„Wird eng“: Vuskovic-Ausfall im Nordderby droht – Hoffnung bei anderem HSV-Profi
Albert Sambi Lokonga und Jean-Luc Dompé waren am Dienstagnachmittag die ersten beiden Profis auf dem Trainingsplatz. Allerdings kamen der Belgier und der Franzose mit Sebastian Capel aus den Katakomben – und blieben auch beim Rehatrainer, als der Rest des Teams zum Dienst erschien. Es war nicht mal die schlechteste Nachricht des Tages aus dem Volkspark.
Denn Luka Vuskovic, der das 0:4 in Stuttgart wegen einer Knieprellung verpasst hatte, konnten die HSV-Fans zu Beginn der Nordderby-Woche gar nicht auf dem Rasen sehen. Der Kroate blieb vier Tage vor dem Spiel in Bremen (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) im Stadion. „Lukas Knie hat ein bisschen was abbekommen“, erklärte Merlin Polzin nach der Einheit. „Da müssen wir von Tag zu Tag schauen. Er wurde sehr intensiv behandelt und genauestens untersucht.“
Vuskovic fehlte am Dienstagnachmittag beim HSV-Training
Dem HSV-Trainer macht bei Vuskovic die jüngere Vergangenheit Hoffnung. Er erinnerte an das Heimspiel gegen den FC Augsburg, vor dem der 19-Jährige nur ein Teamtraining benötigte, um in die Startelf zu rücken und 90 Minuten durchzuspielen – trotz vorangegangener, kräftezehrender Länderspielreise in die USA. Polzin hofft jetzt auf einen ähnlichen Verlauf: „Wir sind voll dabei, dass wir es in die Tat umsetzen können.“ Gleichzeitig räumte er mit Blick auf seinen Abwehrchef und das Spiel in Bremen ein: „Natürlich wird es eng. Das steht außer Frage, wenn der Junge am Dienstag nicht auf dem Platz ist und am Samstag ein Spiel ansteht.“

Polzin ist sicher, dass Vuskovic nichts unversucht lassen wird, um rechtzeitig fit zu werden. „Aber er ist ein junger Kerl, den du eher bremsen als antreiben musst. Da wollen wir keine Entscheidung treffen, mit der wir ein Risiko eingehen, dass noch mehr passiert.“ Der HSV weiß um seine Verantwortung für den Leihspieler. Deshalb wollen Polzin und die Mediziner nichts überstürzen, auch nicht vor dem Nordderby. „Ich bleibe optimistisch“, sagte der Coach. „Aber ich kann es noch gar nicht abschätzen, ob es klappt oder nicht. Wir hoffen, dass es schneller vorangeht.“
Kehren Sambi Lokonga und Dompé in den Kader zurück?
Für den Moment bleiben dem Kroaten nur individuelle Einheiten, vornehmlich im Kraftraum, wobei er laut Polzin auch schon wieder auf dem Rasen gewesen sein soll – nur nicht am Dienstagnachmittag. Da waren lediglich zwei andere Spieler. Und bei Sambi Lokonga, der zuletzt Oberschenkelprobleme beklagte und in Stuttgart fehlte, sowie Dompé, der die vergangenen beiden Partien aufgrund einer Blessur am Fuß verpasste, ging es zumindest in die richtige Richtung. Das Duo übte mit und ohne Ball individuell, auch Volley-Pässe und leichte Steigerungsläufe waren wieder drin. Bis zum Startelfcomeback könnte es zumindest bei Dompé aber noch dauern.

„Jean-Luc war ein paar Wochen raus“, berichtete Polzin. „Und für sein Spiel braucht er eine gewisse Fitness. Wir versuchen auch bei ihm alles – und gerade gegen Ende der Saison, bei so einem Spiel, machst du vielleicht mal Dinge, die nicht nur vernünftig sind, wenn sie einigermaßen zu riskieren sind.“ Will heißen: Sofern Dompé sich bereit fühlt, aufzulaufen, im Zweifel auch mit Schmerzen, wird Polzin ihn in den Derby-Kader aufnehmen. Das aber ist noch unsicher. „Ob es für Samstag reicht, weiß ich nicht“, so der Übungsleiter. „Aber danach kommen ja auch noch ein paar Spiele, in denen wir Jean-Luc definitiv brauchen.“ Spätestens kommende Woche Samstag gegen die TSG Hoffenheim (25. April, 18.30 Uhr) soll Dompé wieder zur Verfügung stehen.
HSV-Coach Merlin Polzin setzt gegen Bremen auf Capaldo
Sambi Lokonga wird „aller Voraussicht nach“ schon in Bremen wieder dem Aufgebot angehören. Polzin hofft, dass der Belgier „möglichst viel“ ins Nordduell eingreifen kann. Einen Platz in der Startformation garantierte er seinem Mittelfeldmann aber noch nicht. „Bei Sambi ist auch die Vorgeschichte zu berücksichtigen. Er ist in den vergangenen Jahren immer wieder mit Problemen ausgefallen“, bremste Polzin, erklärte aber: „Egal, ob Sambi von Anfang an spielt oder in der zweiten Halbzeit mit angreift – das hilft uns auf jeden Fall.“ Ersteres würde bedeuten, dass Albert Grønbæk in der Zentrale wieder für Sambi Lokonga weichen muss. Die Tendenz geht momentan aber wohl eher in Richtung eines Bankplatzes für den ehemaligen Arsenal-Profi.
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Rechts in der Dreierkette dürfte Nicolás Capaldo für den formschwachen Warmed Omari ins Team rutschen. Nach seinem Comeback als Joker in Stuttgart zog der Argentinier am Dienstag das volle Programm durch. „Das ist ein gutes Zeichen am zweiten Tag nach dem Spiel“, befand Polzin. „Er hat 20 Minuten bekommen und das sah gut aus, auch wenn er noch das eine oder andere Wehwehchen hat.“ Die will Capaldo im Weserstadion aber ausblenden.
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