HSV

Frust beim Franzosen: Wie löst der HSV das Dompé-Problem?

Jean-Luc Dompé und Amin-Elias Groeller im Testspiel des HSV gegen Rapid Wien in Längenfeld.
Beim 2:3 im Test bei Rapid Wien wurde Jean-Luc Dompé (l.) als letzter HSV-Profi eingewechselt.

In den vergangenen Jahren mauserte sich Jean-Luc Dompé zu einem der Leistungsträger des HSV. Doch der Wind hat sich gedreht.

Bei den Fans ist Jean-Luc Dompé noch immer in aller Munde. Das wird auch in Längenfeld deutlich, wenn der Franzose nach den Einheiten im Trainingslager gemeinsam mit seinen HSV-Kollegen für Autogramme und Fotos zur Verfügung steht. Grundsätzlich aber hat sich der Wind rund um den Flügelflitzer gedreht. Zählte er in den vergangenen Sommer-Vorbereitungen stets zu den großen Hoffnungsträgern, überwiegen aktuell die Befürchtungen, dass Dompé zum Problemfall werden könnte.

Er machte gute Miene zum bösen Spiel. Als Dompé am vergangenen Samstag beim Testspiel-Auftakt bei Rapid Wien (2:3) nach 77 Minuten als letzter HSV-Profi eingewechselt wurde, grinste er, während er am Spielfeldrand mit Louis Lemke abklatschte. Zumindest seinen Humor hat der Franzose noch nicht verloren. Ansonsten aber mangelt es ihm aktuell an vielem, was ihn früher mal auszeichnete. Das wird in fast jeder Trainingseinheit deutlich.

HSV-Profi Dompé verlor seinen Führerschein

Dass die Entwicklung in die falsche Richtung führt, ist seit längerer Zeit unverkennbar. Speziell in diesem Kalenderjahr sorgte Dompé für unerwünschten Wirbel. Ende Januar wurde er mit 1,34 Promille Alkohol im Blut von der Polizei erwischt und beging nach dem Verlassen der Wache direkt die nächste Straftat, als er mit einem E-Scooter davonbrauste. Die vom HSV verhängte 100.000-Euro-Strafe samt Suspendierung für einige Spiele akzeptierte er zähneknirschend, konnte sich seinen Stammplatz anschließend aber nicht mehr zurückerobern. Zu schwankend waren seine Leistungen, zu selten ließ Dompé noch seine Stärken aufblitzen. Seit Wochen ist klar, dass er den Verein im Sommer gern verlassen würde, auch die Hamburger streben nach den unruhigen Monaten rund um den Profi einen Transfer an.

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Die Art und Weise, wie der 30-Jährige aus der Sommerpause in den Volkspark zurückkehrte, verstärkte den Eindruck der Verantwortlichen, dass eine Trennung wohl das Beste sei. Weder wirkt Dompé voll austrainiert, noch drängt er sich im Training auf. Aber: Bislang ging keine einzige ernsthafte Anfrage anderer Vereine bei den HSV-Bossen ein. Das verstärkt den Frust bei Dompé, der weit von seiner Bestform aus vergangenen Zeiten entfernt ist. Seit er im Sommer 2022 zum HSV wechselte, kam er in 113 Pflichtspielen auf starke 51 Scorer-Punkte (18 Tore und 33 Vorlagen). Immerhin: Im Kollegenkreis ist er auch weiterhin beliebt und soll für viele Lacher sorgen.

HSV-Trainer Polzin begründet Dompés kurze Einsatzzeit

Mit seiner späten Einwechslung bei Rapid aber erhielt Dompé einen Vorgeschmack auf das, was ihm bei einem HSV-Verbleib blühen könnte. Als Polzin im Anschluss an die Partie über die Gründe für die nur geringe Einsatzzeit sprach, wollte er kein Fass aufmachen, wurde zwischen den Zeilen allerdings deutlich. Man müsse da nichts hineininterpretieren, Louis Lemke habe auf der linken Seite spielen sollen. „Das ist dann eine Position, wo du viel hoch- und runterlaufen musst, was vielleicht nicht seine Stärken sind“, so der Trainer in Richtung Dompé, ehe er über den bisherigen Stand der Vorbereitung sprach: „Die Jungs, die vor ihm reinkamen, haben dementsprechend auch gute Leistungen gezeigt. Dann bewertest du das Ganze als Trainer und setzt entsprechend die Jungs ein.“

Damit weiß Dompé, wo er aktuell im Vergleich zu seinen Mitspielern steht. Ob darauf während der Tage in Längenfeld eine Trotzreaktion folgt, bleibt abzuwarten und wird auch intern mit Spannung erwartet. Aktuell deutet alles darauf hin, dass eine Trennung für alle Seiten das Beste wäre – denn die Gefahr, dass sich Dompés Launen irgendwann doch negativ auf den Kader auswirken und der einstige Leistungsträger zur Belastung werden könnte, ist gegeben.

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