HSV-Sportdirektor Claus Costa steht vor einem Spiel seiner Mannschaft vor der Ersatzbank.

Auf HSV-Sportdirektor Claus Costa wartet ein spannender Frühling. Insbesondere eine Personalie dürfte in Kürze Fahrt aufnehmen. Foto: IMAGO/Eibner

Vertragsgespräche stehen an: Das wird Costas härtester HSV-Poker der Saison

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Am Tag nach dem 2:3 in Dortmund fiel der HSV auseinander – allerdings nicht, weil die Profis sich gegenseitig zerfleischten oder die Schuld in die Schuhe schoben. Vielmehr gab es positive Gründe dafür, warum sich ein Teil des HSV-Kaders in alle Himmelsrichtungen verstreute: Gleich neun Profis befinden sich dieser Tage auf Länderspielreise. Daniel Heuer Fernandes zählt trotz zuletzt zarter Hoffnungen nicht dazu, der Torhüter bereitet sich mit seinen verbliebenen Kollegen in Hamburg auf die entscheidenden Bundesliga-Wochen vor. Und noch eine Entscheidung könnte in Kürze Fahrt aufnehmen: die, ob der Schlussmann seinen Vertrag beim HSV über den Sommer hinaus verlängern wird.

Er nahm die Glückwünsche zur Kenntnis, so richtig freuen wollte sich Heuer Fernandes nach der Pleite beim BVB aber nicht. Mehrfach hatte er die Dortmunder Stars zur Verzweiflung getrieben und ein halbes Dutzend Glanzparaden geliefert. Dreimal aber war er machtlos, darunter waren auch zwei Strafstöße der Borussen.

Heuer Fernandes bessert Position im HSV-Vertragspoker

„Das Lob nehme ich dankend an“, stellte er dann später im Bauch des Signal-Iduna-Parks fest. „Aber es ist natürlich total bitter, dass wir dieses Spiel trotz einer 2:0-Führung noch verloren haben.“ Und dennoch: Heuer Fernandes zählte trotz allem zu den moralischen Siegern des Abends. Denn mit jeder guten Leistung verbessert er seine Position im Vertragspoker mit dem HSV.


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Die Ausgangslage ist klar. Im Sommer endet der Kontrakt des Torhüters, der seit 2019 im Volkspark unter Vertrag steht. Im Falle des Klassenerhalts würde sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Doch sowohl der HSV als auch Heuer Fernandes streben eine Grundsatzentscheidung darüber an, ob die Zusammenarbeit über mehrere Jahre hinweg ausgedehnt werden soll – oder man sich womöglich im Sommer trennt.

HSV-Sportdirektor Costa lobt Torwart Heuer Fernandes

„Ferro hat eine sehr gute Leistung gebracht“, lobte Claus Costa seinen Torhüter in Dortmund. „Darüber freuen wir uns, auch wenn die Leistung nicht mit Punkten belohnt wurde.“ Der Sportdirektor wird allerdings auch wissen, dass spektakuläre Keeper-Darbietungen wie beim BVB die Preise im Vertragspoker nicht mindern werden.

Eine von mehreren Glanzparaden: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes(r.) rettet gegen Dortmunds Felix Nmecha. IMAGO/HMB-Media
HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (r.) klärt in höchster Not gegen Dortmunds Felix Nmecha.
Eine von mehreren Glanzparaden: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (r.) rettet gegen Dortmunds Felix Nmecha.

Wie geht es weiter in der Angelegenheit, die zuletzt ins Stocken geraten war? Geplant ist, dass es in der Länderspielpause einen konkreten Austausch zwischen Costa, Heuer Fernandes und dessen neuem Berater Tobias Sander geben wird. Gut für den HSV: Costa und Sander haben schon seit längerer Zeit einen guten Draht zueinander. Das könnte in der kniffligen Angelegenheit helfen.

Mehrere Vereine erkundigten sich nach Heuer Fernandes

Aber: Heuer Fernandes ist sich seiner guten Ausgangslage bewusst. Nicht nur Vereine aus dem Ausland haben sich bereits bei ihm erkundigt, auch mehrere Bundesliga-Konkurrenten sollen sich Gedanken über ihn machen. Für den Torhüter bietet sich mit seinen 33 Jahren die vielleicht letzte Chance, noch einmal ein größeres neues Kapitel in seiner Karriere aufzuschlagen.

Wer Merlin Polzin nach der Partie in Dortmund zuhörte, kann keinen Zweifel daran haben, welche Lösung der Trainer bevorzugt: „Ferro ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, was seine Qualitäten auf dem Platz angeht, aber auch als Leader.“ Und weiter: „Ich bin extrem froh, ihn bei uns zu haben, weil man auch sieht, dass er nicht nur im Bällehalten extrem wichtig für uns ist, sondern auch immer als Rückpassoption da ist, der das Spiel dann von hinten heraus gestalten kann. Das ist für unsere Entlastung und für unsere Art und Weise, Fußball zu spielen, sehr wichtig.“

Julian Nagelsmann sah von einer Nominierung ab

In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob beide Seiten zusammenkommen und der HSV auch weiterhin auf seinen tief stehenden Spielmacher setzen kann. Gefallen sein dürfte hingegen die Entscheidung bezüglich der WM-Hoffnungen des Hamburgers. Bundestrainer Julian Nagelsmann bevorzugt andere Torhüter, berief neben Oliver Baumann (Hoffenheim) Jonas Urbig (Bayern) und Alexander Nübel (Stuttgart) für die anstehenden Länderspiele.

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Kurios: Auch die WM-Hoffnungen eines anderen HSV-Keepers erhielten einen Dämpfer. Heuer-Fernandes-Ersatz Sander Tangvik, der mit Norwegen zur WM fahren möchte, wurde nicht für die Tests des A-Nationalteams nominiert. Unterwegs sind hingegen Luka Vuskovic (Kroatien), Miro Muheim (Schweiz), Giorgi Gocholeishvili (Georgien), Warmed Omari (Komoren) und Philip Otele (Nigeria). Nachwuchskeeper Hannes Hermann weilt bei der U20 des DFB, Otto Stange bei der U19. Fabio Baldé reiste zu Portugals U20. Damion Downs wurde zur U21 der USA eingeladen.  

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