HSV-Juwel Vasiljevic: „Auf Instagram werde ich als Wunderkind gefeiert“
Andrej Vasiljevic ist seit dem 25. März 16 Jahre alt und in seiner Heimat offenbar schon ein kleiner Star. „Ich spüre den ganzen Rummel um mich herum“, sagt der Stürmer, der im Sommer zum HSV wechselt, in einem großen Interview der ungarischen Zeitung „Nemzeti Sport“. Mehr noch: „Auf Instagram werde ich als Wunderkind gefeiert, und internationale Talentscout-Portale berichten über mich.“ Sie tun es spätestens, seit Vasiljevic‘ Wechsel von MTK Budapest nach Hamburg Ende März verkündet worden war. Das Nachwuchsjuwel schwärmt bereits von seinem neuen Verein.
„Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich im Ausland tätig bin“, sagt Vasiljevic in dem Interview und verrät: „Ich habe vor einiger Zeit angefangen, Deutsch zu lernen, um mir die Integration zu erleichtern. Es ist nicht die einfachste Sprache der Welt, aber ich möchte sie beherrschen und nehme deshalb zweimal pro Woche Unterricht.“ Es ist ein vorbildliches Verhalten eines jungen Spielers, auf den sie sich im Volkspark mächtig freuen.
Andrej Vasiljevic haben „viele Vereine gereizt“
Rund 1,5 Millionen Euro lässt sich der HSV dessen Dienste kosten. Die Bosse um Claus Costa setzten sich im Werben um den Youngster gegen mehrere hochkarätige Bewerber durch, wie Vasiljevic selbst bestätigt: „Viele Vereine haben mich gereizt, aber ein Anruf aus der Bundesliga ist natürlich sehr verlockend.“ Auch Borussia Dortmund soll sich intensiv mit ihm beschäftigt haben, den Zuschlag aber erhielt der Vorjahresaufsteiger. Warum? „Mein Vater und ich haben bei den Verhandlungen immer darauf geachtet, welcher Verein mir den schnellsten Weg in die erste Mannschaft ermöglicht“, erklärt Vasiljevic und lobt: „Der HSV scheint aus dieser Perspektive eine hervorragende Wahl zu sein.“

Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ab Sommer soll sich der Angreifer zunächst bei den Spielen der Hamburger U19 beweisen, „und wenn ich dann bereit bin, kann ich aufsteigen“. Über die U21 wird sein Weg früher oder später zu den Profis führen, bis zu den ersten Trainingseinheiten bei der Bundesliga-Mannschaft von Merlin Polzin dürfte es nicht ewig dauern. Schließlich wurde Vasiljevic kürzlich zum ersten Nachwuchsspieler des 2010er-Jahrgangs, der jemals eine Partie in Ungarns erster Liga absolviert hat. Für den Sohn eines serbischen Vaters, der einst selbst Bundesliga-Profi war, und einer Mutter aus Montenegro, wo er geboren wurde, erfüllte sich ein Kindheitstraum.
Ronaldo und Messi am TV – und ein Problem in der Jugend
Apropos: „Ich erinnere mich, dass ich als Kind immer vor dem Fernseher saß, wenn Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi spielten, und ich habe es genossen, ihnen zuzusehen“, erzählt Vasiljevic, dessen fußballerischer Weg holprig begann. Es gab seinerzeit ein Problem: Bei seinem ersten Jugendklub, Vasas Budapest, habe er noch keine ungarische Staatsbürgerschaft besessen, „weshalb ich ständig Turniere verpasste – als Kind verstand ich nicht, warum ich nur in Trainingsspielen mitspielen durfte“. Doch das entmutigte den talentierten Offensivmann nicht. Der groß gewachsene Vasiljevic trat früh gegen ältere Gegenspieler an und lernte, sich auf dem Spielfeld zu wehren. Fast alle Experten trauen ihm heute den großen Durchbruch zu.
„Ich wünsche mir eine reibungslose Integration und würde gerne gleich alles schnell verstehen“, sagt er gegenüber „Nemzeti Sport“ zu seinem bevorstehenden HSV-Wechsel und lässt durchklingen, dass er vor Selbstvertrauen strotzt: „Mein erstes großes Ziel ist es, so schnell wie möglich in die erste Mannschaft aufzusteigen und mein Debüt in der Bundesliga zu geben. Danach möchte ich mich ins Team kämpfen – was danach passiert, hängt von vielen Faktoren ab.“ Die Voraussetzungen scheinen bestens zu sein. Rund um seinen 16. Geburtstag lernte er Hamburg Ende März kennen und spürte, dass sie beim HSV viel mit ihm vorhaben.
Vasiljevic staunt über den Empfang beim HSV und Vuskovic
„Ich war sehr überrascht von dem Empfang in Deutschland. Fast zwanzig Leute kümmerten sich eifrig darum, dass alles um mich herum reibungslos verlief“, berichtet Vasiljevic und schwärmt: „Die drei Tage in Hamburg haben mir bestätigt, dass ich einem unglaublich professionellen Verein beitrete, der in einer guten Position ist. Wenn möglich, schaue ich mir die Spiele der ersten Mannschaft an.“ Er bekam also mit, wie der HSV kürzlich den Klassenerhalt schaffte. Und er sah, wie ein 19-jähriger Abwehrchef in beeindruckender Art und Weise voranging: „Mir gefällt der Fußball, Luka Vuskovic‘ Leistung ist herausragend“, staunt Vasiljevic und meint: „Ich bin überzeugt, dass ich mich genauso gut verbessern kann wie er.“ Der Kroate hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich und könnte schon in diesem Sommer von Tottenham zu einem europäischen Topklub wechseln.
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Vasiljevic könnte so etwas wie der Vuskovic 2.0 in Hamburg werden. Und das Gute aus HSV-Sicht ist: Der Ungar wird ab dem 1. Juli nicht nur ein Leihspieler sein, sondern fest unter Vertrag stehen. „Ein Vereinswechsel ist immer aufregend, denn neue Leute, neue Trainer und neue Mitspieler erwarten mich“, weiß Vasiljevic. Für welche A-Nationalmannschaft er in Zukunft auflaufen möchte, hat er noch nicht entschieden. Neben Ungarn wären auch Montenegro und Serbien, das Heimatland seines Papas Dusan Vasiljevic, möglich. „Es ist noch zu früh, darüber zu sprechen“, sagt das Talent, über den längst ganz Ungarn spricht. Und perspektivisch wohl auch ganz Hamburg. Auf Instagram hat er momentan 3760 Follower. Im Sommer dürften sehr viele neue hinzukommen.