„Gänsehaut“ inklusive: DFB setzt immer stärker auf HSV-Power
Mit der schwarz-weiß-blauen Raute auf der Brust aufzulaufen, ist für die gebürtige Hamburgerin Svea Stoldt ein wahr gewordener Kindheitstraum. Auch das DFB-Jersey trägt sie schon seit einigen Jahren. Doch es gibt sie weiterhin, die Gänsehaut-Momente im Fußball-Leben der HSV-Spielerin. Den bislang letzten hatte sie nicht kommen sehen. Es geschah spontan.
Unverhofft kommt oft – und war Stoldt in diesem Fall sogar ganz recht. Eigentlich hätte sie auf der Bank gesessen, doch weil eine DFB-Kollegin kurzfristig ausfiel, lief Stoldt am 6. März als Startelfspielerin erstmals für die U23-Nationalelf auf. „Das war vielleicht auch gut so“, sagt die 20-Jährige und lacht. „Dadurch konnte ich mir gar nicht erst so viele Gedanken über mein Debüt machen.“ Es lief erfolgreich: Deutschland schlug Belgien vor fünf Wochen mit 4:2.
Svea Stoldt wird nun auch in der U23 des DFB wichtig
Aufgrund der vorherigen 1:3-Pleite gegen Norwegen verpasste die DFB-U23 aber das Final Four und kickt in der Länderspielrunde jetzt nur um Rang fünf. „Natürlich hätten wir gerne um den Pokal mitgespielt“, bedauert Stoldt. „Jetzt wollen wir es besser machen und in den letzten Spielen das Maximum herausholen.“ Am Sonntag (19 Uhr) wartet erneut Belgien, am Donnerstag dann im Spiel um Platz fünf oder sieben Italien oder Portugal.
Stoldt freut sich auf ihre zweite U23-Partie nach der gelungenen Premiere. „Beim Einlaufen und der Nationalhymne hatte ich Gänsehaut“, erzählt sie. „Dass ich dann auch direkt 90 Minuten spielen durfte, macht mich sehr stolz. Es hat richtig Spaß gemacht, mit den Mädels den Sieg zu feiern.“ Mitjubeln durften auch ihre HSV-Kollegin Paulina Bartz und die ehemalige HSVerin Lisa Baum (RB Leipzig). „Es zeigt auf jeden Fall die positive Entwicklung im Hamburger Frauenfußball“, sagt Stoldt. „Sicherlich wird man bei Gelegenheit mit der einen oder anderen mal über die vergangene gemeinsame HSV-Zeit sprechen.“
Mühlhaus kennt sie noch aus gemeinsamen HSV-Zeiten
Der Austausch mit Larissa Mühlhaus fiel beim letzten Lehrgang aus, weil die ehemalige HSV-Stürmerin, die vor knapp zwei Jahren zu Werder gewechselt war, kurzfristig für die A-Nationalelf nachnominiert wurde. Dort traf Mühlhaus direkt. Und auch diesmal profitiert die 23-Jährige von einem Ausfall, sie rückte für die verletzte Cora Zicai (VfL Wolfsburg) erneut von der U23 ins A-Team. „Larissa und ich sind gut befreundet noch aus unserer gemeinsamen Zeit beim HSV“, verrät Stoldt und betont: „Natürlich ist dieser nächste Schritt auch für mich ein großes Ziel.“ Um in Zukunft für die Auswahl von Christian Wück zu debütieren, will Stoldt „weiterhin hart arbeiten und im Training alles geben“.
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Für die Defensiv-Akteurin ist die DFB-Zeit eine schöne Abwechslung vom Abstiegskampf-Alltag in der Bundesliga. „Es hilft schon, in einem anderen Setting etwas den Kopf freizubekommen“, erklärt Stoldt, eine von zwölf HSV-Nationalspielerinnen, und blickt voraus: „Wenn wir zurück nach Hamburg kommen, geht unsere ganze Energie auf das Spiel in Nürnberg.“ Das steigt auswärts am 24. April.