Die HSV-Profis verlassen das Spielfeld nach dem 0:4 in Stuttgart enttäuscht.

Die HSV-Profis müssen mit dem 0:4 in Stuttgart einen herben Rückschlag wegstecken. Foto: WITTERS

Fans vorm Nordderby in Sorge: Bekommt der HSV jetzt die Abstiegs-Flatter?

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Wochenlang durfte der HSV einigermaßen gelassen durch die Bundesliga surfen – plötzlich aber ist richtig Druck auf dem Kessel. Das anstehende Nordderby bei Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) elektrisiert die Massen ohnehin. Nach den Niederlagen der beiden Rivalen vom Wochenende hat die Partie aber auch in Sachen Abstiegskampf mächtig an Brisanz gewonnen. Wer hält dem Druck am Samstag besser stand?

Das Wiedersehen der Freunde und Weggefährten Merlin Polzin (35) und Daniel Thioune (51) wird zum Krisen-Gipfel. Sieben Jahre lang war der HSV-Coach in Osnabrück und Hamburg Thiounes Assistent. Nun müssen beide ihre Profis aufrichten. Werder liegt nach dem 1:3 in Köln nur noch drei Zähler vor St. Pauli und dem Relegationsrang. Der HSV (0:4 in Stuttgart) wiederum hat drei Zähler Vorsprung auf die Bremer, könnte bei einer Pleite aber nochmal richtig tief in den Abstiegskampf verstrickt werden.

Der HSV bot in Stuttgart eine sehr schwache Leistung

Behält der HSV im Derby die Nerven? Die Klatsche in Stuttgart warf Fragen auf, die zuvor in dieser Form lange nicht gestellt werden mussten. Auch wenn der Aufsteiger ersatzgeschwächt antrat (ohne Muheim, Vuskovic, Sambi Lokonga), gaben das Gesamtbild und vor allem die fehlende Kompaktheit Anlass zur Sorge. Das war den Profis auch sehr schnell selbst klar. Nicolai Remberg etwa dachte schon mit Grausen an die anstehende Video-Analyse: „Eigentlich will man das Spiel gar nicht nochmal sehen, aber man muss es ja.“


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Trotz der weiterhin komfortablen sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz: Polzins Profis haben das Siegen verlernt. In den vergangenen acht Partien gelang nur ein Dreier (Anfang März in Wolfsburg/2:1), dazu kamen drei Remis und vier Niederlagen gegen Top-Teams (Leipzig, Leverkusen, Dortmund, Stuttgart). Unterm Strich profitiert der HSV zurzeit eher davon, dass sich die unter ihm platzierten Teams ein Schneckenrennen liefern.

HSV-Trainer Polzin fordert gegen Werder eine Leistung wie im Hinspiel

Während nicht wenige Fans sich nach der Stuttgart-Erfahrung in den sozialen Netzwerken besorgt zeigten, waren Polzin und seine Mannschaft versucht, Entschlossenheit auszustrahlen. „Das Spiel ist für alle wichtig, für die Mannschaft, uns Trainer, aber auch natürlich für den gesamten Verein“, so der Coach. „Wir wollen wieder zeigen, was wir im Hinspiel auch schon getan haben, sprich: Mit einer leidenschaftlichen Art und Weise das Ganze angehen.“ Wie beim 3:2 vor fünf Monaten.

Auf sie ist immer Verlass: Auch in Stuttgart glänzten die mehr als 6000 mitgereisten HSV-Fans. Die Resultate der Profis ließen hingegen zuletzt zu wünschen übrig. WITTERS
Die HSV-Fans begeisterten auch in Stuttgart durch ihre Unterstützung für die Profis.
Auf sie ist immer Verlass: Auch in Stuttgart glänzten die mehr als 6000 mitgereisten HSV-Fans. Die Resultate der Profis ließen hingegen zuletzt zu wünschen übrig.

Ähnliche Signale kamen von den Profis. „In der Phase, in der wir sind, gilt es, Spiele schnellstmöglich abzuhaken“, weiß Keeper Daniel Heuer Fernandes. „Wir wissen, dass wir in dieser Saison nichts geschenkt bekommen haben und alles nur über Leistung geht.“ Daniel Elfadli stellte klar: „Wir haben nicht viel Zeit nachzudenken.“

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Der Kopf und die Frage, welcher der beiden Rivalen besser mit den Emotionen zurechtkommt, könnte am Samstag allerdings den Ausschlag geben. Und auch wenn es natürlich niemand zugeben wird: Eine Rolle spielt dabei auch, was Stadtnachbar St. Pauli am Freitag vorlegt. Verlieren die Kiezkicker gegen Köln, bleibt die Ausgangslage für Polzins Team äußerst komfortabel. Siegt St. Pauli aber, wird der Druck auf beide Nordrivalen maximal groß.

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