„Haben mehr davon“: Polzin erklärt Vuskovic-Abreise aus Hamburg
Über fehlende Spielzeit kann sich Luka Vuskovic in dieser Saison nicht beklagen. Seit seinem HSV-Debüt kam er in allen folgenden 19 Bundesligapartien über 90 Minuten zum Einsatz, auch die beiden DFB-Pokal-Partien in Heidenheim (1:0) und gegen Holstein Kiel (3:5 n.E.) absolvierte er über die volle Distanz. Im November spielte er zudem für Kroatiens A-Team gegen Färöer durch, davor und danach führte er die U21 seines Heimatlandes dreimal als Kapitän aufs Feld. Das macht 25 Pflichtspiele in fünfeinhalb Monaten. Eine hohe Belastung. Jetzt erhielt der 18-Jährige eine von Merlin Polzin gewährte Verschnaufpause – und verließ dafür sogar Hamburg.
Nach dem 3:2 gegen Union Berlin, bei dem Vuskovic natürlich von An- bis Abpfiff auf dem Feld stand, ging es für ihn ins Flugzeug. Coach Polzin erlaubte seinem Verteidiger eine kurze Reise nach Kroatien, wegen der er auch das erste Training der Woche am Montagnachmittag verpasste. Hintergrund: Vuskovic sah am Samstag seine fünfte Gelbe Karte und ist am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) in Mainz gesperrt. Da bietet sich ein Päuschen an.
HSV-Profi Luka Vuskovic flog nach dem Sieg nach Kroatien
Das sieht auch Polzin so, weshalb er erklärt: „Bei Luka ist es ja so, dass er jetzt unabhängig davon, dass er bei uns jedes Spiel gemacht hat, in den Länderspielpausen auch permanent mit der Nationalmannschaft unterwegs war, teilweise dann sogar für mehrere Mannschaften gespielt hat, dadurch noch weniger Pause hatte und mir das jetzt einfach wichtig war, dass er sich das verdient hat.“ Also zwei zusätzliche freie Tage samt Ausflug in die Heimat. „Wir haben mehr davon, wenn er vom Kopf her vielleicht noch mal ein, zwei Tage zu Hause ist“, erklärt der HSV-Coach.

Auch die Einheit am Dienstag wird Vuskovic demnach verpassen, ehe er am Abend nach Hamburg zurückkehren und am Mittwoch wieder das Training im Volkspark aufnehmen wird. Auch in Mainz wird der Youngster dabei sein – zwar nicht auf dem Platz, aber als Unterstützer auf der Tribüne. „Er hat darum gebeten, dass er unbedingt dabei sein will“, verrät Polzin. „Das ist auch ein gutes Zeichen wieder.“ Vuskovic‘ Einstellung ist tadellos, er präsentiert sich trotz seines jungen Alters bereits als Vollprofi. Deshalb zieht er auch in seiner Heimatstadt ein Trainingsprogramm durch. „Vielleicht trainiert er sogar nicht alleine“, sagt Polzin und spielt damit wohl auf Lukas älteren Bruder Mario anspielen, der täglich individuell schuftet, um optimal für sein Comeback nach Dopingsperre gewappnet zu sein.
Omari oder Elfadli: Wer vertritt gesperrten Vuskovic in Mainz?
Spielen dürfte Mario erst im November wieder für den HSV, wenn ein Anschlussvertrag greift. Luka dagegen ist schon nächste Woche Sonntag gegen RB Leipzig wieder spielberechtigt. Am Freitag aber muss Polzin seinen stabilsten Abwehrmann im Zentrum der Dreierkette ersetzen. Dabei denkt der 35-Jährige an mehrere Optionen.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Tod im Morgengrauen: Lkw überrollt Radfahrer († 63)
- Was alles teurer wird: Das kostet uns der Iran-Krieg
- Kind stirbt nach OP: Prozess gegen drei Hamburger Ärzte
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: Experte warnt den HSV & St. Pauli plant zweigleisig
- 28 Seiten Plan 7: „Die kleine Meerjungfrau“ am Thalia, das Familienmusical „Anouk“ & Open-Air-Konzerte
„Daniel Elfadli hat da schon gespielt zu Beginn der Saison, ihm ist die Position nicht ganz unbekannt“, sagt Polzin zum einen. Zum anderen: „Wir haben auch mit Warmed (Omari; d. Red.) jemanden, der diese Position spielen kann.“ Den Heimsieg gegen Union hat der Franzose verpasst, für das Gastspiel in Mainz rechnet Polzin aber mit Omaris Rückkehr in den Kader und womöglich sogar die Startelf. Möglich ist auch, dass der gerade erst aus Rennes fest verpflichtete 25-Jährige auf der halblinken Seite beginnt und Jordan Torunarigha den Job von Vuskovic in der Mitte übernimmt. „Wie genau wir es machen, ist noch nicht festgelegt“, sagt Polzin. „Da warten wir jetzt auch das Training ab und werden es dann noch mal testen.“ Vuskovic wird dabei eher die Beobachterrolle einnehmen – ab Mittwoch.
Das könnte Sie auch interessieren: Nach Promillefahrt: So reagierten die HSV-Fans auf die Dompé-Rückkehr
Alexander Røssing-Lelesiit war dagegen bereits am Montag wieder in Hamburg. Der Flügelspieler hatte den ersten Teil seiner Reha nach Syndesmosebandriss in seiner norwegischen Heimat verbracht, jetzt ist er zurück beim HSV, um in den Katakomben die nächsten Schritte in Richtung Comeback zu machen. Der zuletzt angeschlagene Fabio Baldé trainierte zu Beginn der Woche wieder voll auf dem Rasen mit. Der erkrankte Damion Downs fehlte dagegen erneut auf dem Übungsgelände. Wegen seiner Abwesenheit hatte Robert Glatzel gegen Union kurzfristig begonnen.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.