HSV-Gerücht: Wie Heidenheims Relegationsheld Scienza die Zukunft plant

Leonardo Scienza jubelt
Leonardo Scienza (l.) hielt den 1. FC Heidenheim mit seinem Tor gegen Elversberg in der Bundesliga.

Leonardo Scienza verriet nach seinem Last-Minute-Tor, das den 1. FC Heidenheim in der Bundesliga hielt, einen seiner größten Träume. „Ich denke, es ist ein weiter Weg. Aber jeder darf träumen, warum nicht“, sagte der 26-Jährige im Anschluss an das 2:1 gegen die SV Elversberg im Relegationsrückspiel. Und damit meinte Scienza: eine mögliche Nominierung für die brasilianische Nationalelf. Ob der neue Seleção-Coach Carlo Ancelotti den Offensivmann auf der Liste hat, ist offen. Klar ist aber, dass der FCH-Held Interesse vieler Klubs geweckt hat.

Laut dem Portal „Fußballeuropa“ soll schon beim Relegationshinspiel (2:2) ein HSV-Scout auf der Tribüne gesessen haben, um Scienza zu beobachten. Dieser Bericht ist nicht bestätigt, hat aber Spekulationen befeuert, wonach die Hamburger den brasilianisch-luxemburgischen Profi auf ihrem Transferzettel haben. Nach MOPO-Informationen würde der HSV – wie jeder andere Bundesligist auch – eine interessante Adresse für Scienza darstellen. Zumindest in der Theorie. Denn Gespräche zwischen Spielerseite und HSV-Bossen sollen bisher nicht stattgefunden haben.

Bundesligisten wie HSV interessante Adresse für Scienza

Sollten die Hamburger wirklich interessiert sein, was ebenfalls unbestätigt ist, dann wären sie nicht der einzige Klub. Scienzas jüngste Auftritte sind vielerorts registriert worden, an Interessenten mangelt es nicht. Klar ist jedoch auch: Für den Linksaußen, der erst im Vorjahr für 600.000 Euro vom SSV Ulm nach Heidenheim gewechselt war, bleibt der FCH der erste Ansprechpartner. Scienzas Vertrag an der Brenz läuft bis 2027. Und für die Perspektive, mit dem Klub weiterhin in der Bundesliga spielen zu können, sorgte er am Montagabend selbst – per Traumtor in der 95. Minute.

Die Saison vor dem Happy Ende verlief aus Scienzas Sicht aber nicht zufriedenstellend. In der Bundesliga stand er nur 13-mal in Heidenheims Startelf, Coach Frank Schmidt machte aus seiner Unzufriedenheit mit dem Vorjahres-Zugang kein Geheimnis. „Leo hatte mit mir keine leichte Saison, weil ich bestimmte Vorstellungen habe“, berichtete Schmidt nach dem Relegationssieg. „Es hat mal gerumpelt zwischendurch.“ Mehr noch: „Es hat auch mal geknallt.“

Leonardo Scienza vor Austausch mit FCH-Verantwortlichen

Scienza gab am Montag zu, sich mehr Spielzeit erhofft zu haben. Deshalb hat er nun Gesprächsbedarf, will wissen, wie der FCH sowie Schmidt mit ihm planen. Sobald Scienza das erlebte Drama verarbeitet und den Nichtabstieg ausreichend gefeiert hat, wird es richtungsweisende Gespräche mit den Klub-Verantwortlichen geben. Diese seien jetzt definitiv notwendig, wie es heißt. Und der Ausgang des Austausches ist in alle Richtungen offen: Verbleib oder Abschied? Einen Wechsel forciert Scienza derzeit (noch) nicht. Sollte sich aber eine Option ergeben, die fernab von Heidenheim liegt und die für alle Seiten passt, würde er sie nach MOPO-Informationen wohl auch ergreifen wollen.

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Noch ist nichts spruchreif, Tendenzen oder gar eine finale Zukunftsentscheidung stehen noch aus. Die wird erst dann fallen, wenn Scienza, dessen Marktwert laut transfermarkt.de bei drei Millionen Euro liegt, in Heidenheim die entsprechenden Signale erhalten hat. Dass der 1,75 Meter große Dribbler das Zeug zum Unterschiedsspieler in der Bundesliga hat, wies er in der Nachspielzeit des Relegationsrückspiels nach, als er nach einem Steckpass noch einen Haken setzte und dann traf. Auch die interessierten Vereine dürften das zur Kenntnis genommen haben. Und unabhängig davon, ob an dem HSV-Gerücht etwas dran sein sollte oder nicht, steht fest: Scienza hat einen Markt.