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HSV-Kommentar: Das spricht gegen ein Startelf-Comeback von Vieira
Niemand kann ernsthaft an den fußballerischen Fähigkeiten von Fábio Vieira zweifeln. Der Portugiese ist einer der technisch besten Profis im Kader, wenn nicht DER beste. „Was Fábio mitbringt, ist unfassbar“, findet auch Merlin Polzin. Dennoch ist es richtig, dass der Trainer dem Unterschiedsspieler keine Stammplatzgarantie ausspricht – weil Vieira vorerst wieder in der Bringschuld steht. Und das ist in erster Linie selbstverschuldet.
Der HSV-Ärger war groß beim 1:4 in Köln. Wegen der Gelb-Roten Karte für Immanuel Pherai – und der Ampelkarte für Vieira vier Minuten später. Polzin klagte über das fehlende Fingerspitzengefühl von Referee Schlager, vielleicht zu Recht, weil Vieira niemanden beleidigte, sondern auf Zeitspiel hinwies. Es war aber der 25-jährige Profi mit Champions-League-Erfahrung selbst, der trotz Ermahnung wiederholt lamentierte, deshalb vom Platz flog – und seinem Team so einen Bärendienst erwies, weil ein Punktgewinn in doppelter Unterzahl fast unmöglich geriet.
Fábio Vieira bremst sich beim HSV gerade selbst aus
Kurz: Vieira ist dafür eigenverantwortlich, dass er in seinem erst fünften Bundesligaspiel den zweiten Platzverweis kassierte und zum unrühmlichen neuen Rekordhalter wurde. Es wäre natürlich falsch und nicht förderlich, den Stab über einen Spieler zu brechen, der neben Luka Vuskovic als ein Königstransfer gefeiert wurde und gar denselben Marktwert wie der Kroate besitzt (18 Millionen Euro). Vieira überzeugt nicht nur sportlich, wenn er denn nicht gesperrt ist, sondern kommt auch intern an und sorgt für gute Stimmung: Beim 6:3-Sieg im Test gegen Groningen feierte er Landsmann Guilherme Ramos so sehr, als hätte er selbst getroffen.
Sollte Vieira in Augsburg auf der Bank sitzen, hätte er indes keinen Grund, erbost zu sein. Gegen seinen Startplatz spricht vor allem die Form von Albert Sambi Lokonga. Der Belgier harmonierte gegen den BVB (1:1) gut mit dem gesetzten Nicolai Remberg – und das Duo könnte auch gegen den zweikampfstarken FCA (1048 gewonnene Duelle, die drittmeisten der Liga) das passende sein.
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Und wer nun mit dem Argument der Torgefährlichkeit kommt: Sambi Lokonga hat schon zweimal geknipst, Vieira noch gar nicht – was auch daran liegt, dass er dreimal zusehen musste. Es ist an der Zeit, dass er konstant (!) zeigt, was in ihm steckt.