HSV-Bosse gefordert: So schwierig ist der Winter-Transfermarkt
Am kommenden Freitag beginnt für die HSV-Profis im Volkspark die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Acht Tage später, am 10. Januar, steht in Freiburg das erste Pflichtspiel im Jahr 2026 auf dem Programm. Im besten Fall gibt es dann auch schon das erste neue Gesicht im Kader. Die HSV-Bosse wollen die Offensive verstärken. Leicht wird das nicht – das zeigt ein Blick in die Wintertransfer-Bilanz der Hamburger.
Was haben Adedire Mebude, Masaya Okugawa, Javi Montero oder Giorgi Chakvetadze gemeinsam? Es sind alles Spieler, die der HSV in den vergangenen Jahren im Winter als Soforthilfe in den Volkspark holte. Erfüllt wurden die Erwartungen jedoch meist nicht. Vielmehr sind sie Beispiele dafür, wie schwierig und unberechenbar der Transfermarkt – gerade im Winter – sein kann.
Die meisten Winterzugänge sind Leihspieler
Insgesamt 17 Winter-Zugänge gab es beim HSV in den zurückliegenden zehn Spielzeiten. In den meisten Fällen (elf) waren es Leihgeschäfte. Investitionen in die Zukunft, wie im vergangenen Winter mit den Transfers von Alexander Røssing-Lelesiit und Aboubaka Soumahoro, blieben die Ausnahme. In der nun anstehenden Wechselperiode wird vor allem wieder mit Leih-Deals gerechnet. Zu hoch sollten die Erwartungen dabei nicht sein. Die MOPO blickt auf einige Fälle und Wintertransferbewegungen beim HSV zurück.

Im vergangenen Winter lieh sich der HSV mit Adedire Mebude eine Offensivverstärkung vom belgischen Erstligisten KVC Westerlo. Der Schotte kam für die Hamburger nur auf vier Einsätze (kein Tor, keine Vorlage), bei sieben Spielen schaffte er es nicht einmal in den Kader. Aktuell spielt der 21-Jährige wieder für Westerlo, kommt halbwegs regelmäßig zum Einsatz, ohne allerdings große Akzente zu setzen.
Okugawa kam aus der Bundesliga und war nur ein Joker
Ähnlich verlief es ein Jahr zuvor mit Masaya Okugawa. Der Japaner kam als Leihspieler vom Bundesligisten FC Augsburg nach Hamburg, blieb bei acht Joker-Einsätzen aber ohne Torbeteiligung. Nach der Saison ging es zurück nach Augsburg, Anfang 2025 wechselte der Offensivspieler zum japanischen Erstligisten Kyoto Sanga. Dort läuft es für den 29-Jährigen wieder besser: In 29 Liga-Spielen erzielte Okugawa immerhin sieben Tore.
Gleich drei Winterzugänge gab es beim HSV in der Saison 2022/23. András Németh kam für 750.000 Euro aus Genk. Javi Montero und Noah Katterbach wurden jeweils ausgeliehen. Katterbach konnte kurzfristig helfen, wurde ein Jahr später fest verpflichtet, spielt in der Bundesliga inzwischen aber keine Rolle mehr. Németh erzielte bei seinen ersten drei HSV-Einsätzen zwei Tore – danach kam nicht mehr viel. Der Stürmer wurde in diesem Sommer an den ungarischen Erstligisten Puskás Akadémia FC verkauft, saß dort zuletzt allerdings öfter auf der Bank, als dass er auf dem Platz stand.
Montero konnte Vuskovic beim HSV nicht ersetzen
Montero, der damals per Leihe von Beşiktaş Istanbul in den Volkspark wechselte, sollte beim HSV eigentlich den wegen Doping gesperrten Mario Vuskovic ersetzen. Der Spanier flog bei vier Liga-Einsätzen zweimal vorzeitig vom Platz. Seit diesem Sommer spielt er für den spanischen Zweitligisten FC Málaga.

Bleibt noch Giorgi Chakvetadze in der Liste der HSV-Winterzugänge der vergangenen Jahre. Der Georgier kam im Januar 2022 vom belgischen Erstligisten KAA Gent nach Hamburg und war – im Gegensatz zu vielen seiner Nachfolger – kein kompletter Fehlgriff. In zehn Liga-Spielen für den HSV erzielte er immerhin einen Treffer. Für eine feste Verpflichtung reichte es zwar nicht, seinen Weg ging der Offensivspieler aber trotzdem weiter: Seit Sommer 2023 ist er Stammspieler beim englischen Zweitligisten FC Watford.
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Einen echten Volltreffer landete der HSV bei der Suche nach Soforthilfen in den vergangenen Winterwechselperioden nicht. Um solche Transfers zu finden, muss ein paar Jahre weiter zurückgeblickt werden. Joel Pohjanpalo (2020), Kyriakos Papadopoulos (2017) oder Marcelo Díaz (2015) sind positive Beispiele – sie zeigen, dass auch auf dem Wintermarkt grundsätzlich etwas möglich ist. Es wäre mal wieder an der Zeit für eine solche Erfolgsgeschichte.
Vielleicht hilft dem HSV dabei am Ende auch die WM im kommenden Sommer. Einige Spieler, deren Kaderplatz im Nationalteam noch nicht sicher ist, könnten im Winter mit der Hoffnung auf mehr Spielzeit Wechselgedanken entwickeln.
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