Erste Poulsen-Entscheidung beim HSV – Blitz-Comeback von Elfadli?
Gegen Stuttgart zu spielen, dürfte bei Daniel Elfadli besondere Gefühle auslösen. Der HSV-Profi ist in Leonberg geboren und es dauert bei guter Verkehrslage nur 35 Autominuten, um vom örtlichen Krankenhaus zur MHP Arena des VfB zu fahren. Baden-Württemberg ist Elfadlis Heimat, an diesem Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) ist aber der Volkspark der Ort des Spektakels. Die Schwaben spielen beim HSV – und gegen Elfadli?
Nach seiner Adduktorenverletzung war der 28-Jährige schon in der vergangenen Woche auf den Trainingsplatz zurückgekehrt, um individuell auf sein Comeback hinzuarbeiten. Nach dem 1:1 gegen Dortmund verpasste Elfadli zwar auch das 0:1 in Augsburg am Samstag, das war aber eingepreist. Merlin Polzins Blicke richteten sich im Fall Elfadli schon in der Länderspielpause auf den kommenden Heimspiel-Hattrick: am Sonntag gegen den VfB, nächste Woche Mittwoch im Pokal gegen Kiel, vier Tage später das Nordderby gegen Werder – wann ist Elfadli wieder dabei?
Poulsen und Elfadli trainierten beim HSV individuell
Am Dienstag gab es neue Erkenntnisse – auch zu Yussuf Poulsen, der sich einen leichten Muskelfaserriss an der Hüfte zugezogen hatte. Der Däne und Elfadli trainierten knapp eine Stunde lang individuell auf dem Platz. Sie jonglierten gemeinsam mit dem Ball, sie spielten stramme Pässe, liefen teils mit erhöhtem Tempo, streuten auch kleine Richtungswechsel ein und absolvierten leichte Dribblings. Das sah gut aus – und so, als wären die beiden Rekonvaleszenten in etwa auf demselben Fitnessstand. „Es ist ein ähnlicher Verlauf“, sagte Polzin nach der Einheit.

Dennoch ist mit dem Comeback von Elfadli früher zu rechnen als mit Poulsens – was an der Verletzungshistorie des Stürmers liegt. „Es braucht eine gewisse Zeit, damit man keine Reverletzung riskiert. Da halten wir uns bei allen dran, bei Yussi schauen wir aber ein bisschen gesonderter drauf“, erklärte Polzin und verriet, dass das Stuttgart-Spiel für Poulsen zu früh kommen wird. Der Kapitän soll nach Möglichkeit gegen Ende dieser Woche wieder Teile des Teamtrainings bestreiten, „aber für Sonntag wird es sehr, sehr eng“, so der Trainer. Bedeutet: Bei Poulsen ist die Kaderentscheidung schon nahezu gefallen – bei Abwehrmann Elfadli ist Polzin zumindest etwas zuversichtlicher.
Rückkehr gegen Stuttgart? Polzin erklärt Elfadlis Vorteil
„Das wird auch sehr, sehr eng, aber da muss man die Unterschiede festhalten: Fadli hat ganz selten Verletzungen und hat ganz selten muskuläre Probleme“, merkte der 35-Jährige an. „Deswegen versuchen wir es natürlich, dass er vielleicht am Wochenende schon wieder infragekommt.“ Bei dem gesundheitlich robusten Elfadli ist Polzin „deutlich optimistischer“ als bei Poulsen, dessen Körper als empfindlicher gilt. In Richtung des Wochenendes steht bei Elfadli eine Kontrolluntersuchung an. Wenn diese positiv ausfällt, wird der Allrounder wieder mit der Mannschaft trainieren. Dann wäre auch ein Platz im Aufgebot gegen den VfB im Rahmen des Möglichen. Noch steht dies jedoch nicht fest.
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„Wir sind mit der medizinischen Abteilung im guten Austausch“, versichert Polzin, der noch auf Elfadli hofft, der aber auch am Sonntag wieder auf Jordan Torunarigha links in der Abwehr-Dreierkette setzten dürfte. Es wäre sicherlich nicht ratsam, bei Elfadli ein Risiko einzugehen, da nach dem Duell mit dem VfB direkt die Heimspiele gegen Kiel und Werder anstehen. Wegen dieser engen Taktung muss der Coach ohnehin rotieren – und dürfte deshalb lieber einmal mehr auf Elfadli in der Startelf verzichten. Gegen Kiel kehren bestenfalls dann sowohl der Deutsch-Libyer als auch Poulsen zurück. Ein Blitz-Comeback von Elfadli am Sonntag ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.
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