im derzeitigen HSV-Aufgebot niemand etwas vor. In seinen 609 Bundesliga-Minuten gelangen ihm drei Treffer, zwei weitere bereitete er vor. Alle 122 Minuten war Glatzel an einem HSV-Tor beteiligt. Ein Wert, an den keiner der anderen 31 eingesetzten Hamburger Profis herankommt. Weder Fábio Vieira (alle 185 Minuten), noch Albert Grønbæk (165) und auch nicht Albert Sambi Lokonga (343). Dass der HSV mit Glatzel in der Startelf 1,56 Zähler holte und ohne ihn 1,0, ist ein anderer interessanter und belegbarer Wert.

Diese Zahlen werden den Wechsel, für den es auch gute Gründe geben mag, nicht mehr verhindern. Sie werfen allerdings die Frage auf, ob es angesichts der ohnehin gewaltigen Umbaumaßnahmen nicht so schlecht wäre, zumindest einen Angreifer im Kader zu haben, von dem man jetzt schon gesichert weiß, dass er auf Strecke Tore garantiert – ganz gleich, in welcher Liga. Glatzel wird den HSV verlassen, ein bis zwei andere Torjäger werden kommen. Man möchte dem Verein ein gutes Näschen wünschen.

Kommentare öffnen