HSV hofft auf Millionen-Deal – doch Soumahoro steckt in der Talent-Falle
Nimmt dieser Deal noch den Verlauf, den sich der HSV vor wenigen Wochen erhoffte? Anfang Februar verlieh der Verein Aboubaka Soumahoro an die AS Saint-Étienne und setzte bis zum Saisonende auf große Entwicklungssprünge bei dem Talent. Mittlerweile aber ist fraglich, ob diese Rechnung wirklich noch aufgeht. Auch in seinem Heimatland kommt Soumahoro bislang nicht zur Geltung.
Als der 20-Jährige Anfang Februar seinen Spind im Volkspark räumte und sich auf den Weg nach Saint-Étienne machte, gab es in den Köpfen der HSV-Verantwortlichen gleich zwei denkbare Wunschszenarien. Variante eins: Das Talent könnte mit reichlich Spielminuten im Gepäck im Sommer zurückkehren und dann neu im Bundesliga-Kader angreifen. Möglichkeit zwei: Überzeugt Soumahoro in Saint-Étienne auf ganzer Linie, könnten die Bosse der „Verts“ die ausgehandelte Kaufoption in Höhe von fünf Millionen Euro ziehen und dem HSV eine schöne Einnahme bescheren. Aktuell aber spricht einiges dafür, dass keiner der beiden Fälle eintrifft.
HSV-Leihgabe Soumahoro musste in Saint-Étienne zunächst verletzt passen
Soumahoros Problem: Während er bei seinem neuen Verein zunächst verletzungsbedingt pausieren musste, fanden seine neuen Kollegen während seiner Abwesenheit komplett in die Spur. Durch zuletzt drei Siege in Folge schob sich Saint-Étienne auf Rang zwei, der am Saisonende zur Rückkehr in die Ligue 1 reichen würde. Klar, dass sich Soumahoro nun erstmal hinten anstellen muss.

Immerhin: Seine Premiere für seinen Leihklub hat er mittlerweile hinter sich, wenn auch anders als erhofft. Vergangene Woche debütierte er in der Nachwuchsrunde gegen Marseille, wurde danach erstmals in den Profi-Kader berufen und saß beim 2:1 gegen Stade Laval 90 Minuten lang auf der Bank. Noch aber hat er keine Minute für die Profis gespielt.
Soumahoro läuft in dieser Saison die Zeit davon
Langsam läuft dem U20-Nationalspieler seines Landes allerdings die Zeit davon. Zehn Partien stehen bis zum Saisonende noch aus. Anschließend soll entschieden werden, wie es mit ihm weitergeht. Davon, dass die ASSE-Bosse die Kaufoption in der ausgehandelten Höhe ziehen werden, geht im Volkspark aktuell aber niemand aus. Entweder, so die Annahme, wird von Seiten der Franzosen nachverhandelt – oder Soumahoro kehrt in den Volkspark zurück.
Derzeit steckt das Anfang 2025 vom HSV verpflichtete Abwehr-Talent allerdings in der Talent-Falle. Heißt: Es bräuchte dringend Spielpraxis, um sich weiterentwickeln zu können, hat aber mehrere Konkurrenten vor sich und wenig Aussicht auf Einsätze. So war es in Hamburg, wo er bis Winter nur 157 Spielminuten sammelte, so ist es nun in Saint-Étienne.
Peretz, Sahiti und Pherai bekamen nach ihrem Abgang die Kurve
Der Franzose wartet weiterhin auf seinen Durchbruch, drei andere Hamburger Winter-Abgänge aber scheinen ihr Glück gefunden zu haben. Daniel Peretz ist Stammkeeper in Southampton, blieb mit den „Saints“ zuletzt acht Mal in Folge ungeschlagen und schnuppert an den Play-off-Plätzen um den Aufstieg in die Premier League. Emir Sahiti erzielte in fünf Einsätzen für Maccabi Tel Aviv vier Tore und schwärmt: „Ich bin glücklich hier.“ Auch Immanuel Pherai erkämpfte sich in Elversberg nach anfänglicher Verletzung einen Stammplatz, feierte zuletzt zwei Siege.
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Während Peretz dem FC Bayern gehört, könnte der HSV bei Sahiti und Pherai im Sommer Kasse machen. Tel Aviv besitzt ein Kaufoption in Höhe von etwa 500.000 Euro, Elversberg müsste 1,5 Millionen Euro für Pherai berappen. Für einen ähnlichen Betrag könnten die Saarländer mit Lukasz Poreba noch einen weiteren HSV-Leihspieler fest an sich binden.
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