„Es war zu einfach für ihn“: Ex-Trainer verrät, wie Vuskovic den HSV besser macht
Es ist der emotionalste HSV-Transfer des Sommers. Für eine Saison spielt Luka Vuskovic (18) auf Leih-Basis im Volkspark. Der Innenverteidiger trägt die Rückennummer 44 seines für noch über ein Jahr gesperrten Bruders Mario (23). Eine fast schon kitschige Geschichte. Am Ende wird dabei jedoch vor allem der sportliche Wert für den HSV groß sein. Davon ist sein Ex-Trainer überzeugt.
Bei seinem Stammverein Tottenham Hotspur besitzt Luka Vuskovic noch einen Vertrag bis 2030. Zum Einsatz in einem Pflichtspiel ist der Kroate für den Premier-League-Klub bislang allerdings noch nicht gekommen. Der 18-jährige Verteidiger soll erst mal in kleineren Ligen reifen. In der vergangenen Saison war er an den belgischen Erstligisten KVC Westerlo verliehen. Sein Trainer war dort der ehemalige Nürnberg-Profi Timmy Simons (48).
Timmy Simons über Vuskovic: „Sehr wichtig für Westerlo“
Für Westerlo machte Vuskovic in der regulären Saison 28 Liga-Spiele. Er stand bei jeder Partie in der Startelf. „Er ist ein super Profi“, erzählt Simons im Gespräch mit der MOPO. „Luka war immer der Erste auf dem Trainingsgelände. Er weiß genau, was er will, dafür arbeitet er viel. Für ihn geht es darum, zu lernen und besser zu werden. Das hat er letztes Jahr sehr gut gemacht. Er war sehr wichtig für Westerlo.“
Auf dem Platz habe Vuskovic in der belgischen Liga fast jede Situation ohne Probleme gelöst. „Manchmal ist er dabei auch ein gewisses Risiko eingegangen. Das lag daran, dass es für ihn irgendwann keine große Herausforderung mehr war. In Belgien war es für Luka zu einfach“, betont Simons, der mit dem Wechsel in die Bundesliga für Vuskovic jetzt den nächsten und „richtigen Schritt“ sieht.
HSV-Zugang ist nicht der Schnellste – aber spielintelligent
Die Erste Liga in Deutschland ist eine neue Herausforderung für den kroatischen Nationalspieler. „Da musst du als Verteidiger in jeder Sekunde wach sein“, so Simons. Dass Vuskovic nicht der schnellste Spieler ist, sieht sein Ex-Coach nicht als Problem. „Er löst viel mit seiner Spielintelligenz und seinem Positionsspiel. Luka sieht auf dem Platz, was passieren kann.“
Ruhe am Ball und ein gutes Passspiel gehören zu seinen Stärken. Dazu besitzt der 1,93 Meter große Abwehrspieler einige Qualitäten in der Offensive. In Belgien erzielte er in 28 Liga-Spielen sieben Tore. Fünf machte er mit dem Kopf. Simons: „Er hat als Innenverteidiger Qualitäten, die manche Mittelfeldspieler oder Stürmer nicht haben.“
All das soll ab sofort auch in der Bundesliga zu sehen sein. Simons wird es aus Belgien verfolgen. Trotz der vielen lobenden Worte drückt der 48-Jährige aber auch ein bisschen auf die Erwartungsbremse. „Man darf nicht vergessen, dass er erst 18 Jahre alt ist. Luka fehlt noch die Erfahrung für gewisse Situationen. Er kann auch mal eine Entscheidung treffen, die nicht die richtige ist“, sagt Simons, der aber auch betont: „Luka lernt schnell, er hat auch in der Kabine eine Meinung. Bei uns war er direkt voll integriert.“
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Das wird beim HSV allein schon aufgrund der Vorgeschichte mit seinem Bruder sicher nicht anders laufen.