Nach dem Sieg in Frankfurt schreit HSV-Trainer Merlin Polzin seine Freude heraus.

Unbändige Freude: Einen Tag nach dem Sieg in Frankfurt durften HSV-Trainer Merlin Polzin und seine Profis den Klassenerhalt bejubeln. Foto: imago/Jan Huebner

Geheime Party mit 40 Gästen: So feierte Polzin den HSV-Klassenerhalt

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Wann immer sich Merin Polzin an seine erste Saison als Bundesliga-Trainer zurückerinnern wird – der vergangene Sonntag dürfte in seinen Gedanken immer eine besondere Rolle spielen. Als am Abend feststand, dass dem HSV zwei Spieltage vor dem Saisonende auch rechnerisch der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen sein würde, flippten der Coach und seine Mitstreiter vor Freude aus. Und dennoch: Vor dem Heim-Abschluss am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Freiburg verspricht Polzin: „Nach dem Klassenerhalt wollen wir unseren Fans auf jeden Fall am Sonntag wieder drei Punkte schenken.“

Sie ließen die großen Gefühle erst ganz zum Schluss zu, als auch wirklich alles unter Dach und Fach war. Als das Wolfsburger Remis in Freiburg (1:1) feststand und der HSV definitiv feiern durfte, brach sich der Jubel schließlich Bahn. „Der Fußball schreibt immer verrückte und seine eigenen Geschichten“, weiß Polzin. „Wenn du dich zu sicher fühlst, kann dich das schnell wieder einholen. Deshalb haben wir wirklich erst in dem Moment, als der Abpfiff feststand, gefeiert. Das dann auch zu Recht und nicht allzu schlecht.“

Torwart-Trainer Höh hatte den HSV-Staff eingeladen

Eine Party, die es in sich hatte. Polzins Trainerstab und deren Familien feierten gemeinsam bei Torwart-Trainer Sven Höh, der zu sich nach Hause eingeladen hatte. Rund 40 Personen stießen auf den Klassenerhalt an. „Wir haben nicht nur schön gegrillt und lecker gegessen, sondern auch die Spiele verfolgt“, erzählt Polzin. Erst St. Paulis 1:2 gegen Mainz, dann das Wolfsburger Unentschieden. „Das war insgesamt ein sehr schöner Abend, und das Gefühl hat sich in den letzten Tagen auch nicht verändert. Ich bin verdammt stolz auf das, was wir geleistet haben, und auf das Erreichen des großen Ziels. Das ist wohlverdient, auch wenn manche Nerven zuletzt sicherlich gelitten haben.“

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Die Erleichterung ist Polzin anzumerken. Nachdem er den HSV vor Jahresfrist zurück in die Bundesliga geführt hatte, gelang nun der ungefährdete Klassenerhalt. „Das Jahr war für alle verdammt intensiv und hat ein paar Körner gekostet“, stellt er fest. Auch durch die zwischenzeitliche Durststrecke vor dem Sieg in Frankfurt (sechs Spiele in Folge ohne Dreier) ließ sich der Coach nicht von seinem Weg abbringen: „Die Zweifel, die vielleicht zu Recht oder zu Unrecht aufkamen, sind nicht immer das, was am Ende auch eintritt. Hier ist etwas Enges zusammengewachsen. Da ist dann nicht immer so viel Skepsis nötig, wie man sie vielleicht in den letzten Wochen und Monaten erlebt hat, sondern Vertrauen in die Jungs, in eine tolle Mannschaft und einen tollen Staff.“

Polzin blickt voller Stolz auf die HSV-Saison zurück

Insbesondere die ersten Saisonwochen, als es für den runderneuerten HSV nicht wie gewünscht lief, sind dem Trainer in Erinnerung geblieben. „All das, was wir letzten Sommer angeschoben haben, hat teilweise länger gebraucht, als wir es erhofft haben“, weiß er. „Aber das war teilweise auch nötig, um eine Klarheit zu haben, was für uns in dieser Saison wichtig ist. Konstanz ist das Schlüsselwort, dass man dem Prozess vertraut, auch in schlechten Momenten, und sich nicht vom Weg abbringen lässt.“

Die HSV-Profis und Merlin Polzin dürfen jubeln: Sie bleiben in der Bundesliga! imago images/Fotostand
Die HSV-Profis und Merlin Polzin jubeln
Die HSV-Profis und Merlin Polzin dürfen jubeln: Sie bleiben in der Bundesliga!

Locker lassen will er trotz des erreichten Ziels auch weiterhin nicht. Gegen Freiburg und zum Abschluss in Leverkusen (16. Mai) sei der HSV „maximal gewillt, wieder ein unangenehmer Gegner zu sein und diese Spiele unbedingt gewinnen zu wollen“. Auch deshalb will Polzin von größeren personellen Experimenten zum Saisonende absehen: „Wir schauen genau hin, wer im Training in dieser Woche weiter Vollgas gibt und wer gedanklich vielleicht schon ein wenig raus ist. Aber ich bin mir sicher, dass das bei keinem der Fall sein wird.“

HSV kann die Personalplanungen jetzt schon vorantreiben

Trotz der Fokussierung auf die restlichen Partien genießt der Trainer die Möglichkeit, bereits über den Tellerrand dieser Saison hinausblicken zu können. Durch den feststehenden Klassenerhalt kann der HSV seine Kaderplanungen deutlich früher als in den Vorjahren vorantreiben. „Wir haben uns jetzt die zwei Wochen Planungssicherheit vor Saisonende erarbeitet“, so Polzin. „Die können und wollen wir miteinander nutzen.“ Dazu gehören intensive Gespräche mit Sportdirektor Claus Costa, um sich detailliert über Kader-Baustellen und mögliche Zugänge auszutauschen.

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Dann wird es darum gehen, wie der HSV auch im zweiten Erstliga-Jahr in der Lage sein kann, die Klasse zu halten. Polzin blickt mit großer Genugtuung auf das gerade Erreichte: „Natürlich sind Druck und Anspannung da. Aber so soll es auch sein – es ist die Bundesliga. Wir haben uns das ausgesucht und es gehört dazu, ein paar Spiele mehr zu verlieren, als es in den Jahren zuvor der Fall war. Aber man lernt sich so auch auf eine andere Weise kennen.“ Sein Fazit: „Das war schon geil.“ Und soll im kommenden Jahr möglichst genauso weitergehen. Vielleicht zum Ende hin wieder mit einer Grillparty und großem Jubel.

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