HSV-Abschied? Was bei Dompé schon feststeht

Jean-Luc Dompé guckt auf dem Trainingsplatz ernst
Jean-Luc Dompé hat eine komplizierte HSV-Saison hinter sich.

Zehn Wochen ist er her, der letzte Glanzmoment von Jean-Luc Dompé im HSV-Trikot. In Wolfsburg hatte er am 7. März per Elfmeter das 2:1-Siegtor erzielt. Er war in der Volkswagen Arena der Matchwinner – bei seinem bislang letzten Startelfeinsatz. Nur zweimal stand Dompé danach noch auf dem Feld, ehe ihn erst eine Fußblessur und anschließend ein Infekt ausbremsten. Hinter dem Franzosen liegt eine schwierige Saison. Eine, die seinen Ansprüchen nicht gerecht wird. Eine, in der er seinen Ansprüchen nicht gerecht wurde. Und eine, die zu Konsequenzen im Sommer führt?

Wenn er von Fans auf seine HSV-Zukunft angeschrieben wird, antwortet Dompé in den sozialen Medien meist kurz und knapp. Kürzlich startete der 30-Jährige auf Snapchat eine Fragerunde und verwies bei einer entsprechenden Nachricht eines Anhängers auf seinen noch bis Sommer 2027 gültigen Vertrag. Daran gibt es nichts auszusetzen. Dennoch ist die Situation um Dompé kompliziert – genauso wie die Spielzeit, auf die er zurückblickt.

HSV-Profi Dompé nicht glücklich mit seiner Einsatzzeit

Vor dem abschließenden Auftritt in Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) stand der Flügelspieler nur zwölfmal in der Bundesliga-Startelf. Dompé ist nicht zufrieden mit seiner Einsatzzeit, was er sich in Teilen jedoch selbst zuzuschreiben hat. Nach hartnäckigen Achillessehnenproblemen am Ende des vergangenen Jahres wurde er Ende Januar aufgrund einer Alkoholfahrt suspendiert und verpasste zwei Partien. Den Status als Stammspieler, den er in der Hinrunde noch hatte, konnte sich Dompé daraufhin nicht zurückerobern.

Jean-Luc Dompé und seine HSV-Kollegen feiern den 2:1-Treffer in Wolfsburg
Jean-Luc Dompé (r.) und seine HSV-Kollegen feiern den 2:1-Treffer in Wolfsburg.

Seit Februar stand er nur bei besagtem Sieg in Wolfsburg in der HSV-Startelf. Es folgten Kurzeinsätze gegen Köln (1:1) und in Dortmund (2:3) – und danach keine einzige Spielminute mehr. In Frankfurt (2:1) war er vor zwei Wochen trotz noch vorhandener Fitnessdefizite erstmals wieder Teil des Kaders, um eventuell als Joker den Unterschied ausmachen zu können. Er wurde aber nicht eingewechselt. Seine Teamkollegen machten den Klassenerhalt ohne ihn klar.

Wegen „Wehwehchen“ nicht im Kader gegen Freiburg

Beim Heimspiel-Abschluss gegen Freiburg am vergangenen Sonntag (3:2) fehlte Dompé dann wieder im Aufgebot. Hinterher erklärte Merlin Polzin: „Jean-Luc hat die Wehwehchen, die er in der Saison hatte, nicht voll auskuriert, und sah sich nicht bei 100 Prozent, um der Mannschaft zu helfen.“ Der Trainer musste angesichts des feststehenden Ligaverbleibs bei Dompé kein Risiko eingehen. Zudem wollte er zwei Kaderplätze für die Debütanten Louis Lemke und Shafiq Nandja freihalten. Dompé verfolgte die Partie von der Tribüne, grinste dort und witzelte mit seinen ebenfalls angeschlagenen beziehungsweise verletzten Mitspielern William Mikelbrencis und Alexander Røssing-Lelesiit.

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Wie es momentan in ihm aussieht, darüber kann nur spekuliert werden. In Leverkusen könnte er sein Comeback nach fast zwei Monaten feiern – wird es zugleich sein Abschiedsspiel für den HSV sein? Nach MOPO-Informationen forcieren die HSV-Bosse derzeit keinen Abgang des langjährigen Fanlieblings. Was nicht passieren wird, ist, dass die Verantwortlichen um Claus Costa demnächst selbst auf Dompé zugehen werden, um ihm einen Wechsel im Sommer nahezulegen. Das gilt trotz seines erneuten Fehlverhaltens vor wenigen Monaten, das ihm eine Rekord-Geldstrafe von 100.000 Euro einbrachte und ein schlechtes Bild auf den Verein warf.

Wechsel? HSV-Bosse bei Dompé gesprächsbereit

Im Volkspark hat man zugleich nicht vergessen, dass der Linksaußen in der Hinrunde achtmal in Folge in der Anfangsformation stand und immerhin zwei Tore schoss. Dompés sportliche Qualitäten bleiben unbestritten, auch wenn er sich in der Bundesliga zuweilen schwertat und nicht den Einfluss hatte wie noch in der Aufstiegssaison, als er allein 14 Treffer vorbereitete. Die Zeiten, in denen er beim HSV immerzu gesetzt ist, sind vorbei. Das gefällt Dompé wenig überraschend nicht. Angedacht ist, dass es nach dem Saisonende zu einem Austausch über seine Zukunft kommen wird.

„Natürlich werden wir in den nächsten Wochen mit ihm und seinem Berater sprechen, wie die Vorstellungen sind“, sagte Costa dem „Abendblatt“ und ordnete ein: „Dass die Rückrunde für ihn aus verschiedenen Gründen nicht zufriedenstellend lief, ist kein Geheimnis. Er ist aber ein verdienter Spieler.“ Auch deshalb wird sich der HSV wohl nicht querstellen, sollten Dompé und sein Agent einen klaren Transfer-Wunsch äußern. Der Verein möchte den Spieler aber nicht von sich aus loswerden, zumindest nicht nach jetzigem Stand.

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Die Bosse haben zunächst andere Kader-Baustellen zu bearbeiten und sehen bei Dompé keinen Zeitdruck – auch wenn es eine Ausstiegsklausel in dessen noch ein Jahr gültigem Vertrag geben soll. Die Details dieser Exit-Option sind unbekannt. Das gilt auch für mögliche Interessenten. Sicher ist: Dompé sieht sich als Erstligaspieler. Der HSV tritt auch in der neuen Saison im Oberhaus an. Womöglich jedoch ohne seine jetzige Nummer 7.