„Es gab eine Aussprache“: Glatzels spektakuläres HSV-Comeback
Es war die große Überraschung beim 1:1 (0:1) gegen den FC Augsburg: Direkt vor der Länderspielpause war Stürmer Robert Glatzel aus disziplinarischen Gründen für ein Bundesliga-Spiel aus dem HSV-Kader gestrichen worden, gegen den FCA stand er plötzlich wieder in der Startelf. Von den Fans wurde der Angreifer gefeiert. Und auch Glatzel selbst lieferte. Mit seiner Vorlage zum 1:1 hatte er entscheidenden Anteil daran, dass es für die Hamburger am Ende immerhin zu einem Punkt reichte.
Für Glatzel war es der dritte Startelf-Einsatz in dieser Saison im Volksparkstadion. „Richtig geil“, fand er es. „Es macht nach wie vor unglaublich Spaß, hier spielen zu dürfen“, sagte der Stürmer, der am Freitag erfahren hatte, dass er gegen Augsburg von Anfang an auflaufen darf. Dass es nach seiner Kader-Verbannung so schnell für ihn zurück auf den Platz gehen würde, hätte er eigentlich nicht gedacht. „Aber ja, Fußball ist verrückt“, lautete sein Kommentar.
HSV-Trainer Polzin sieht „gute Leistung“ von Glatzel
Insgesamt durfte Glatzel gegen Augsburg 67 Minuten ran. Er nutzte die Chance, um sich für mehr Einsätze im Saisonfinale zu empfehlen. Der 32-Jährige war präsent auf dem Rasen, sorgte für drei Torschüsse und legte einige Bälle gut für seine Mitspieler ab. So auch beim 1:1, als er Ransford Königsdörffer die perfekte Vorlage gab (60.).

Von einer „guten Leistung“ sprach Merlin Polzin hinterher. Gleichzeitig betonte der HSV-Coach, dass der Stürmer weiterhin „ein sehr wichtiger Teil ist, um als Mannschaft erfolgreich zu sein“. Die Unstimmigkeiten, die durch ein Interview in der MOPO Mitte März an die Öffentlichkeit geraten waren und für einige atmosphärische Störungen im Volkspark gesorgt hatten, sind endgültig ausgeräumt.

„Es gab eine Aussprache, und das Thema ist jetzt abgehakt“, sagte Glatzel, der sich gleichzeitig darüber freute, dass sein Trainer nicht nachtragend war. Der Stürmer: „Es freut mich natürlich, dass er das trennt oder wir das trennen können. Merlin ist HSV durch und durch, und ich auch. Ich werde bis zum Ende der Saison alles geben, damit wir drinbleiben. Ich glaube, der Trainer weiß auch, dass ich natürlich für den Verein brenne.“

Mit Blick auf die noch verbleibenden sechs Spieltage in dieser Saison zählt für Glatzel jetzt erst einmal nur der Klassenerhalt. Dabei will er, wie gegen Augsburg, am liebsten weiter vor allem auf dem Platz helfen.
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Dass er das kann, hat er mit seinem Auftritt am Samstag gezeigt. An der Tatsache, dass sich im Sommer die Wege dann sehr wahrscheinlich trennen werden, hat sich indes nichts geändert. „Das ist ja alles Zukunftsmusik. Das wird man sehen“, sagte Glatzel zu seiner Zukunft. „Ich glaube, das Wichtigste ist, dass wir die Klasse halten – und alles andere ist dann noch ein langer Sommer.“
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