Das Hinspiel gegen St. Pauli verloren Merlin Polzin und der HSV mit 0:2

Findet er diesmal die Siegtaktik? HSV-Trainer Merlin Polzin beim 0:2 im Hinspiel gegen St. Pauli. Foto: imago/Nordphoto

Für den Derby-Sieg: Wie HSV-Trainer Polzin St. Pauli vorm Stadtduell ausspionierte

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Am Freitag ab 20.30 Uhr (Liveticker auf mopo.de) wird am Millerntor der Rasen brennen. Auf die HSV-Profis und ihren Anhang wartet mit dem Stadtduell DAS Auswärtsspiel dieser Saison. Kein anderer Sieg würde so süß schmecken wie ein Erfolg beim FC St. Pauli. Auf dem Weg dorthin überlässt Merlin Polzin nichts dem Zufall – und legte kürzlich spontan rund 450 Kilometer mit dem Auto zurück, um die letzten Prozente der Sieg-Taktik auszutüfteln.

Natürlich ist er auf der Hut, kein unbedachtes Wort kam Polzin über die Lippen, als er am Mittwoch über das große Duell beim Stadtrivalen sprach. Die Bedeutung der Partie ist dem Trainer klar, von Sticheleien aber hält er nichts, sie sind aus seiner Sicht auch nicht nötig. „Jeder weiß am Freitag, dass Derby-Zeit ist“, sagte der HSV-Trainer. „Jeder in Hamburg weiß, dass dieses Spiel stattfindet – unabhängig davon, welchem der beiden Vereine man die Daumen drückt.“

Im Hinspiel unterlag der HSV dem FC St. Pauli mit 0:2

Für den HSV geht es am Freitag nicht nur um wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt, sondern auch darum, die Scharte des Hinspiels auszuwetzen. Ende August, beim 0:2 im Volkspark, war der Kiezklub klar besser. „Dieses Spiel ist per se etwas ganz Spezielles“, weiß Polzin. „Nicht nur aufgrund der Tabellensituation, sondern auch aufgrund des Hinspiels. Das ist schon Motivation genug.“

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Wie aber knackt man St. Pauli? Um diese Frage bestmöglich beantworten zu können, machte sich Polzin in der vergangenen Woche mit dem Auto auf den Weg nach Wolfsburg. Die unglückliche 1:2-Pleite der Kiezkicker lieferte dem 35-Jährigen wichtige Erkenntnisse. „Ich habe es mir aus nächster Nähe angeschaut“, so Polzin. „Wie die Gegentore gefallen sind, war natürlich extrem ärgerlich für sie.“ Grundsätzlich sagt er über St. Pauli: „Man erkennt, dass sehr viele Spiele knapp ausgegangen sind, dass die Mannschaft über sehr viele Automatismen verfügt, die sie jetzt auch in den zwei Jahren mit Alex (Blessin, die Red.) einstudiert hat und die klar zu erkennen sind.“

Und weiter: „Sie lassen wenig Dinge zu, bei denen der Gegner Möglichkeiten hat, frei aufs Tor zu kommen, sind gespickt mit Spielern, die innerhalb dieser eineinhalb Jahre in der ersten Liga noch mal einen großen Sprung gemacht haben. Deswegen wird es nicht nur von der Emotionalität her ein besonderes Spiel, sondern auch sportlich eine große Herausforderung.“

HSV will Kraft aus dem Derby-Sieg gegen Werder ziehen

Gut für den HSV: Polzins Profis wissen bereits, wie man Spiele dieser Sorte gewinnt. Als Abziehbild dient dem HSV der 3:2-Derbysieg im Volkspark gegen Werder Bremen. Anfang Dezember nutzte der HSV die angestauten Emotionen zu seinen Gunsten und zwang den Erzrivalen von der Weser kurz vor dem Ende in die Knie. „Die Jungs haben da bereits bei der Ankunft vor dem Spiel erlebt, welche Power entfacht wurde und was auch die Momente dann nach dem Spiel mit ihnen gemacht haben“, weiß Polzin. „Wer das erlebt hat, diesen Derby-Sieg zu feiern, der ist sicherlich auch gewillt, am Freitag den nächsten Sieg folgen zu lassen.“

Polzin setzt am Freitag auf totale Emotion. Auffällig oft erinnerte er am Mittwoch an das Werder-Spiel und den Rausch, den diese Partie mit sich brachte. „Für uns wird es darum gehen, dass die Emotionen uns bei der Art und Weise helfen, wie wir Fußball spielen wollen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir einen klaren Kopf brauchen.“

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Personell kann der HSV-Coach am Millerntor aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Yussuf Poulsen, der sich noch im Aufbautraining befindet, sollten alle Profis zur Verfügung stehen und einsatzbereit sein. Abwehrmann Warmed Omari winkt erstmals seit seiner Ende September erlittenen Verletzung ein Kaderplatz. Ob der neue Ersatzkeeper Sander Tangvik bereits ins Aufgebot rutschen wird, ist noch offen. Der Norweger, der für eine Ablöse von zunächst rund 2,5 Millionen Euro aus Trondheim kommt, absolvierte am Mittwoch seinen Medizincheck, die offizielle Bestätigung des Transfers steht bislang noch aus. Nicht mehr am Millerntor dabei sein wird Abwehrmann Gui Ramos, der vor einem Wechsel nach China zu Beijing Guoan steht.

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