Es lauern Gefahren: So viele Siege braucht der HSV noch für den Klassenerhalt
Das 1:1 in Mainz war für den HSV bereits das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage. Eine solche Serie gab es für die Hamburger in der Bundesliga zuletzt in der Saison 2011/12. Neben Dortmund ist die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin der einzige Bundesligist, der in der Rückrunde noch ungeschlagen ist. Läuft alles optimal, kann schon im März im Volkspark der vorzeitige Klassenerhalt gefeiert werden. Doch es gibt auch warnende Beispiele.
Um sicher in der Bundesliga zu bleiben, werden 40 Punkte benötigt. Diese Rechnung wird seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 immer wieder hervorgeholt. Ganz korrekt ist das allerdings nicht. Tatsächlich ist mit 39 Zählern noch nie eine Mannschaft abgestiegen. In den meisten Fällen war sogar deutlich weniger nötig: Im Schnitt haben in den vergangenen 30 Jahren gut 35 Punkte für den sicheren Klassenerhalt gereicht. Damit wird auch in dieser Spielzeit gerechnet.
Gleich fünf Bundesliga-Spiele hat der HSV im März
Für den HSV ergibt sich daraus eine komfortable Ausgangssituation. 26 Punkte haben die Hamburger in bislang 22 Spielen gesammelt. Im März kann nun bereits eine Vorentscheidung fallen. Mit Leipzig (1.3.), Leverkusen (4.3.) und Köln (14.3.) stehen drei Heimspiele auf dem Programm. Dazu kommen die Auswärtsreisen nach Wolfsburg (7.3.) und Dortmund (21.3.). Sollte der HSV drei dieser fünf Spiele gewinnen, hätten die Hamburger 35 Zähler auf dem Konto – und damit so gut wie genug, um am Ende nicht wieder abzusteigen.

„Von der Formkurve und vom Prozess her sind wir absolut damit einverstanden, in welche Richtung es geht“, meint Sportdirektor Claus Costa, der gleichzeitig aber auch auf die Erwartungsbremse tritt. Er warnt davor, dass es „jederzeit in jede Richtung kippen kann“. Wenn es auch in den kommenden Wochen und Monaten vor allem weiter nach vorne gehen soll, müsse in jedem Spiel „absolut ans Limit“ gegangen werden, so Costa.
Viele Teams sind in der Bundesliga schon abgestürzt
Fakt ist: Der HSV kann in dieser Saison auch noch alles verspielen. Das haben andere Mannschaften mit einer ähnlichen Ausgangssituation in der Vergangenheit mehrfach erlebt. In den zurückliegenden 30 Jahren (seit Einführung der Drei-Punkte-Regel) gab es insgesamt sieben Teams in der Bundesliga, die wie der HSV nach 22 Spielen 26 Punkte oder mehr auf dem Konto hatten – und am Ende trotzdem direkt abstiegen.
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Die jüngsten Negativbeispiele sind Werder Bremen (Saison 2020/21) und der VfB Stuttgart (2015/16), die beide aus den letzten zwölf Ligaspielen nur noch fünf Punkte holten und damit komplett abstürzten. Fortuna Düsseldorf schaffte es in der Saison 2012/13 als Aufsteiger trotz 27 Punkten nach 22 Spielen sogar, aus den letzten zwölf Partien nur noch drei Zähler zu holen und einen Elf-Punkte-Vorsprung zu verspielen. Den bislang heftigsten Absturz auf der Zielgeraden legte St. Pauli (2010/11) hin: Auf 28 Punkte nach 22 Auftritten folgten damals nur noch ein Remis – und Platz 18.
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