Glatzel vor HSV-Absprung? Das ist dran an den Wolfsburg-Gerüchten
Es gehört beim HSV zu den spannendsten Kaderfragen des Sommers: Verlässt Robert Glatzel nach fünf Jahren den Volkspark – oder erfüllt er seinen Vertrag bis 2027? Am Sonntag vermeldete der „Kicker“, dass Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg großes Interesse am Torjäger hat und ihn gern in der kommenden Zweitliga-Saison in den eigenen Reihen hätte. Die MOPO kennt die Hintergründe und klärt den Fall auf.
Insgesamt nur 609 Minuten stand Glatzel in der zurückliegenden Saison für den HSV auf dem Platz. So wenig hat der Angreifer zuvor in seiner Karriere noch nie gespielt. Selbst in der Aufstiegssaison der Hamburger, als Glatzel wegen eines Sehnenrisses fünf Monate verletzt aussetzen musste, waren es am Ende ein paar Minuten mehr. Dass der 32-Jährige mit dieser Situation unzufrieden ist, steht außer Frage – und das hatte er in einem MOPO-Interview im März auch deutlich zum Ausdruck gebracht. Beschlossen ist sein HSV-Aus aber noch lange nicht.
Die Familie spielt für Glatzel eine große Rolle
Nach der Saison hat sich Glatzel zunächst in den Urlaub verabschiedet. Die Zeit will er nicht nur zur Erholung nutzen, sondern auch, um zusammen mit seiner Familie die Zukunft zu besprechen. Der familiäre Aspekt spielt dabei eine genauso große Rolle wie der sportliche.
Seine Frau Natasa ist hochschwanger und erwartet in diesem Sommer das dritte gemeinsame Kind. Die Familie fühlt sich in Hamburg extrem wohl und ist hier stark verwurzelt. Dass der Stürmer seine Karriere nun ganz allein an einem anderen Standort weit entfernt von Hamburg fortsetzt, gilt als nahezu ausgeschlossen. Entsprechend ist auch ein Verbleib im Volkspark trotz der zuletzt schwierigen sportlichen Situation denkbar.

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An Interessenten von anderen Klubs mangelt es allerdings nicht. Zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland liegen dem Stürmer nach MOPO-Informationen bereits vor. Dazu gehört auch das Interesse aus Wolfsburg. Richtig heiß ist das Thema aktuell allerdings nicht. Das wäre auch überraschend: Noch haben die „Wölfe“ nicht einmal einen Trainer für die neue Saison. Ex-HSV-Coach Dieter Hecking wurde zuletzt vom Chefcoach zum neuen Sport-Geschäftsführer des VfL umfunktioniert.
Aktuell hat der HSV nur drei Stürmer im Team
Mit einer schnellen Glatzel-Entscheidung ist so oder so nicht zu rechnen. Es ist gut möglich, dass er jetzt auch erst einmal abwartet, wie sich der HSV für die neue Spielzeit im Sturm aufstellen wird. Mit Ransford Königsdörffer (Mainz) und Leihspieler Damian Downs (Southampton) stehen bislang zwei Abgänge im Angriff fest. Neben Glatzel gibt es mit Otto Stange und Yussuf Poulsen zurzeit nur drei Stürmer im Aufgebot der Hamburger.
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Glatzel wird die Entwicklung genau verfolgen und sich nicht vorschnell entscheiden. Druck hat er im Moment nicht. Dafür sorgen sein noch laufender HSV-Vertrag und die zahlreichen Interessenten an anderen Standorten. Am Ende muss alles passen. So weit ist es aber noch lange nicht.