Es gibt Deadlines: Poker um HSV-Star Dompé spitzt sich weiter zu

Jean-Luc Dompé beim HSV-Spiel in Magdeburg
Jean-Luc Dompés Vertrag beim HSV läuft im Sommer aus.

Jetzt sind es nur noch acht Zweitliga-Partien. Die letzte Länderspielpause der Saison ist vorbei und damit die Chance weg, außerhalb des Pflichtspiel-Alltags vertragliche Angelegenheiten klären zu können. Und das heißt auch: Bei Jean-Luc Dompé ist der Stand noch immer derselbe. Sein HSV-Vertrag läuft Ende Juni aus. Das ist in etwas mehr als drei Monaten. Doch schon weit vorher gibt es im Zukunftspoker um den Franzosen Deadlines.

Der Termin für den nächsten Besuch von Zouhair Essikal im Volksparkstadion steht noch aus. Dompés Berater war vor zweieinhalb Wochen in Hamburg, um mit den HSV-Bossen Stefan Kuntz und Claus Costa über die von beiden Seiten anvisierte Vertragsverlängerung zu sprechen. Der Austausch war gut, befinden zwar alle Parteien, man habe sich angenähert, unter anderem mit Blick auf das neue Gehaltsmodell, das Kuntz im Volkspark etablieren will und für das er geworben hat. Der Durchbruch blieb jedoch aus – und das hat sich in der Länderspielpause nicht geändert.

Verlängert er? Weiter kein Durchbruch bei HSV und Dompé

Es geht um die berühmten Details, auch finanzieller Art. Das, was die HSV-Fans freuen dürfte, ist: Dompés Priorität ist weiterhin Hamburg, er will sich den Traum Bundesliga mit dem HSV erfüllen. Das, was niemand weiß, ist aber, ob der aktuelle Spitzenreiter den Aufstieg diesmal wirklich packen wird. Im anhaltenden Poker um die Zukunft des 29-Jährigen soll es in diesem Jahr auch immer wieder um eine mögliche Ausstiegsklausel für den Fall gegangen sein, dass der HSV sein Saisonziel verpasst – wenngleich das bei einem Kontrakt, der Stand jetzt Ende Juni ausläuft, eher schräg wäre. Denn warum sollte Dompé erst verlängern, um dann im Szenario Nicht-Aufstieg doch zu gehen?

Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach.

Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Dennoch spricht vieles dafür, dass es noch vor dem Saisonende eine Entscheidung geben wird – denn nach MOPO-Informationen gibt es für die Spielerseite so etwas wie Deadlines, die mit Blick auf die anderen interessierten Klubs einzuhalten sind. Zuletzt lagen Dompés Berater sieben mehr oder weniger konkrete Vertragsangebote vor (MOPO berichtete), inzwischen soll noch die eine oder andere Offerte dazugekommen sein. Und die um den HSV-Profi buhlenden Vereine wollen frühzeitig wissen, ob ein Transfer möglich, realistisch oder sogar wahrscheinlich sein wird.

Auch die an Dompé interessierten Vereine wollen Klarheit

Also nicht erst Mitte Mai, wenn in der Zweiten Liga der 34. Spieltag ansteht. Die theoretischen Wechseloptionen will Dompé, der seit Januar frei verhandeln dürfte, nicht verlieren, sofern der HSV-Deal doch endgültig platzen sollte.

Vonseiten des HSV werden dem Spieler allerdings keine Ultimaten gestellt. Kuntz’ Plan ist, die Gespräche mit Dompé und auch Davie Selke, dessen Zukunft ebenfalls noch ungeklärt ist, zeitnah fortzusetzen. Und auch im Lager des Flügelflitzers gibt man sich trotz der besagten Deadlines der anderen Klubs noch entspannt. Es soll nicht bis Saisonende dauern, aber gut Ding will Weile haben, heißt es einhellig. Und im Volkspark sieht man es nach MOPO-Informationen auch nicht als Problem, dass zum Beispiel der Wunsch von Selke, eigentlich weit vor dem Endspurt Klarheit haben zu wollen, ein frommer geblieben ist. Die Verhandlungen sollen weitergehen – ohne Deadline vom HSV. Die zeitlichen Wünsche der an Dompé interessierten Vereine aber können Kuntz und Co. nicht beeinflussen.