Geheimes Foto: HSV verabschiedet gleich zwölf Talente – und Öztunali

Die U21-Talente des HSV bejubeln ein Tor
5:1 gegen Lohne: Die U21-Talente des HSV durften am Samstag noch ein letztes Mal gemeinsam jubeln.

Bevor der letzte Anpfiff der Saison ertönte, reihten sich am Samstagnachmittag elf Kicker der Hamburger U21 für ein Abschiedsfoto nebeneinander auf. Dieser geheime Schnappschuss wurde zunächst nicht vom HSV veröffentlicht, tauchte aber in den sozialen Medien auf. Und er zeigt, welche zehn Talente neben dem bei den Profis aussortierten Levin Öztunali keine Zukunft im Volkspark haben. Hinzu kommen zwei weitere Abgänge.

An der Seite von Öztunali, dem Trainerteam um Lukas Anderer sowie Nachwuchs-Chefscout Benjamin Scherner hielten vor dem finalen Regionalliga-Heimspiel gegen Blau-Weiß Lohne (5:1) zehn Youngster ihre Abschiedsgeschenke in eine Kamera: Niklas Tuppeck, Lukas Bornschein, Leonardo Posadas, Bilal Yalcinkaya, Maurice Boakye, Glory Kiveta, Benjamin Lamce, Timon Kramer, Moritz Reimers sowie Omar Megeed. Sie erhielten vom Verein jeweils ein großes Wandbild mit persönlichen Spielfotos. Nicht zu erkennen auf dem Beitrag, der auf X kursierte, sind Jamal Nabe (19) und Nilavan Prabakaran (20). Nach MOPO-Informationen plant der HSV auch mit diesem Duo nicht mehr.

Reimers, Boakye und Yalcinkaya ohne Zukunft bei der U21

Bei einigen der genannten Talente war bereits bekannt, dass ihre Zeit beim HSV endet. Flügelspieler Reimers (19) wird sich ablösefrei Holstein Kiel anschließen. Boayke (21) zieht es bei einem anderen Verein in den Profibereich, weil ihm im Volkspark keine passende Perspektive aufgezeigt wurde. Der Toptorjäger der U21 verabschiedete sich am Samstag mit seinen Regionalliga-Saisontreffern 21, 22 und 23 vom HSV. Der Poker um seine Zukunft geht jetzt in die entscheidende Phase.

Bei U17-Weltmeister Yalcinkaya zeichnete sich zuletzt ebenfalls ab, dass sich die Wege im Sommer trennen würden. Möglich wäre neben einem festen Transfer auch ein Leihdeal in eine höhere Liga, denn sein HSV-Vertrag läuft eigentlich noch bis 2027. Ein weiteres Jahr in Hamburgs Viertliga-Truppe ist für den 20-Jährigen, der den Großteil der Saison wegen eines Fußbruchs verletzt verpasste, aber offensichtlich keine Option.

Der Kontrakt von Mittelfeldmann Megeed (20) wiederum läuft Ende Juni aus und wird nicht verlängert. Der gebürtige Hamburger galt bis zum Debüt von Louis Lemke (16) als jüngster HSV-Profi aller Zeiten, bei den Profis konnte er sich trotz regelmäßiger Trainingsteilnahme aber nicht nachhaltig durchsetzen. Jetzt wird Megeed eine neue Herausforderung angehen, womöglich in der 2. Liga.

Omar Megeed, Bilal Yalcinkaya und Robert Glatzel beim Aufwärmen vor einem Testspiel
Omar Megeed (l.) und Bilal Yalcinkaya (M.) waren im Sommer teilweise bei der Vorbereitung der HSV-Profis dabei.

Auch Megeed, Bornschein, Posadas, Lamce und Co. gehen

Auch Abwehrmann Bornschein (20) und U21-Kapitän Posadas (21) werden andernorts ihr Glück suchen. Polzin hatte das Duo immer mal wieder eingeladen, für Profiverträge reicht es offenbar jedoch nicht. Die Arbeitspapiere von Außenbahn-Talent Kiveta (20), Mittelfeldspieler Lamce (20), Rechtsverteidiger Kramer (20) und Stürmer Tuppeck (20) laufen ebenfalls aus. Ihre neuen Vereine sind bisher nicht bekannt. Beim Saisonkehraus gegen Lohne standen Bornschein, Kramer, Posadas, Lamce, Megeed, Reimers, Yalcinkaya, Boakye und Kiveta noch ein letztes Mal in der HSV-Startelf.

Und auch Öztunali bekam sein Abschiedsspiel: Der 30-Jährige wurde in der 66. Minute eingewechselt. Sein 17. Regionalliga-Einsatz in der nun beendeten Regionalliga-Spielzeit war sein letzter im HSV-Trikot. Dass der Enkel von Uwe Seeler über den Sommer hinaus keine Zukunft im Volkspark haben würde, stand seit vielen Monaten fest.

Levin Öztunali beim Spiel mit der U21 des HSV bei Altona 93.
Mit großen Hoffnungen kehrte Levin Öztunali im Sommer 2023 zum HSV zurück. Doch die Rechnung ging nicht auf.

HSV-Vertrag von Öztunali endet – zwei Zugänge schon fix

Vom Profiteam, dem er zuletzt Ende 2024 angehört hatte, wurde Öztunali (bislang) nicht explizit verabschiedet. Dafür erhielt er am Samstag ein Präsent bei der U21. Ob der Ex-Bundesliga-Profi (190 Einsätze) seine Karriere bei einem unterklassigen Verein fortsetzt oder ob er seine Laufbahn beendet, war bis zuletzt offen.

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Die zweite HSV-Mannschaft landete nach 34 Spieltagen auf dem zehnten Tabellenplatz und wird in der neuen Saison aus vielen anderen Gesichtern bestehen. Wie in jedem Jahr steht die U21 von Coach Anderer vor einem größeren Umbruch. Weitere Verabschiedungen könnten in den kommenden Wochen folgen. Zwei Zugänge hatte der Verein kürzlich schon offiziell vermeldet: Der Stürmer Radin Amadou (19) kommt vom Bremer Oberligisten SV Hemelingen nach Hamburg. Außerdem hat sich Innenverteidiger Calvin Rahr (18) dazu entschieden, die U23 des FC St. Pauli zu verlassen – und künftig in der U21 des Stadtrivalen aufzulaufen.

Ein offizielles Teamfoto veröffentlichte der HSV am vergangenen Wochenende übrigens doch: Es entstand nicht vor, sondern nach dem abschließenden Sieg auf dem Rasen im Stadion Hoheluft – und wurde auf dem Instagram-Kanal „hsvyoungtalents“ gepostet. Von Verabschiedungen war dort allerdings nicht die Rede.