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HSV gruselig, Kiel cool: Zum Auftakt eine historische Pleite

0:1 von Kiels Meffert.

Der Anfang vom Ende: Mefferts überlegter Schuss schlägt unhaltbar zum 0:1 ein, Keeper Pollersbeck fliegt vergeblich.

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WITTERS

Aller Anfang ist … gruselig! Der HSV hat nach dem Abstieg auch im ersten Zweitliga-Spiel seiner Geschichte eine Bruchlandung hingelegt, verlor Freitagabend gegen den Vorjahresdritten Holstein Kiel zum Saisonauftakt vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volkspark mit 0:3 (0:0). Eine historische Pleite! Spätestens jetzt ist klar: Für Christian Titz und sein Team ist der Weg zurück ins Oberhaus steinig und schwer.

Der Trainer hatte sich auf ein „offenes Spiel“ eingestellt. Er war davon ausgegangen, dass sich die Kieler nicht hinten reinstellen, sondern „mutig attackieren“ würden. Darauf reagierte der HSV-Coach, brachte vor Torwart Julian Pollersbeck sowie der Abwehr-Reihe mit Gotoku Sakai, David Bates, Rick van Drongelen und Douglas Santos mit Vasilije Janjicic eine weiteren Defensiv-Mann, der im Mittelfeld-Zentrum neben Matti Steinmann für Stabilität sorgen sollte. Ein Quartett blieb für die Offensive übrig: Khaled Narey, Lewis Holtby, Tatsuya Ito und Jairo Samperio – auf einen „echten“ Stürmer verzichtete Titz.

Der HSV legte mächtig los, bestimmte von Beginn an das Geschehen und erspielte sich reihenweise Chancen. Schon nach 180 Sekunden zog Ito vom linken Flügel nach innen, zog aus 16 Metern ab, doch der Ball strich knapp am Pfosten vorbei. Zwei Minuten später überlistete Holtby die Kieler Abwehr mit einem Pass auf Jairo, der kurz vor dem Abschluss aus dem Gleichgewicht geriet. Dann war es Holtby selbst, der für die Führung hätte sorgen können (oder müssen), als er einen Fehlpass von Holstein-Keeper Kevin Kronholm aufnahm, den gefühlvollen Heber aber neben den Kasten setzte (12.). Noch einmal sieben Minute später war es Narey, der nach Sakai-Pass frei zum Schuss kam – ab ins Fangnetz (19.).

Es hätte 4:0 stehen können, 0:0 stand es. Und plötzlich begannen auch die Gäste, sich am Spiel zu beteiligen. Südkoreas WM-Teilnehmer Jae Song Lee scheiterte zunächst an Pollersbeck (22.), dann schien Mathias Honsak auf und davon, doch im letzten Moment behinderte ihn Sakai entscheidend. Da war es, das offene Spiel, das Titz vorhergesagt hatte. Es ging hin und her, Narey ließ Hauke Wahl stehen, zog ab, wieder um Haaresbreite vorbei (35.). Auf der anderen Seite fehlte Honsak einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit (37.). Durchatmen!  

Mit Volldampf-Fußball ging es auch nach dem Wechsel weiter. Allerdings in die falsche Richtung: Janni Serra scheiterte noch an Pollersbeck, der dann auch Lee den Ball von der Fußspitze kratzte (47.). Wenig später kam Kingsley Schindler einen Schritt zu spät. Besser machte es Jonas Meffert, der einst mit Karlsruhe in der Relegation scheiterte und späte Rache übte: Aus 18 Metern schlenzte er die Kugel in den Winkel – 0:1 (56.).

Mit der nun verdienten Führung im Rücken spielte Kiel sicher und klug, der HSV lief hektisch an, aber ohne Plan. So konnte auch der von den Fans gefeierte Joker Pierre-Michel Lasogga nicht mehr helfen. Im Gegensatz zu Narey (74.), der jedoch auch diese Möglichkeit liegen ließ. So machten die „Störche“ den Deckel drauf: Der überragende Lee bediente David Kinsombi, der locker zum 0:2 einschob (78.). „Hey, hey, Spitzenreiter, Spitzenreiter“, feierten die 5700 Gäste-Fans, die sich dann auch noch über den dritten Treffer durch Honsak (90.+1) freuen durften.

Nach dem Albtraum-Start haben die Profis des HSV nun ausreichend Zeit, sich auf die erste Auswärts-Hürde vorzubereiten. Am Sonntag kommender Woche treten die Hamburger beim SV Sandhausen an. Und das wird sicher nicht leichter.