HSV-Kommentar: Es braucht eine klarere Führung von Boss Kuntz!
Seit Ende Mai 2024 ist Stefan Kuntz als Sportvorstand beim HSV tätig. Ein neuer Impuls für das Erreichen der sportlichen Ziele sollte mit ihm gesetzt werden. Die Wahl fiel auf Kuntz, da er laut Aufsichtsrats-Boss Michael Papenfuß mit seiner „Analyse“ und den „Maßnahmen, die er treffen wird“, am meisten von allen Kandidaten überzeugen konnte.
Konkret auf diese Maßnahmen eingegangen wurde damals nicht. „Sie müssen mir ein bisschen Zeit geben“, erklärte Kuntz, der sich drei Monate im Volkspark erst mal alles anschauen wollte. Gleichzeitig kündigte er an: „Wenn wir gute Entscheidungen treffen, stehen wir vor einer außergewöhnlichen Saison.“
Kuntz’ Trainer-Wahl nach dem Baumgart-Aus lief holprig
Mittlerweile ist Kuntz schon ein gutes halbes Jahr beim HSV. Welche Maßnahmen für eine bessere Zukunft hat er eingeleitet? Einerseits gab es von Kuntz eigene Transfer- (unter anderem Marco Richter) und auch Trainer-Entscheidungen (erst Ja zu Baumgart, dann Nein zu Baumgart), auf der anderen Seite war in vielen Bereichen allerdings auch immer wieder ein Zickzack-Kurs und damit kein zielstrebiger Plan zu erkennen.
Die Trainer-Wahl nach dem Baumgart-Aus lief holprig. Merlin Polzin bekam das Vertrauen nur häppchenweise, mit anderen Kandidaten (unter anderem Bruno Labbadia) wurde sich im Hintergrund schon geeinigt, dann aber doch wieder umgedacht. Ein neuer Technischer Direktor sollte im Winter eigentlich kommen. Sportdirektor Claus Costa stand hingegen auf der Kippe. Auch hier war im Prinzip alles geklärt – um dann am Ende doch wieder eine andere Entscheidung zu treffen.
Dass sich im Fußballgeschäft auch mal Situationen verändern und bei der Trainersuche viele Optionen überprüft werden, ist normal. Zu wackelig sollte der Kurs in der Führungsetage aber auch nicht sein. Im Volkspark und auch im Umfeld des HSV hat der eine oder andere Vorgang bereits zu Irritationen geführt. Um das zu ändern, muss es von Kuntz mehr klare Entscheidungen und mehr Führung geben. Dazu gehört auch, dass offene Personalsituationen und Kaderfragen nicht zu lange hinausgezögert, sondern zügig Lösungen gefunden werden.
Fehlende Klarheit und ungelöste Probleme können im Zweifel schnell für Unruhe sorgen, dann auch in der Mannschaft landen und die sportlichen Ergebnisse negativ beeinflussen. Einer der Leidtragenden wäre Polzin.
Polzin braucht Rückendeckung von Kuntz
Dieser braucht als aktuell jüngster und unerfahrenster Cheftrainer der Zweiten Liga jetzt nicht nur die volle Rückendeckung, sondern auch Unterstützung und eine starke Führung im Hintergrund. Auf dem Platz wartet auf Polzin genug Arbeit. Um andere Baustellen muss sich vor allem Kuntz kümmern. Dafür steht der Europameister von 1996 nun noch mehr in der Verantwortung und zumindest von Teilen des Aufsichtsrats auch unter Beobachtung.
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Noch ist für Kuntz und den HSV weiterhin eine „außergewöhnliche Saison“ mit dem Aufstieg im Frühjahr möglich.