Polizisten eilten wenige Minuten nach dem Spiel in Bremen in den HSV-Fanblock.

Finstere Minuten: Nachdem HSV-Fans Pyrotechnik in Richtung der Bremer Fans warfen, schritt die Polizei ein. Foto: imago/Nordphoto

Es lag wohl nicht am Pyro-Exzess: Darum stürmte die Polizei in den HSV-Block

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Als der Schlusspfiff ertönte, war das Derby noch lange nicht vorbei. Und was dann passierte, war genauso unschön wie überflüssig: Erst flogen Raketen aus dem HSV-Fanblock in Richtung Werder-Anhang, dann kam es im Hamburger Block zu massiven Schlägereien mit der Polizei.

Die aufgestaute Wut und der Frust des HSV-Anhangs entluden sich zügig nach dem Spiel. Als der Werder-Sieg feststand, warfen Hamburger Anhänger zunächst kleinere Leuchtfeuer in den mit Bremer Zuschauern gefüllten benachbarten Tribünenblock. Anschließend schossen sie Leuchtraketen mit einer so großen Reichweite ab, dass sie bis zum Werder-Fanblock auf der gegenüberliegenden Stadionseite flogen, wo die Bremer Spieler feierten und entsetzt zurückwichen. „Das ist brutal gefährlich“, erklärte Werder-Abwehrmann Amos Pieper: „Krasse Geschosse! Dass die über den ganzen Platz fliegen können, damit haben wir nicht gerechnet.“

HSV-Trainer Polzin verurteilte das Verhalten der Fans

Auch die Trainer der beiden Vereine verurteilten das Vorgehen der HSV‑Fans. „Ich habe es nicht gesehen, wir waren schon in der Kabine“, sagte HSV-Coach Merlin Polzin zwar, gab aber zu bedenken: „Das Derby steht für Emotionen. Aber es sollte immer darum gehen, dass das alles fair und vor allem verletzungsfrei abläuft. Wenn das scheinbar nicht gegeben war, wollen wir das natürlich in keiner Weise unterstützen oder gutheißen.“ Sein Bremer Kollege Daniel Thioune stellte fest: „Irgendwo sind Grenzen. Wenn die überschritten werden, gehört das auf keinen Platz und in keine Kabine.“


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Heftig ging es in den Minuten nach den Pyro-Vergehen im HSV-Block zu. Mit zahlreichen Einsatzkräften marschierte die Polizei in den zu diesem Zeitpunkt nicht mehr voll besetzten Hamburger Fan-Bereich. Dabei kam es zu Schlägereien. Schlimme Bilder, die niemand brauchte. Die Polizei stürmte aber offenbar nicht wegen der gefährlichen Pyro-Aktionen der HSV-Fans in den Block.

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Ein Brand auf einer Toilette im Gästeblock sei der Auslöser für den Einsatz gewesen, teilten die Bremer Beamten dem „Abendblatt“ mit. Daraufhin sei die Feuerwehr in Begleitung von Polizisten in den Block gegangen. Das vorrangige Ziel war es demnach, das Feuer zu löschen. Ein Video, das bei Instagram gepostet wurde, legt nah, dass es durchaus dramatische Szenen waren, die sich im Umlauf des Weserstadions abgespielt haben.

„Es war klar, dass es in der Situation, in der beide Vereine stecken, aufgeheizt sein wird“, sagte Pieper. „Trotzdem sollten gewisse Grenzen nicht überschritten werden.“ Auch diesbezüglich wird das Derby ein Nachspiel haben. Die Polizei bestätigte, dass Beamte von HSV-Fans angegriffen worden seien. Es habe unter den Ordnungskräften allerdings keine Verletzten gegeben. Ob es Verletzte unter den HSV-Anhängern gab, ist aktuell noch nicht bekannt.

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