Es lauern Gefahren: Dieses Spiel ist für HSV-Juwel Vuskovic doppelt schwierig
Beim 1:5-Debakel in Hoffenheim ging er mit unter und schoss kein einziges Mal aufs Tor der TSG. Doch die kollektive Gladbacher Minusleistung dürfte Haris Tabakovic umso mehr anfixen, es am Samstag besser zu machen – auswärts beim HSV. Und auch im Volkspark ist die Vorfreude nach der Absage der Partie gegen Leverkusen groß – wenngleich mehrere Gefahren lauern.
Es ist das Duell zweier Lufthoheiten. Routinier gegen Youngster, aber gleichzeitig Goliath gegen Goliath, zumindest in Bezug auf die Kopfballwucht. Für Gladbach tritt an: Tabakovic, 1,96 Meter groß. Viermal – und damit zweimal öfter als Bayerns Harry Kane – hat der Bosnier den Ball in dieser Bundesliga-Saison schon mit seinem Schädel über die Torlinie befördert, zuletzt gleich zweimal beim 4:0 gegen Augsburg. Am Samstag misst er sich nun mit dem Riesen des HSV: Luka Vuskovic, „nur“ 1,93 Meter groß – aber Statistik-Spitzenreiter. Kein Bundesliga-Profi entschied vor dem 17. Spieltag und der Absage des Spiels gegen Leverkusen so viele Kopfballduelle für sich wie der junge Kroate (83).
HSV-Profi Vuskovic tat sich im Duell mit Harry Kane schwer
Seine erste und bislang wohl härteste Aufgabe im HSV-Trikot hatte Vuskovic am dritten Spieltag in München – gegen Doppeltorschütze Kane. „Es war schwierig, da er einer der besten Stürmer der Welt ist“, sagte der 18-Jährige nach dem 0:5 und gestand: „Ich bin nicht zufrieden damit, wie ich es gelöst habe.“ Sein Bundesliga-Debüt ging schief – in den Wochen und Monaten darauf aber zeigte seine Entwicklungskurve steil nach oben.
Vuskovic bestand schon im Eins-gegen-eins-Duell mit Serhou Guirassy (Borussia Dortmund) und Deniz Undav (VfB Stuttgart). Jetzt wartet Tabakovic – der mit der Empfehlung von neun Saisontoren nach Hamburg reist. Das wird schwierig. Für den HSV. Und für Vuskovic.
Für den Abwehrmann kommt erschwerend hinzu, dass er seine fünfte Gelbe Karte verhindern will. Denn die wäre gleichbedeutend mit einer Sperre im Derby gegen St. Pauli kommende Woche. Es droht ein Ausfall – zugleich aber auch, dass Tabakovic eiskalt zuschlägt, sollten die HSV-Verteidiger aus Vorsicht mal zurückstecken. Neben Vuskovic steht auch Nicolás Capaldo bei aktuell vier Verwarnungen.
HSV-Trainer Merlin Polzin will keine Gelben Karten riskieren
„Wir wollen keine unnötigen Gelben Karten provozieren“, sagt Merlin Polzin, „sowohl, was die Jungs angeht, als auch in Bezug auf meine eigene Person.“ Auch der HSV-Trainer selbst muss am Samstag aufpassen. Kassiert er nach seiner dritten Gelben Karte der Saison in Freiburg (1:2) gegen Gladbach seine vierte, dürfte er am Millerntor nicht an der Seitenlinie stehen. Doch diese Gefahr schiebt Polzin beiseite: „Der volle Fokus liegt auf dem, was am Samstagnachmittag passiert. Wir werden nicht den Fehler machen, zu weit vorauszublicken, und es wird keinen gesonderten Hinweis geben, denn die Qualität unseres Kaders beschränkt sich nicht auf die Jungs, die in der Startelf stehen.“
Mit einem Selbstschutz-Rezept beschäftigte er sich in den vergangenen Tagen nicht. Vielmehr entwickelte er Methoden, mit denen der HSV Gladbach begegnen will – und besonders Tabakovic. „Er ist als Zielspieler für seine enorme Boxpräsenz bekannt“, sagt Polzin über die Hoffenheim-Leihgabe, die als Vertreter von Nationalstürmer Tim Kleindienst nach Gladbach gekommen war, aktuell aber nicht wegzudenken ist aus der Startelf der Borussia. Beim HSV gilt das für Vuskovic, der auch am Samstag beginnen wird. Konkret auf Tabakovic vorbereiten will Polzin seinen Abwehrchef aber nicht.
Vuskovic gegen Tabakovic – keine besondere HSV-Analyse
„Mir ist wichtig, dass wir unsere Abläufe unabhängig davon gestalten, wer unser Gegner ist“, erklärt der Coach. „Die Analyse unseres Trainerteams wird genauso sein wie sonst auch – egal, wer der Gegenspieler ist und wie groß er ist.“ Besondere Tipps für das Aufeinandertreffen mit Tabakovic benötige sein Schützling nicht.
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Vuskovic ist mit 165 gewonnenen Zweikämpfen (ligaweit Platz sieben) auch am Boden eine Macht und Tabakovic technisch überlegen. „Schauen wir mal, was ihre Duelle so hergeben“, sagt Polzin. „Wenn sie dann sportlich fair ablaufen und beide Spieler mit dem richtigen Körperkontakt agieren, ist das für mich völlig in Ordnung.“ Den 31-jährigen Tabakovic über 90 Minuten und ohne Bestrafung zu stoppen, wird für Vuskovic kein Kinderspiel. Oder auf deutsch-bosnisch-kroatisch: Das wird echt schwierić.