Harte Zeiten für sechs HSV-Profis! Wer jetzt den Volkspark verlassen könnte

HSV-Defensivmann William Mikelbrencis zählt zu den Profis, die den Verein in diesem Sommer noch verlassen könnten.
HSV-Defensivmann William Mikelbrencis zählt zu den Profis, die den Verein in diesem Sommer noch verlassen könnten.

Die ersten Würfel sind gefallen und so mancher HSV-Profi dürfte das Spielchen mit grimmiger Miene zur Kenntnis genommen haben. Beim 2:1 in Köln offenbarte Trainer Steffen Baumgart, welche Profis des Kaders zurzeit die Nase vorn haben. Zudem erhält er mit dem Schweizer Silvan Hefti ab sofort eine weitere Alternative. Wie aber gehen diejenigen Profis des Kaders damit um, die künftig schlechte Karten haben? Für ein halbes Dutzend Spieler wird es mächtig eng beim HSV. Folgt nun in den kommenden Wochen die große Flucht?

Insbesondere Heftis Zugang hat die Situation nochmals verschärft, denn der Rechtsverteidiger stellt sich gleich mehreren Profis in den Weg. Der 26-Jährige, dessen Transfer vom CFC Genua sich der HSV knapp 1,3 Millionen Euro hat kosten lassen, ist als klare Stammkraft eingeplant.

Wie reagieren die Konkurrenten? William Mikelbrencis (20) galt für den 2:1-Auftaktsieg in Köln zwar als Startelf-Kandidat, landete dann aber doch auf der Bank und wurde erst in der Nachspielzeit eingewechselt. Der HSV hofft auf Interessenten und würde eine Verleihe des französischen U20-Nationalspielers bevorzugen. Auch Mikelbrencis wappnete sich bereits, wechselte vor wenigen Wochen zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit seine Beratungsagentur, weil er sich mehr Interessenten erhofft.

Heyer besitzt beim HSV noch einen Vertrag bis Sommer 2026

Auch in Sachen Moritz Heyer (29) ist der HSV gesprächsbereit. Der Defensiv-Allrounder, der auch rechts spielen kann, kam in Köln nach 83 Minuten ins Spiel. Da facto hat Heyer auf jeder Position, die für ihn in Frage kommt (Außenverteidiger, Abwehrmitte, zentrales Mittelfeld) sehr starke Konkurrenz vor sich. Dauer-Joker mit einem starken HSV-Vertrag (bis 2026) oder doch lieber eine Stammplatz-Chance woanders – Heyer hat die Wahl, bislang aber noch keine Wechselabsicht durchblicken lassen. Seine Hoffnung: Am Ende könnte er als Allzweckwaffe beim HSV doch immer wieder irgendwo gebraucht werden und so auf seine Einsätze kommen.

Übrigens: Am härtesten erwischte es zum Liga-Start hinten rechts Nicolas Oliveira (20). Der galt in der Vorbereitung noch als Startelf-Kandidat, schaffte es aber nicht mal in den Kader. Nach MOPO-Informationen spielt eine Verleihe des Talents in den Gedanken der Bosse aber keine Rolle. Tendenz: Oliveira wird es schwer haben, soll sich aber beim HSV durchbeißen. Spielpraxis kann er zudem in der U21 sammeln.

Auf HSV-Stürmer Németh dürften schwere Zeiten warten

Als klares Signal dürfte András Németh den Liga-Auftakt verstanden haben. Hamburgs glückloser Ungar, der seit 39 Pflichtspielen torlos ist und zuletzt im Februar 2023 traf, stand ebenfalls nicht im Aufgebot – obwohl Top-Knipser Robert Glatzel verletzt fehlte. Zugang Davie Selke steht im HSV-Ranking klar vor Németh. Der 21-Jährige dürfte zu den Spielern gehören, die ihre Berater bitten, sich bis Ende August verstärkt auf dem Markt umzusehen. Der HSV wäre gesprächsbereit.

Chancenlos im Abwehrverbund ist Jonas David. Dessen ist sich der 24-Jährige bewusst, konkrete Anfragen für ihn gibt es aber noch nicht. Passt alles, würde David den HSV noch in diesem Sommer verlassen. Einen Markt hat er definitiv in zweiten und dritten Liga, dazu in den Niederlanden.

HSV-Profi Levin Öztunali in Köln am Ball
Levin Öztunali kam in Köln als Joker ins Spiel.

Denkt auch Öztunali in Kürze über einen Wechsel nach?

Gern abgeben würde der HSV Levin Öztunali (28), den er mit seinem 25-minütigen Jokereinsatz in Köln ins Schaufenster stellte. Allein: Der Seeler-Enkel agierte auch diesmal unauffällig bis unglücklich. Einen Abnehmer zu finden, wird nicht leicht, zumal Öztunali über einen sehr gut dotierten HSV-Vertrag verfügt. Tendenz: Die Bosse müssten ihm wohl einen Teil seines Gehalts mitgeben, wenn ein Wechsel überhaupt in Frage kommen soll. Noch aber mangelt es an Interessenten.

Mikelbrencis, Heyer, Németh, David, Öztunali – sie alle haben beim HSV künftig einen schweren Stand. Dazu gesellt sich der ohnehin aussortierte Keeper Marko Johansson. Da hofft der Verein (nach Gastspielen in Bochum, Halmstad und Rostock) erneut einen Leih-Klub zu finden.

Kein Spieler des HSV-Kaders ist unverkäuflich

Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass sich der HSV noch von Spielern trennen wird, die er grundsätzlich fest eingeplant hat. Einen Profi der Marke „unverkäuflich“ gibt es im Volkspark nicht, die Entscheidungsträger wären – wenngleich es nicht ihre Absicht ist – auch bezogen auf ihre Top-Spieler bei entsprechend hohen Millionen-Angeboten gesprächsbereit. So ist beispielsweise die Zukunft von Ludovit Reis, der gerade seine Beratungsagentur wechselte und seine HSV-Zukunft zuletzt offenließ, wohl erst abschließend geklärt, wenn das Transferfenster des Sommers schließt.

Das geschieht am 30. August. Bis dahin wird auch der HSV weiter auf Verstärkungen lauern, wie Sportvorstand Stefan Kuntz zuletzt erklärte. Vor allem aber hofft der Verein, die Türen im Volkspark demnächst auch nach außen öffnen zu können und den einen oder anderen Profi zu verabschieden.