HSV

Gleich sechs HSV-Teenager spielten gegen Wien – wer dabei besonders punkten konnte

Thierry Sedlatschek vom HSV dribbelt im Testspiel gegen Rapid Wien vor dem Tor.
Besonderer Tag: Der erst 17 Jahre alte Thierry Sedlatschek durfte bei der 2:3-Pleite des HSV bei Rapid Wien ran.

Beim 2:3 des HSV im Testspiel bei Rapid Wien durften gleich sechs Teenager ran. Trainer Merlin Polzin lobte seine Talente anschließend. 

Wenn der Hamburger Tross am Sonntagvormittag Wien verlässt und sich auf den Weg zum Trainingslager nach Längenfeld (Ötztal) macht, werden die Augen einiger Youngster wohl noch immer leuchten – denn so eine Talente-Schau gab es beim HSV schon lange nicht mehr. Gleich sechs Teenager ließ Trainer Merlin Polzin zum Testspiel-Auftakt bei Rapid Wien (2:3) ran und dokumentierte damit, wie wichtig dem HSV der eigene Nachwuchs ist.

Auch die etwa 1000 nach Wien mitgereisten HSV-Fans hatten ihre Freude am Schaulaufen der Youngster. Louis Lemke (16), Torhüter Elias Lahti (17), Thierry Sedlatschek (17), Jannes von Diczelski (17), Jason Bissi-Mouelle (18) und Shafiq Nandja (19) – sie alle erhielten gegen Rapid ausreichend Spielzeit. „Diese Testspiele unter Top-Bedingungen sind für die Jungs extrem wichtig“, freute sich Polzin.

Der HSV-Kader für die neue Saison ist noch lange nicht komplett

Dass der HSV aktuell auch deshalb auf so viele Talente setzt, weil der Kader bei weitem noch nicht komplett ist, liegt auf der Hand. Zumindest fünf Neue sollen noch kommen. Dazu befinden sich die WM-Fahrer Sander Tangvik und Miro Muheim sowie U19-Nationalspieler Otto Stange noch im Urlaub. Und doch ist ersichtlich: Es tut sich was im HSV-Nachwuchs. Die Arbeit von Jugend-Boss Loic Favé und seinen Mitstreitern zahlt sich aus.

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Das wurde schon zum Ende der Vorsaison deutlich. Da feierten Lemke (jüngster HSV-Bundesligaspieler aller Zeiten) und Nandja ihr Bundesliga-Debüt. Andere Talente rücken nun nach. „Diese Testspiele sind Momente, in denen die Jungs merken, wo es noch fehlt und wie weit sie schon sind“, sagte Polzin nach dem Wiener Gastspiel. „Aber sie haben sich reingehauen – das ist das A und O.“

HSV-Kapitän Poulsen lobt Youngster Lemke

Kapitän Yussuf Poulsen lobte vor allem Lemkes Auftritt, der von allen Talenten am längsten ran durfte: „Er ist fast 75 Minuten auf der linken Schiene marschiert. Dafür, dass er das zum ersten Mal auf dem Niveau gemacht hat, war es sehr gut.“ Und weiter: „Man sieht jetzt in der Vorbereitung, wer die Jungs sind, die den nächsten Schritt machen können. Sie müssen lernen, wie es ist, auf diesem Niveau zu spielen, wo alles ein bisschen schneller geht. Man sieht von Tag zu Tag im Training, dass sie es immer besser hinbekommen.“

Merlin Polzin, Jean-Luc Dompé und Louis Lemke am Spielfeldrand beim HSV-Test gegen SK Rapid Wien in Wien.
Louis Lemke (r.) machte in Wien erst nach mehr als 70 Minuten Platz für Jean-Luc Dompé.

Eindrücke, die sich im Laufe des Trainingslagers weiter festigen sollen. „Das alles ist erst der Anfang“, stellt Polzin klar. „Louis hat jetzt ein bisschen mehr gespielt als der eine oder andere, das hat er sich verdient. Aber wir werden auch ihn weiter behutsam aufbauen.“

HSV-Leader Remberg will Lemke fördern

Gut für Lemke: Mit Nicolai Remberg hat sich einer der Führungsspieler seiner angenommen und es sich zur Aufgabe gemacht, den 16-Jährigen zu fördern. Das war auch in Wien zu sehen, als der Mittelfeldmann das Talent nach einer starken Aktion euphorisch abfeierte. Auch Lemkes Eigentor zum 2:3 war kein Patzer, sondern Pech – weil er retten wollte, was nicht mehr zu retten war.

Für Lemke und seine Kollegen geht die aufregende Zeit mit den Profis in der kommenden Woche weiter. Mehr noch: Mit Mittelfeldmann Henri Schümann (17) und Linksaußen Kelvin Ojo (19) werden zwei weitere Talente ins Trainingslager eingeflogen. Nächsten Samstag gegen Heidenheim dürfte zumindest ein Teil von ihnen erneut zum Einsatz kommen. Erst nach der anschließenden Rückkehr nach Hamburg wird die Luft für die Youngster dann auch bezüglich der Kader-Chancen deutlich dünner.

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