Harter Poulsen-Rückschlag beim HSV – wie es bei Vieira, Capaldo und Jatta aussieht
Die Woche vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstagabend (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wurde beim HSV von mehreren personellen Fragezeichen begleitet. Schon am Dienstag äußerte Merlin Polzin seine Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr von Nicolás Capaldo, aus der jedoch nichts werden dürfte. Am Mittwoch gab es Sorgen um Yussuf Poulsen und Fábio Vieira. Am Donnerstagvormittag erschien ein anderer Profi erstmals wieder auf dem Platz. Und am Nachmittag verkündete Polzin einen harten Poulsen-Rückschlag.
Der Kapitän wird aufgrund einer muskulären Blessur am rechten hinteren Oberschenkel „ein paar Wochen“ lang ausfallen, wie der Coach auf der Pressekonferenz bestätigte. Poulsen hatte sich am Mittwoch bei einem langen Schritt verletzt und fehlt dem HSV zum wiederholten Male in dieser Saison. Ein MRT lieferte die Diagnose, die Polzin im Detail zunächst aber selbst noch nicht kannte.
„Wir werden noch mal eine Kontrolluntersuchung machen und schauen, wie lange es genau dauert“, erklärte Polzin und wirkte frustriert: „Es ist klar, dass nicht nur Yussi sehr bescheiden drauf ist, sondern alle, die es mit uns halten.“ Wie sich im Nachhinein herausstellte, handelt es sich um einen großen Muskelfaserriss. Damit wird Poulsen mindestens bis in den April hinein ausfallen.
HSV-Kapitän Poulsen fällt aus – Vieira-Ausfall droht nicht
Positiver Natur ist der Stand der Dinge bei Vieira und Bakery Jatta. Letzterer drehte am Donnerstag erstmals seit seiner gegen Leverkusen (0:1) erlittenen Oberschenkelverletzung wieder lockere Runden über das grüne Geläuf. Jatta trug dabei Laufschuhe, bis zu seiner Rückkehr wird es noch dauern. Der HSV hatte eine Zwangspause über „einige Wochen“ kommuniziert, in der Endphase der Saison wird Polzin voraussichtlich aber wieder auf den Gambier zurückgreifen können.

Bei Vieira droht laut dem Trainer kein Ausfall. Hatte sich der Portugiese in der vergangenen Woche noch einen Infekt eingefangen, gab es am Mittwoch neue Fragen um seinen Gesundheitszustand. Denn da hatte er den Trainingsplatz per Golfkart verlassen – das aber ganz am Ende der Einheit. Eine Verletzung liegt nicht vor. Vieira kam mit seinen Kollegen am Donnerstagvormittag aus den Katakomben und absolvierte den Großteil des Mannschaftstrainings. Seinem Einsatz gegen die Kölner steht nichts im Weg, auch wenn Polzin ihn etwas früher in die Kabine schickte.
HSV-Leader Nicolás Capaldo läuft individuell mit Jatta
Der erste Stellvertreter von Kapitän Poulsen dürfte gegen den FC hingegen nicht dabei sein: Capaldo bestritt am Donnerstag erst einige Läufe mit Jatta, ehe individuelle Koordinationsübungen folgten. Fußballschuhe trug der Argentinier, der gegen Leipzig (1:2) eine Bauchmuskelverletung erlitten hatte, dabei nicht. Der von Polzin am Dienstag geäußerten Wunsch, dass es bei Capaldo mit Blick aufs Spiel am Samstag eine „Punktlandung“ werden könne, erfüllt sich vermutlich nicht. „Wir müssten ein gewisses Risiko eingehen, damit er am Wochenende zur Verfügung steht“, sagte Polzin nun. „Das wollen wir nicht ausschließen und versuchen, noch einmal zu pushen. Aber ob es am Ende klappt, kann ich noch nicht sagen.“ Die Tendenz geht dahin, dass die Zeit für Capaldo nicht reicht.
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Die Voraussetzung dafür, dass es der 27-Jährige doch kurzfristig in den Kader schafft, ist dessen Gefühl, „dass er spielen kann“, sagte Polzin. „Ich weiß, dass Capi extrem auf die Zähne beißt. Er weiß, welche Bedeutung das Spiel gegen Köln hat. Wir werden alles in unserer Macht stehende versuchen.“ Am wichtigsten sei jedoch, einen erneuten Rückschlag zu verhindern. Das Abschlusstraining am Freitag wird Polzin finale Gewissheit bringen. Wobei er darauf schielt, dass die Flutlicht-Atmosphäre „mit fast 60.000 HSVern“ am Samstagabend dafür sorgt, „dass Capi den einen oder anderen Punkt mehr übergeht“. Polzin betonte: „Darauf hoffe ich!“ Falls es nicht klappt, wird Capaldo erst nächste Woche Samstag (21. März, 18.30 Uhr) in Dortmund zurückkehren. Poulsen wird dann definitiv fehlen.
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