HSV
Früherer Derbyheld trainiert auf einmal wieder beim HSV – das steckt dahinter
Jonas David wurde in der Vorsaison vom Verletzungspech heimgesucht. Seine Station beim SSV Ulm endete zügig, jetzt ist der Hamburger vereinslos – und schuftet auf eigenem Wunsch hin wieder im Volkspark.
Während die HSV-Profis erst am Mittwoch im dänischen Helsingør ihre erste Trainingseinheit des Sommers absolvieren, sind die U21-Talente bereits seit zwei Wochen am Schuften. Die beiden Zugänge Radin Amadou (Sturm, zuvor SV Hemelingen) und Calvin Rahr (Abwehr, FC St. Pauli U23) waren von Anfang an dabei, nach dem Vorbereitungsauftakt wurden zudem Joonas Frenzel (Sturm, 1. FC Magdeburg II), Sebastian Boltersdorf (Abwehr, VfL Bochum U19) und zuletzt Mads Bröker (Mittelfeld, RB Leipzig U19) vorgestellt. Doch da stand in den vergangenen Tagen noch ein „Neuer“ auf dem Übungsplatz des HSV – ein alter Bekannter, der vorübergehend mitmischt.
Er ist längst ein Fußballprofi, wurde in der Vorsaison jedoch durch eine schwere Verletzung zurückgeworfen: Jonas David. Im August 2025 war der Innenverteidiger von der WSG Tirol, einem österreichischen Bundesligisten, zum SSV Ulm in die deutsche 3. Liga gewechselt. Aber nur zwei Monate und neun Startelfeinsätze später gab es den großen Schock: Bei einer 0:5-Pleite in Verl riss sich David im Oktober das Kreuzband. Die niederschmetternde Folge: Saison-Aus.
Nach Kreuzbandriss: Jonas David hält sich beim HSV fit
Und noch bitterer: Obwohl der gebürtige Hamburger laut der Ulmer Vereinsmitteilung ursprünglich einen Kontrakt bis Sommer 2027 unterschrieben hatte, gilt er seit dem 1. Juli, also seit rund einer Woche, offiziell als vereinslos. Die Vermutung liegt nahe, dass der Vertrag zwischen David und dem SSV aufgelöst wurde – oder er besaß nur für die 3. Liga Gültigkeit. Ex-Zweitligist Ulm stieg kürzlich zum zweiten Mal in Folge ab und muss in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest ran.
David jedenfalls wurde mit den harten Gepflogenheiten des Profigeschäfts konfrontiert. Der 26-Jährige will allerdings nicht aufgeben und ging deshalb kürzlich proaktiv auf den HSV zu. Er fragte nach, ob er seine Reha im Volkspark fortsetzen könne – und sein Jugendverein stimmte zu. Deshalb trainiert David dieser Tage teilintegriert bei der U21 von Coach Lukas Anderer mit, um sich auf eine neue Aufgabe vorzubereiten.
Rückkehr zu seinem Jugendklub HSV ist keine Option
Ein fester Transfer zurück zum HSV, zu dem der Abwehrmann im Sommer 2014 von Eintracht Norderstedt gewechselt war, kommt nicht infrage – auch wenn es schöne gemeinsame Erinnerungen gibt. Im August 2018 feierte David sein Profidebüt für die Hamburger, damals beim ersten Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte gegen Holstein Kiel (0:3). Er kam beim HSV unter Christian Titz, Daniel Thioune, Horst Hrubesch und vor allem Tim Walter zum Einsatz: Der heutige Coach von Holstein Kiel schenkte David bei 52 Pflichtspiel-Einsätzen das Vertrauen.
Das größte HSV-Highlight des ehemaligen U-Nationalspielers gab es am 21. April 2023: Beim spektakulären 4:3-Heimsieg gegen den FC St. Pauli traf David aus der Distanz in den Winkel und wurde hinterher als einer der größten Derbyhelden gefeiert. Defensiv leistete er sich aber immer mal wieder kleinere und größere Aussetzer, weshalb es langfristig keine gemeinsame Zukunft gab.
Die HSV-U21 absolviert mehrere Tests – ohne David
In der Saison 2023/24 wurde David an den FC Hansa Rostock verliehen – und im September 2024 lösten der HSV und der Profi den gemeinsamen Vertrag auf. David war zwei Monate lang vereinslos, wechselte dann nach Österreich zur WSG Tirol, wo nach 17 Partien aber bereits wieder Schluss war. In Ulm sollte vor Jahresfrist alles besser werden – doch der Plan ging nicht auf.
Wo David seine Karriere in der neuen Saison fortsetzen wird, ist noch offen. Der HSV möchte ihn so lange mittrainieren lassen, wie es ihm hilft, sein altes Fitnesslevel zurückzuerlangen. Für die Testspiele der U21 ist der Rechtsfuß keine Option. Am Samstag (15 Uhr) geht es für das Team von Trainer Anderer auswärts gegen den SC Rot-Weiß Oberhausen. Danach warten noch die Tests gegen den dänischen Verein Hobro IK (18. Juli, 11 Uhr) sowie gegen den Lüneburger SK (22. Juli, 19 Uhr), ehe die neue Regionalliga-Saison für die Hamburger etwas später als am Wochenende vom 31. Juli bis 2. August beginnt, da die Mannschaft wieder an einem Turnier in Frankreich teilnimmt.
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