Colin Poppelbaum, Fernando Dickes, Daniel Peretz, Tino Dehmelt, Sven Höh und Daniel Heuer Fernandes auf dem Trainingsplatz im Kreis

Das HSV-Torwartteam: Colin Poppelbaum, Fernando Dickes, Daniel Peretz, die Trainer Tino Dehmelt und Sven Höh – sowie Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (v.l.) Foto: imago/Oliver Ruhnke

Für ein spezielles Ziel: Teure Neuheit auf dem HSV-Trainingsplatz

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Es war schon fast 13 Uhr, und die meisten HSV-Profis hatten das Trainingsgelände längst verlassen. Doch die beiden Nachwuchskeeper Fernando Dickes (18) und Hannes Hermann (20) schufteten unter der Anleitung von Coach Tino Dehmelt noch immer. Sie zwangen sich gegenseitig zu Paraden, als sie circa 20 Meter voneinander entfernt in zwei Toren standen. Und zwischendrin marschierten sie zu einem schwarzen Kasten, nicht einmal einen Meter hoch, aber vom HSV für einen bestimmten Zweck besorgt. Was steckt hinter der Trainingsneuheit?

Dass die HSV-Trainer ein Faible für modernes Equipment haben, weiß man seit der Vorsaison. Da kauften sich Merlin Polzin und seine Assistenten Loic Favé und Richard Krohn eine spezielle Taktiktafel („Tabula1“), die sich mithilfe von Tischbeinen auch auf dem Platz aufbauen lässt – und noch immer regelmäßig dort zu sehen ist. Wenn nicht, kommt sie in der Kabine zum Einsatz. Kostenpunkt: zwischen 600 und 700 Euro. Die neueste Anschaffung ist billiger, aber dennoch nicht gerade günstig. Es handelt sich um eine sogenannte „3-in-1 Soft Plyobox“ der Sportmarke „Suprfit“.

Die HSV-Torhüter trainieren mit besonderem Equipment

Was aus der Ferne aussieht wie ein schwarzes Mini-Podest oder ein kleiner Hocker, ist tatsächlich eine aus einem Holzkern bestehende Sprungbox, die gepolstert ist „mit verletzungsreduzierendem EVA-Futter und angerauter, rutschfester Vinyloberfläche“, wie es auf der Website des Unternehmens heißt. Die Box hat drei verschiedene Seitenlängen (50, 60 und 75 Zentimeter) und macht es so möglich, auf verschiedenen Höhen die Sprungkraft zu trainieren. Konkret geht es etwa um die Verbesserung der Explosivität beim Absprung, was für Torhüter wichtig ist.

Hier ist es (etwas schwer) zu erkennen: Nachwuchskeeper Fernando Dickes springt im HSV-Training auf einen schwarzen Kasten. Daneben stehen sein Teamkollege Hannes Hermann und Torwartcoach Tino Dehmelt. MOPO/Tim Meinke
Totale vom HSV-Trainingsplatz
Hier ist es (etwas schwer) zu erkennen: Nachwuchskeeper Fernando Dickes springt im HSV-Training auf einen schwarzen Kasten. Daneben stehen sein Teamkollege Hannes Hermann und Torwartcoach Tino Dehmelt.

Der Vorteil des speziellen Trainingsinstruments: Die rutschfeste Oberfläche aus PVC gewährleistet laut „Suprfit“ eine sichere Landung auch mit Stollenschuhen und „ohne das Risiko, abzurutschen“. Demnach federt das innere Futter der Box die Sprünge ab, wodurch Verletzungen präventiv verhindert werden sollen. Die HSV-Talente Hermann und Dickes sprangen am Mittwochvormittag abwechselnd auf die Box und wieder herunter – unter den Augen von Dehmelt und in hoher Frequenz. Parallel standen die beiden Profikeeper Daniel Heuer Fernandes und Daniel Peretz bei einem Elf-gegen-Elf-Spielchen im Tor und wurden dabei von Sven Höh, dem Torwart-Cheftrainer, beobachtet.

HSV-Trainer Sven Höh nutzt viele moderne Methoden

Höh ist bekannt dafür, seine Keeper mit den neuesten Methoden und Analysen auf das nächste Level hieven zu wollen. Der 41-Jährige, der vor viereinhalb Jahren vom 1. FC Kaiserslautern zum HSV kam und auch schon mit Tim Walter zusammenarbeitete, genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf. Höh wertet im Volkspark viele Daten aus und hat seine Keeper auch schon mal mit speziellen Brillen trainieren lassen, die die Sicht seitlich einschränken. Das hatte zum Zweck, das periphere Sehen zu verbessern und Gefahren von allen Seiten frühzeitig zu erkennen.

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Mithilfe der neuen Sprungbox, die 27 Kilogramm schwer ist und auf der Website des Herstellers derzeit für 266,99 Euro angeboten wird, sollen die Schlussmänner des HSV nun gezielt an ihrer Beweglichkeit und ihrer Schnelligkeit arbeiten, vor allem beim Abspringen. Dickes und Hermann kamen am Mittwoch jedenfalls ganz schön ins Schwitzen.

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