Werder-Farben: Darum änderte HanseMerkur extra für den HSV sein Logo
Mit seinen Sondertrikots sprengt der HSV derzeit alle Rekorde. Erst vor wenigen Wochen stellte der Verein mit dem Trikot „Sturm und Glanz“ zum 1887. Bundesliga-Spiel eine neue Umsatz-Bestmarke auf, nun folgt mit der Versteigerung der Jerseys zum Aktionsspieltag „Yeswecan!cer“ gegen Krebs eine beeindruckende Spendensumme in Höhe von 88.605,48 Euro. Abgesehen von solchen Sondertrikots ziert seit der Saison 2022/23 aber eigentlich das Logo der Hamburger Versicherung HanseMerkur die Trikots des HSV – also jedenfalls theoretisch. Denn beim HSV ist das ein wenig anders als bei anderen Bundesliga-Klubs. Schließlich hat HanseMerkur sein eigentliches Logo extra für den Verein geändert – auf ausdrücklichen Wunsch der Fans. Und das hat mit dem Nordrivalen Werder Bremen zu tun.
Zusammenfassung:
- Der HSV machte jüngst einen Rekordumsatz mit seinen Sondertrikots.
- Die HanseMerkur änderte einst ihr Logo für die HSV-Trikots.
- Der HSV stieg mit dem schwarzen HanseMerkur-Logo in die Bundesliga auf.
Campari, Hitachi, BP, Sharp, TV Spielfilm, Hyundai, ADIG, Emirates, Orthomol und HanseMerkur. Wohl fast jeder HSV-Fan weiß auf Anhieb, was diese zehn Unternehmen gemeinsam haben. Mehr als fünf Jahrzehnte lang schon tragen die Hamburger in der Bundesliga ein Unternehmenslogo auf ihrer Brust. Vor 52 Jahren, im Januar 1974, ist der Verein dabei ein echter Pionier im deutschen Fußball.
Pioniere im Fußball: HSV trägt Campari-Trikotwerbung
Gemeinsam mit Eintracht Braunschweig, das das Logo des Spirituosen-Herstellers Jägermeister präsentiert, ist der HSV der erste Klub in Deutschland mit Trikotwerbung. Präsident Dr. Peter Krohn, der später auch mit den rosa Trikots für Schlagzeilen und Umsatzerfolge sorgt, setzt die damals visionäre Idee um, die Spielkleidung als Werbefläche zu verkaufen. Vom italienischen Getränkehersteller Davide Campari-Milano erhält der HSV dafür 500.000 DM pro Saison – eine zu dieser Zeit enorme Summe.

Am 5. Januar 1974 tragen die Hamburger Bundesliga-Profis im Auswärtsspiel bei Hertha BSC (1:2) erstmals die gesponserten Trikots. Krohn handelt den revolutionären Vertrag mit dem deutschen Lizenzinhaber Carl-Edgar Jarchow aus, Jahrzehnte später ebenfalls HSV-Präsident. In der Fußball-Branche wird die Idee zunächst kritisch gesehen, die TV-Sender ARD und ZDF drohen zeitweise sogar damit, die Spiele nicht mehr im Fernsehen zu zeigen. Doch die Idee hat großen Erfolg – und der Absatz des Getränks Campari steigt sprunghaft an.
Fans ärgern sich über grünes Logo von HanseMerkur
Fortan etabliert sich Trikotsponsoring in der Bundesliga und auch beim HSV. Lange Zeit müssen die Vereine im Europapokal noch ohne Werbung auflaufen, die Trikots beim Europapokal-Triumph 1983 tragen stattdessen den Schriftzug HSV. Und das Thema ist auch nicht immer frei von Störgeräuschen – zum Saisonende 1994/95 entfernt TV Spielfilm sein Logo von der HSV-Brust, weil man wegen der schlechten Leistungen der Mannschaft einen Imageschaden vermeiden will.

Viele Jahrzehnte und Unternehmenswechsel später gehört die Werbefläche auf den HSV-Trikots nun HanseMerkur. Die Versicherungsfirma aus Hamburg präsentiert schon zuvor ihr Logo auf den Trikots der Frauen, der U21 bzw. U23 und des Nachwuchses. Als der Verein im März 2022 schließlich ankündigt, dass HanseMerkur ab der kommenden Saison auch die Bundesliga-Trikots zieren wird, laufen jedoch viele HSV-Fans Sturm. Denn es gibt ein fundamentales Problem: Das Logo ist grün.
HanseMerkur ändert sein Logo extra fürs HSV-Trikot
Zahlreiche HSV-Fans protestieren in den folgenden Wochen dagegen, dass ihre Mannschaft künftig ein grünes Logo auf dem Trikot tragen wird. Schließlich sind die Farben des Unternehmens ausgerechnet Grün und Weiß – und damit die Vereinsfarben des ungeliebten Rivalen Werder Bremen. Eine unüberwindbare Schmerzgrenze für viele Hamburger Anhänger.

Und der Protest hat Erfolg: Kurz vor Beginn der Saison 2022/23 einigt sich der HSV mit HanseMerkur darauf, dass das Logo geändert wird. Statt grünem wird ein schwarzes Logo auf die Brust gedruckt. Eine bewusste Abkehr von den Unternehmensfarben – extra für die Fans des HSV. Als Kompromiss bleibt das grüne Logo auf den Trikots der Nachwuchsteams bestehen.
„Auf die HSV-Fans kann man wirklich immer zählen, ob auswärts oder zu Hause. Auch wir stehen seit Jahren und nun als neuer Hauptpartner zu hundert Prozent hinter dem HSV und seinen Anhängern. Und diese Entschlossenheit gibt es hiermit schwarz auf weiß: Ab der kommenden Saison werden die Profis des HSV mit einem schwarzen HanseMerkur-Logo auf der Brust auflaufen.“
Eric Bussert, Marketing-Vorstand von HanseMerkur, zur Logo-Änderung im Sommer 2022
Mit dem schwarzen HanseMerkur-Logo schafft der HSV im Mai 2025 schließlich den Aufstieg zurück in die Bundesliga. Und das wirkt sich auch finanziell aus – statt 2,5 Millionen Euro pro Saison (in der 2. Liga) kassieren die Hamburger nun knapp sechs Millionen Euro jährlich. Der Vertrag mit dem Unternehmen läuft noch bis 2028. Und das Logo wird, solange es auf dem HSV-Trikot zu sehen ist, weiterhin schwarz bleiben.
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