„Hilft nicht“: HSV-Engpass verschärft sich – Polzin spricht über Grønbæk
Erstmals seit mehr als acht Jahren kommt an diesem Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wieder der FC Bayern München zu einem Bundesliga-Spiel ins Volksparkstadion. Und als wäre die Aufgabe für den HSV nicht ohnehin gewaltig, kommen nun auch noch große personelle Probleme dazu: Gerade in der Offensive gibt es in der Mannschaft von Trainer Merlin Polzin so viele Ausfälle wie noch nie in dieser Saison. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass vor dem Spiel mit dem Dänen Albert Grønbæk der nächste Winterzugang präsentiert werden soll.
Jean-Luc Dompé hat sich mit seiner Alkoholfahrt und der anschließenden HSV-Suspendierung erst mal selbst aus dem Spiel genommen. „Das hilft uns gerade auch mit Blick auf die sportliche Situation nicht“, sagt Polzin, der den Franzosen gegen die Bayern sehr gut hätte gebrauchen können. Denn in der Offensive gehen dem HSV langsam die Spieler aus.
Baldé, Downs und Sahiti fallen beim HSV aus – und Glatzel?
Neben Dompé fehlen gegen den Rekordmeister auch die Offensivspieler Yussuf Poulsen und Alexander Røssing-Lelesiit (beide verletzt) sowie Fabio Baldé und Damion Downs (beide angeschlagen). Gleiches gilt für Emir Sahiti, der vor einem Winterwechsel steht. Auch Robert Glatzel (zuletzt krank) ist höchstens eingeschränkt einsatzfähig.

„Ich weiß nicht, ob es das in dieser Vielzahl in dieser Saison schon mal gab“, sagt Polzin, der wegen der angespannten Personalsituation allerdings nicht jammern will. „Es geht nicht darum, was alles fehlt, sondern darum, gute Lösungen zu finden. Das wollen wir machen. Mir ist nicht bange. Wir spielen im Volkspark. Hier sind schon Dinge passiert, die woanders vielleicht nicht möglich sind.“
HSV-Trainer Polzin muss bei der Startelf kreativ sein
Die Frage lautet: Wie sollen die Lösungen gegen die Bayern in der Offensive aussehen? Vor allem auf der linken Außenbahn klafft durch die Ausfälle von Dompé, Røssing-Lelesiit und Baldé eine große Lücke. Rayan Philippe wäre eine Alternative – überzeugt hat der Franzose zuletzt allerdings nicht. Auch Bakery Jatta kommt infrage, ist zurzeit aber eigentlich auf der rechten Seite gesetzt. Eine weitere Möglichkeit: Ein Außenverteidiger wie William Mikelbrencis rückt nach vorne. Gegen die Bayern wird ohnehin deutlich mehr Defensivarbeit nötig sein.
Zumindest ein Platz im Kader könnte am Samstag auch für Albert Grønbæk drin sein. Der dänische Offensivspieler absolvierte am Donnerstag seinen Medizincheck im Volkspark, spätestens am Freitag soll er beim HSV unterschreiben.
Grønbæk wird der nächste Winterzugang beim HSV
Polzin zeigte sich auf Nachfrage zuversichtlich, dass der Deal gelingen wird: „Es ist kein Geheimnis, dass er in Hamburg gesehen wurde. Ich bin optimistisch, dass wir mit dem angesprochenen Spieler eine gute Einigung hinbekommen, um die Offensive variabel besetzen zu können.“ Die Hamburgern leihen Grønbæk zunächst bis zum Sommer vom französischen Erstligisten Stade Rennais aus – im Anschluss soll es eine Kaufoption geben.
Der 24-Jährige kann grundsätzlich auf jeder Offensivposition spielen. Als Soforthilfe taugt er aber nur bedingt: In dieser Saison war er bislang an den Serie-A-Klub CFC Genua ausgeliehen, kam in der Liga allerdings nur auf vier Einsätze. Der letzte davon war Mitte Dezember, danach setzte ihn eine Muskelverletzung außer Gefecht. Entsprechend dürfte er auch in Hamburg erst mal etwas Zeit brauchen. „Ich freue mich darauf, ihn intensiver kennenzulernen, wenn alles glattläuft“, sagte Polzin am Donnerstagnachmittag über Grønbæk. „Und dann gucken wir mal, wie morgen das Training aussehen sollte. Aber bevor nicht alles fix ist, sollten wir uns zurückhalten.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Keiner ist größer als der Verein“: Polzin verurteilt Dompés Alkohol-Fahrt
Dafür verkündete der 35-Jährige eine andere schöne Nachricht: Verteidiger Warmed Omari wird gegen die Bayern erstmals seit seiner schweren Sprunggelenksverletzung wieder im Aufgebot stehen und zunächst auf der Bank sitzen – womöglich sogar an der Seite von Grønbæk. Neben dem achtmaligen dänischen A-Nationalspieler könnte der HSV in den verbleibenden Tagen des Transferfensters noch eine weitere Offensivkraft verpflichten. „Wir sind in diesem Bereich sehr wachsam und führen viele Gespräche. Das ist völlig logisch – und es wäre ja falsch, wenn wir das nicht täten“, sagte Polzin. „Ich freue mich, dass wir noch ein paar Tage Zeit haben.“ Nämlich bis Montagabend.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.