Victoria Schulz und Larissa Mühlhaus umarmen sich nach HSV gegen Werder

Victoria Schulz und die HSV-Frauen wollen Werder Bremen mit der Ex-Hamburgerin Larissa Mühlhaus diesmal ärgern. Foto: WITTERS

HSV fiebert Werder-Derby entgegen: „Wir haben was wiedergutzumachen!“

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Für viele HSV-Fans ist das Derby gegen Werder Bremen das große Highlight einer Saison. Das ist bei den Frauen nicht anders als bei den Männern. Doch wenn am Samstag (14 Uhr) das Nord-Duell in der Frauen-Bundesliga steigt, kommen bei den HSV-Anhängern auch noch ganz andere Erinnerungen hoch. Denn genau diese Begegnung war es, die die neue Frauenfußball-Euphorie im Volkspark erst so richtig entfacht hat.

Hamburg, 23. März 2025. Vor knapp einem Jahr wurde das Volksparkstadion der Schauplatz eines historischen Ereignisses: 57.000 Fans strömten in die ausverkaufte Arena, um das DFB-Pokal-Halbfinale der HSV-Frauen gegen Werder Bremen live zu verfolgen. Damals ein neuer Rekord im deutschen Frauenfußball. Nie zuvor hatten so viele Zuschauer ein Frauenvereinsspiel im Stadion gesehen.

HSV-Frauen sorgten gegen Werder für Fan-Rekord

„Das war pure Gänsehaut“, erinnert sich HSV-Vorstand Dr. Eric Huwer an jenen Tag. „Mit diesem Derby ging unsere Geschichte überhaupt erst richtig los.“ Es folgten der Bundesliga-Aufstieg im Mai und der dauerhafte Umzug ins Volksparkstadion, wo seither bei jedem Heimspiel im Schnitt mehr als 5000 Anhänger dabei sind. „Mit einer solchen Euphorie haben wir nicht gerechnet“, gesteht der 42-Jährige.


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Dass sich die HSV-Frauen als Zweitligist beachtlich gegen die etablierten Bundesliga-Kickerinnen aus Bremen schlugen und sich erst nach Verlängerung geschlagen geben mussten (1:3), tat sein Übriges. „Die Spielerinnen haben mit der besonderen Dramaturgie des Spiels natürlich dazu beigetragen“, sagt Huwer und lässt sich einen Wink in Richtung des Rekordmeisters FC Bayern nicht nehmen: „Mit diesem Spiel haben wir die Kollegen in München auch ein wenig herausgefordert. Ansonsten hätten wir den neuen Zuschauerrekord am 1. Spieltag in der Allianz Arena nicht gesehen.“

Das Pokalspiel gegen Werder war in vielerlei Hinsicht der Startschuss für die HSV-Euphorie. „Ich bin am Montag nach dem Spiel in unsere Geschäftsstelle gekommen und habe die Kolleginnen und Kollegen gefragt, warum wir nicht jedes Spiel im Volksparkstadion spielen“, berichtet Huwer. Gesagt, getan. Das gilt natürlich auch für diesen Samstag, wenn es abermals gegen Werder geht – wenn auch vor einer etwas kleineren Kulisse als vor einem Jahr. Der HSV kalkuliert mit 10.000 bis 11.000 verkauften Tickets.

Im Hinspiel erzielte Larissa Mühlhaus beide Bremer Tore

Die Vorfreude ist deshalb aber nicht weniger groß. „Wir haben noch etwas wiedergutzumachen“, lacht Huwer und meint damit das letztjährige Ausscheiden im Pokal ebenso wie das Hinspiel, das die Hamburgerinnen im Weserstadion mit 0:2 verloren. Ausgerechnet die beim HSV ausgebildete Larissa Mühlhaus hatte dort beide Treffer für den Nordrivalen erzielt.

Im Hinspiel erzielte Larissa Mühlhaus beide Werder-Tore gegen den HSV per Elfmeter. WITTERS
Larissa Mühlhaus erzielt ein Tor für Werder Bremen gegen den HSV
Im Hinspiel erzielte Larissa Mühlhaus beide Werder-Tore gegen den HSV per Elfmeter.

Auch am Samstag ist der HSV als Tabellenzwölfter natürlich klarer Außenseiter gegen die international ambitionierten Bremer. Das bedeutet allerdings nicht, dass die HSV-Frauen gänzlich chancenlos sind. Dass sie mit solchen Gegnern mithalten können, haben sie erst vergangene Woche beim überraschenden 4:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Werder dagegen wurde vom Winter im Norden zu einer Zwangspause gezwungen. Das Spiel gegen die Bayern am Montag fiel aus.

Entsprechend will HSV-Trainerin Liése Brancão auch gegen Werder eine so „erwachsene Leistung“ wie in Hoffenheim sehen. „Ich bin sehr stolz auf meine Spielerinnen und ihre Leistung gerade“, sagt Brancão. „Es ist schön zu sehen, dass sich das Team für die harte Arbeit belohnt.“ Das soll auch am Samstag im Nordderby der Fall sein. Im besten Fall für einen neuen Euphorie-Schub.

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