Ex-HSV-Talent Lisa Baum: „Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen, aber …“
Trotz ihrer erst 18 Jahre hat Lisa Baum schon vieles gesehen und erlebt im Fußball. Doch das Gefühl, das sie am Donnerstagabend (19 Uhr) haben wird, kennt sie noch nicht. Zum ersten Mal wird die in Hamburg aufgewachsene Mittelfeldspielerin, die im Sommer zu RB Leipzig gewechselt ist, als Gegnerin des HSV auf dem Platz stehen. Ein „komisches Gefühl“, gesteht Baum im Gespräch mit der MOPO vor ihrem dritten Bundesliga-Spiel – und spricht offen über ihren Abschied aus Hamburg, emotionale Highlights und große Ziele.
Vergleichen lassen sich Hamburg und Leipzig nur bedingt, das weiß auch Lisa Baum. „Die Stadt Leipzig gefällt mir sehr. Sie ist wirklich süß, aber natürlich ein bisschen kleiner als Hamburg“, schmunzelt sie, als sie vor dem Wiedersehen mit ihrer alten Heimat mit der MOPO spricht. Seit ein paar Monaten lebt die 18-Jährige in der sächsischen 600.000-Einwohner-Stadt, hat dort einen Vertrag bis 2028 unterschrieben – und will den nächsten Schritt ihrer Karriere gehen.
Lisa Baum wechselte im Sommer vom HSV zu RB Leipzig
Dafür musste Baum „ihren“ HSV im Sommer schweren Herzens verlassen. „Ich würde schon sagen, dass mir der Abschied nicht leicht gefallen ist, weil wir auch relativ viel erreicht haben und eigentlich fast immer die gleiche Mannschaft waren“, resümiert die Junioren-Nationalspielerin ihre vier Jahre beim HSV, die sie im Mai mit dem Aufstieg in die Bundesliga gekrönt hatte: „Aber irgendwann war, glaube ich, der nächste Schritt wichtig für mich.“
Sportlich war der Wechsel nach Leipzig ein klarer Schritt nach vorne für die Deutsch-Tansanierin, die noch immer mit ein paar Spielerinnen aus Hamburg in regelmäßigem Austausch ist. Doch auch in Leipzig „fühle ich mich sehr, sehr wohl und habe mich schnell sehr gut eingelebt“, berichtet Baum: „Hier haben mich alle sofort sehr gut und herzlich aufgenommen. Und sportlich steckt sehr viel Potenzial in uns.“ Immerhin ist Baum mit großen Ambitionen nach Leipzig gewechselt. „Ich glaube, dass wir eine sehr, sehr souveräne Saison absolvieren und theoretisch auch unter den Top sechs mitspielen können. Ich glaube an uns!“, stellt sie klar.
Das gilt auch für die Partie gegen ihren Ex-Klub. „Es ist schon ein komisches Gefühl, aber ich freue mich darauf, gegen den HSV zu spielen“, sagt Baum. „Eine aufsteigende Mannschaft hat es immer schwer im ersten Jahr in der Ersten Liga. Aber mit den zwei Unentschieden zum Start haben sie es nicht schlecht gemacht, finde ich. Es wird auf jeden Fall schwer gegen sie. Für uns ist es aber wichtig, dass wir wieder punkten. Und gegen den HSV ist das definitiv möglich für uns.“
Für Lisa Baum ist das HSV-Spiel ein großes Highlight
Nicht nur deshalb ist das HSV-Spiel für Baum sogar ein noch größeres Highlight als die Partie gegen den FC Bayern (0:3) vergangene Woche vor mehr als 10.000 Zuschauern in der Red Bull Arena. „Wenn ich mich entscheiden müsste, ist der HSV vielleicht sogar noch ein klein bisschen mehr das Highlight für mich“, sagt sie lachend. „Trotzdem sind Stadionspiele natürlich immer besonders. In den Spielen, die ich schon erlebt habe, habe ich gemerkt, dass das eine Spielerin noch mal viel, viel mehr pusht.“
Baum weiß, wovon sie spricht. Im DFB-Pokal-Halbfinale im März hatte sie mit dem HSV gegen Werder Bremen einen deutschen Zuschauer-Rekord aufgestellt, der erst vor wenigen Wochen vom FC Bayern knapp gebrochen wurde. 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion. „Ich habe viele schöne Erinnerungen an diesen Tag“, sagt sie lächelnd. „Vor allem das 1:1, wo das Stadion dann gebebt hat – das war krass. Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, ob man vor ein paar Hundert Zuschauern spielt oder vor Zehntausenden.“
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Gegen den HSV werden es am Donnerstag eher wieder ein paar Hundert Fans sein. Die Begegnung findet im Trainingszentrum am Cottaweg statt, nicht im großen Stadion. Familie und Freunde von Baum werden die Partie „mindestens im Livestream“ verfolgen, kündigt sie an: „Und spätestens im Rückspiel werden sie dann alle live vor Ort dabei sein.“