Sander Tangvik wärmt sich vor dem Derby des HSV bei St. Pauli auf.

Gekommen, um zu spielen: Sander Tangvik will perspektivisch die neue Nummer eins des HSV werden. Foto: WITTERS

„Ich war eine Tormaschine!“ Neuer HSV-Keeper verrät überraschendes Karriere-Detail

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Gut, wenn man den Menschen um sich herum trauen kann. „Sie haben nicht gelogen“, lautet das Urteil von Sander Tangvik, nachdem er am vergangenen Samstag gegen die Bayern erstmals im Heimspiel-Kader des HSV stand. „Jeder, mit dem ich sprach, hatte mir schon vorher erzählt, wie großartig und verrückt die Atmosphäre hier im Stadion ist.“ Beim 2:2 gegen den Rekordmeister sah sich der norwegische Keeper bestätigt. In den kommenden Monaten nun will er daran arbeiten, Momente wie diese auch auf dem Platz erleben zu können – und nicht nur von der Ersatzbank aus.

Dass sich der aus Trondheim gekommene 23-Jährige im Volkspark direkt heimisch fühlt, hat auch mit den winterlichen Begleitumständen zu tun. „Es ist eiskalt, aber das Gleiche, wie in Norwegen“, stellt Tangvik schmunzelnd fest. „Ich bin daran gewöhnt.“ Ohnehin musste er nicht lange überlegen, als er Mitte Januar erfuhr, dass der HSV ihn als Ersatz für den abgewanderten Daniel Peretz (Leihe wurde aufgelöst) verpflichten wolle: „Als ich hörte, dass sie interessiert waren, war ich sehr aufgeregt. Der HSV ist ein großer Verein, für mich ist das ein guter Schritt. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass ich das machen wollte.“

Tangvik ist vorerst Ersatzkeeper beim HSV

Für die Rückrunde ist Tangvik als Ersatz für Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes eingeplant. Dass ihm die Entscheidungsträger im Volkspark grundsätzlich eine deutlich gewichtigere Rolle zutrauen, verdeutlichen die Modalitäten des Wechsels. Eine Ablöse von etwa 2,6 Millionen Euro zahlte der HSV an Rosenborg, der Betrag könnte sich erfolgsabhängig noch auf vier Millionen erhöhen. Eine Menge Geld. Dazu kommt: Im Sommer endet Heuer Fernandes‘ Kontrakt, erst in Kürze soll über eine Verlängerung gesprochen werden. Der Ausgang gilt als offen.

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Tangvik stünde bereit. „Es ist mein Traum, vor diesem Publikum hier zu spielen“, erklärt der Keeper, der den Ball ansonsten aber flach hält: „Letztlich kämpfen wir Torhüter um einen einzigen Platz. Ferro hat großartige Arbeit geleistet, er ist schon lange hier und eine Legende in diesem Verein. Es wird hart, aber wir müssen uns gegenseitig pushen.“ Und weiter: „Ich liebe die Torwartgruppe hier! Am Ende will jeder spielen, aber ich werde positiv sein und unterstützend. Dann ist es Aufgabe des Trainers, die Mannschaft auszuwählen.“

Tangvik gilt fußballerisch als bester Keeper Norwegens

Freuen können sich die HSV-Fans auf Tangviks fußballerische Fähigkeiten. Darauf bezogen gilt das Talent als bester seines Fachs in ganz Norwegen, das wiederum passt zum Stil der Hamburger, die ihren Keeper extrem in ihr Aufbauspiel einbeziehen. „Ich glaube, der Stil passt zu mir. In Rosenberg war ich auch oft am Ball“, so Tangvik. „Ich mag es, den Ball zu haben. Als ich jünger war, war ich selbst Stürmer.“ Und scherzend: „Ich war eine Tormaschine!“

Keeper Sander Tangvik könnte perspektivisch die neue Nummer eins des HSV werden. WITTERS
Sander Tangvik mit seinem neuen HSV-Trikot
Keeper Sander Tangvik könnte perspektivisch die neue Nummer eins des HSV werden.

Verbessern will sich Tangvik nicht nur beim HSV, sondern auch im Kreise des Nationalteams. Im vergangenen November wurde er für die A-Auswahl berufen und gilt als klarer Kandidat für den WM-Kader. „Als ich jetzt dort war, habe ich ein sehr positives Gefühl mitgenommen“, stellt er fest. „Die WM ist etwas, woran ich wirklich teilnehmen möchte.“ Dann voraussichtlich noch als dritter Keeper. Doch die Experten in seiner Heimat sind sich grundsätzlich einig, dass Tangvik perspektivisch die Nummer eins im Tor der Norweger werden sollte.

Kommende Woche zieht auch Tangviks Freundin nach Hamburg

Eine gute Rolle beim HSV würde dabei helfen. Tangvik ist bemüht, weiterhin schnell Fuß zu fassen: „Ein Mal pro Woche werde ich Deutsch-Unterricht haben. Aber auch ansonsten übe ich viel zu Hause.“ Seine Familie vermisst er, aber auch diesbezüglich ist Linderung in Sicht: „Ich bin ja das erste Mal umgezogen. Aber meine Eltern haben mich schon besucht und kommende Woche wird meine Freundin zu mir ziehen.“

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Geht es nach Tangvik, dessen Vorbild Ex-Liverpool-Goalie Pepe Reina ist, wird Hamburg nicht nur zur Durchgangsstation. „Mein Ziel ist es, so lange wie möglich beim HSV zu bleiben“, stellt der Keeper fest. „Ich bin erst seit zwei Wochen hier – aber ich liebe es schon.“

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