Gehen die HSV-Profis im Sommer auf Weltreise? Bosse treffen wichtige Entscheidung
Noch planen die HSV-Bosse zweigleisig, doch die Aussichten auf eine weitere Saison in der Bundesliga sind rosig. Neun Spieltage vor dem Saisonende liegt der Aufsteiger sechs Zähler vor dem Relegationsrang und – fast genauso wichtig – vermittelt einen insgesamt sehr stabilen Eindruck. Doch wenngleich noch nicht geklärt ist, in welcher Liga der HSV künftig spielen wird, laufen die Planungen für die Sommerpause bereits auf Hochtouren. Eine wichtige Entscheidung scheint dabei bereits gefallen zu sein.
Nicht wenige HSV-Fans, die ihre Profis zwischen den Spielzeiten in die Trainingslager begleiten, hofften darauf, mit ihrem Verein im kommenden Sommer nach längerer Zeit mal wieder eine Fernreise absolvieren zu können. So, wie zuletzt im November 2022, als der HSV in die USA flog und zehn Tage lang in Kalifornien Station machte. Doch daraus wird vorerst nichts, eine Reise dieser Art ist in diesem Sommer nicht geplant.
Der HSV beschäftigte sich mit Reisen in die USA, nach Südkorea oder Marokko
Dabei überlegten die Entscheidungsträger im Volkspark sehr genau, ob es Sinn machen würde, vor der kommenden Saison außerhalb Europas Station zu machen. Neben den USA galten auch Südkorea oder Marokko als mögliche Ziele. Überlegungen, in die auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit eingebunden wurde. Mittlerweile aber ist klar, dass ein langer und weiter Trip für den HSV nicht in Frage kommen wird.

Der Hauptgrund: Derzeit sehen die HSV-Verantwortlichen außerhalb Europas kein klares Ziel, das dem Verein unter sportlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten einen nachhaltigen Mehrwert einbringen würde. Krass formuliert: Irgendwo hinzufliegen, nur um dort ein paar Tage lang ein paar Trikots mehr zu verkaufen, kommt aus Sicht der HSV-Entscheider nicht in Frage.
Viele dänische Fans kommen zu den Heimspielen des HSV
Stattdessen konzentriert sich der Verein auf einen anderen Kernmarkt. Außerhalb Deutschlands ist aktuell der skandinavische Bereich der weltweit interessanteste für den HSV. Das gilt insbesondere für Dänemark. Mit Yussuf Poulsen und Rennes-Leihgabe Albert Grønbæk stehen aktuell zwei Profis aus dem Land unseres nördlichsten Nachbarn beim HSV unter Vertrag. Die Bosse im Volkspark haben registriert, dass der Zulauf dänischer Fans wieder deutlich zugenommen hat. Auch deshalb sollen die Verbindungen noch weiter intensiviert werden.

Ein Prozess, der längst angelaufen ist. Im vergangenen Sommer absolvierte der HSV ein Testspiel beim FC Kopenhagen (0:1), das insbesondere beim Anhang für große Freude sorgte. 8000 Fans begleiteten ihre Profis in die dänische Hauptstadt und feierten ein friedliches Fest mit den FCK-Supportern, mit denen sie seit vielen Jahren eng befreundet sind. Auch auf Chef-Ebene wurden die Drähte in den vergangenen Monaten immer enger. Immer wieder pflegen beide Vereine den Austausch miteinander. Vor wenigen Monaten war die HSV-Führungsriege um Finanzvorstand Eric Huwer Gast des FCK, besuchte unter anderem das Champions-League-Spiel des dänischen Meisters gegen Kairat Almaty (3:2).
Der HSV will auch im kommenden Sommer nach Dänemark reisen
Auch in diesem Sommer will der HSV wieder in Dänemark aufschlagen, ein Trip gen Norden spielt in den Sommer-Planungen eine Rolle. Aller Voraussicht nach wird es sich dabei aber um einen Testspiel-Trip und nicht um ein Trainingslager handeln. Auch eine erneute Partie gegen Kopenhagen ist eine Möglichkeit.
In Sachen Trainingslager wird im Volkspark momentan eine klassische Sommer-Lösung favorisiert. Alles spricht dafür, dass der HSV-Tross vor der neuen Saison wie zahlreiche andere Bundesligisten in Österreich Quartier beziehen wird. Mit der Sichtung entsprechender Plätze und Hotels wurde bereits begonnen.
Im vergangenen Sommer flog der HSV nach Mallorca
Damit wird der HSV diesmal andere Wege einschlagen als noch im vergangenen Jahr. Vor der laufenden Spielzeit absolvierten die Profis zwei kürzere Trainingslager auf dem Adidas-Gelände in Herzogenaurach und auf Mallorca. Allerdings: Ein Abstecher nach Herzogenaurach gilt auch für diesen Sommer als mögliche Alternative. Weil Trainer Merlin Polzin und sein Stab ob der perfekten Bedingungen vor Ort begeistert waren.
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Österreich, Dänemark, eventuell Herzogenaurach – die großen HSV-Weltreisen werden im kommenden Sommer ausbleiben, könnten in den kommenden Jahren aber wieder zum Thema werden. Vorerst aber wären die Bosse zufrieden, wenn sie möglichst zügig den Klassenerhalt feiern könnten. Das wäre auch in Sachen Reiseplanung nicht unwichtig: Die Bundesliga-Saison beginnt drei Wochen später (28. August) als die des Unterhauses. Und frühes Planen hilft, da geht es dem HSV nicht anders als jedem seiner Fans.
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