Lea Paulick verschätzt sich bei einer Ecke

HSV-Torhüterin Lea Paulick verschätzte sich beim Eckball, der Essen den 1:1-Ausgleichstreffer bescherte. Foto: WITTERS

HSV erfeut sich an seinen Zugängen – nur eine Aktion sorgte für Haareraufen

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Am Samstagvormittag hatten die HSV-Frauen ihre fünfte und sechste Winter-Neuverpflichtung vorgestellt. Eine davon: Camilla Linberg. Sie kam vom norwegischen Erstligisten Kolbotn IL und soll die Hamburger Offensive verstärken. Wie wichtig sie für das Team sein kann, zeigte sich schon beim 2:1 zum Jahresauftakt gegen die SGS Essen am Sonntag im Volksparkstadion. Doch nicht nur sie machte auf sich aufmerksam.

Linberg wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:0 für die gebürtige Hamburgerin Paulina Bartz eingewechselt, die per Leihe aus Leverkusen kam und ebenfalls seit Januar beim HSV spielt. Bartz, die laut der sportlichen Koordinatorin Saskia Breuer „unfassbar viel Talent und ganz viel Spielintelligenz“ mit an die Elbe bringt, ließ zwar ihren „feinen Fuß“ in einigen Situationen glänzen, jedoch nicht ausschlaggebend genug, um dem Hamburger Spiel die richtige Entschlossenheit zu geben. Wohl auch deshalb war nach 45 Minuten Schluss für sie.

Fünf HSV-Neuzugänge wurden gegen Essen eingesetzt

Linberg hingegen sorgte sofort nach ihrer Einwechslung für Wirbel – und prompt gingen die Gastgeber in der 50. Minute durch Sophie Hillebrand mit 1:0 in Führung. „Es war eine intensive Erfahrung für mich“, sagte die 26-jährige Norwegerin nach dem Spiel. Insbesondere die physische Härte im deutschen Fußball sei für sie noch recht ungewohnt gewesen.

Es war die Szene des Spiels: HSV-Neuzugang Camilla Linberg holte durch cleveren Körpereinsatz gegen Vanessa Fürst (r.) den spielentscheidenden Elfmeter heraus. IMAGO / Lobeca
Camilla Linberg fällt im Duell mit Vanessa Fürst
Es war die Szene des Spiels: HSV-Neuzugang Camilla Linberg holte durch cleveren Körpereinsatz gegen Vanessa Fürst (r.) den spielentscheidenden Elfmeter heraus.

Doch Linberg und Bartz waren nicht die einzigen Neulinge, die am 15. Spieltag direkt zu ihrem ersten Einsatz mit der Raute auf der Brust kamen. Auch die neue Defensivstütze Magou Doucouré stand in der ersten Elf und zeigte als Rechtsverteidigerin in zahlreichen guten Aktionen ihr Können. Gloria Slišković machte das neue HSV-Abwehrduo mit ihrer Einwechslung in der 80. Minute schließlich komplett. Sowohl die Französin als auch die Bosnierin standen zuvor beim SSC Neapel in Italien unter Vertrag. Innenverteidigerin Nigar Mirzaliyeva, die von Zenit St. Petersburg kam und am Samstag unmittelbar nach Linberg vorgestellt worden war, stand tags darauf noch nicht im Kader.

HSV-Torhüterin Paulick patzte beim 1:1-Ausgleichstreffer

Hamburgs neue Torhüterin Lea Paulick durfte ebenfalls direkt von Beginn an zwischen den Pfosten stehen. In der ersten Hälfte des Spiels wurde die Neuverpflichtung aus Frankfurt jedoch kaum ernsthaft geprüft. Das änderte sich in der 67. Minute, als Essen nach einem Eckball den Ausgleichstreffer durch Paulina Platner erzielte.

Paulick wollte den Ball in der Luft vor der Essenerin klären, boxte aber lediglich in ein Luftloch. „Da haben wir ein bisschen gepennt auf der Torwart-Position“, stellte auch Breuer unzufrieden fest. Eine unglückliche Aktion der 26-jährigen Torfrau, die jedoch den Rest der Partie souverän den Hamburger Kasten sauber hielt. „Das passiert, und da lernen wir wieder draus“, hakte Breuer schließlich die Szene wohlwollend ab.

Camilla Linberg: „Es war zu 100 Prozent ein Elfmeter“

Am Ende der Partie lag der Fokus dann noch einmal auf Linberg, die in der Nachspielzeit einen Elfmeter für die Rothosen herausholte. Es war eine durchaus strittige Entscheidung, die auch schon mal als ein normaler Körpereinsatz gewertet wurde. „Heute war das Glück auf unserer Seite und das nehmen wir gerne an“, resümierte Trainerin Liése Brancão. Linberg selbst empfand die Elfmeter-Szene als eindeutig. „Ich war zuerst am Ball, es war zu 100 Prozent ein Elfmeter“, verdeutlichte sie.

Lea Paulick, Gloria Slišković und Magou Doucouré (v.l.) feierten gegen Essen ihr HSV-Debüt – und nach dem 2:1 vor den Fans. WITTERS
Lea Paulick, Gloria Slišković und Magou Doucouré feiern vor den HSV-Fans
Lea Paulick, Gloria Slišković und Magou Doucouré (v.l.) feierten gegen Essen ihr HSV-Debüt – und nach dem 2:1 vor den Fans.

Insgesamt zeigte sich Brancão mit den Leistungen ihrer neuen Schützlinge zufrieden: „Sie haben schon Erfahrung gezeigt, das hat uns gut getan.“ Jedoch fügte sie hinzu, dass alle neuen Spielerinnen noch Zeit bräuchten, um sich in der Bundesliga und im Hamburger Spiel zurechtzufinden. „Wir haben ein unfassbar tolles Team, was es neuen Spielerinnen sehr einfach macht, sich zu integrieren“, erklärte Breuer, die davon überzeugt ist, dass die Mannschaft in den nächsten Wochen noch mehr zusammenwachsen werde.

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Wenn die Entwicklung aller Neuzugänge so einen positiven Faktor ins Hamburger Spiel bringt, wie die von Camilla Linberg, werden die Hamburgerinnen sicher noch weitere Heimsiege in der laufenden Spielzeit einfahren. Der Sieg gegen den direkten Tabellennachbarn aus Essen macht Hoffnung.

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