„Er ist unglaublich!“ Nach Gala in Wolfsburg: Der ganze HSV schwärmt von Vuskovic
Sie kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Erneut avancierte Luka Vuskovic zum Mann des Tages für den HSV und war beim 2:1 in Wolfsburg maßgeblich am Hamburger Sieg beteiligt. „Er ist unglaublich“, jubilierte Mittelfeldmann Albert Sambi Lokonga. Wieder einmal wurde das Abwehrtalent zum großen HSV-Trumpf im Abstiegskampf.
So schnell kann sich das Blatt wenden. Am vergangenen Mittwoch noch vergab Vuskovic in der sechsten Minute der Nachspielzeit die große Ausgleichschance gegen Leverkusen, trat mehrfach wutentbrannt gegen den Pfosten und war auch nach dem Abpfiff und der 0:1-Pleite kaum zu beruhigen. In Wolfsburg stand er erneut permanent im Mittelpunkt des Geschehens – diesmal aber strahlte er nach dem Abpfiff und resümierte überglücklich: „Wir alle haben unglaublich gekämpft und uns den Sieg verdient.“
Luka Vuskovic traf für den HSV zum 1:1 in Wolfsburg
Immer wieder Vuskovic. Im verbissen geführten Keller-Duell räumte er nicht nur hinten ordentlich auf, sondern entschied mit zwei Offensivaktionen die Partie. Zwei Strafstöße holte der Kroate heraus, weil er bei Standards zu Fall gebracht wurde. Den ersten verwandelte er selbst, wenn auch mit reichlich Dusel, zum 1:1 (33.). Beim zweiten überließ er Jean-Luc Dompé den Ball – der Franzose traf zum Sieg (58.).

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„Tor ist Tor“, sagte er augenzwinkernd über seinen Strafstoß, den Wolfsburgs Keeper Kamil Grabara beinahe pariert hätte. Dass er überhaupt aus elf Metern antrat, lag darin begründet, dass Fábio Vieira, Hamburgs Elfmeterschütze Nummer eins, aufgrund einer vorangegangenen Erkrankung zunächst entkräftet auf der Bank saß. „Ich stand als Erster auf dem Papier, weil Fábio nicht auf dem Platz war – und ich hatte ein gutes Gefühl, zu schießen“, stellte er fest. Warum aber überließ er den zweiten Strafstoß Dompé? „Ich wollte, dass er trifft, weil er alles gegeben hat. Ich bin wirklich froh, ihn im Team zu haben.“
Auch in der Abwehr war er der HSV-Turm in der Schlacht
Ob Vuskovic‘ Großzügigkeit vielleicht auch einfach nur der Tatsache geschuldet war, dass er sich nach seinem ersten Strafstoß nicht mehr allzu sicher fühlte, bleibt sein Geheimnis. Fakt ist: Der Abwehrmann glänzte auch in der Defensive und wurde auch diesmal zum Turm in der Schlacht.
„Er ist ein Phänomen“, jubilierte Mittelfeldmann Nicolai Remberg. „Ich würde gern Weltstar sagen, aber dazu ist er noch zu jung. Ich bin einfach happy, dass ich das erleben darf, weil ich mit 19 nicht im Ansatz so weit war wie er.“ Sambi Lokonga ergänzte: „Es ist wirklich verrückt, wie viele Bälle er in der Luft bekommt.“ Und schmunzelnd: „Was die Qualität seines Elfmeters angeht, bin ich mir allerdings nicht so sicher.“
HSV-Trainer Polzin lobt auch Vuskovic‘ Kollegen
Auch Merlin Polzin hob die Leistung seines Abwehrstars hervor, vergaß aber auch den Rest der Mannschaft nicht: „Luka ist ein absoluter Gewinnertyp, sein Fleiß ist herausragend. Er kann seine Qualitäten aber auch vor allem deshalb einsetzen, weil seine Kollegen um ihn herum ihm den Rücken freihalten.“

Der Vielbesungene reichte die Blumen ebenfalls an seine Teamkollegen weiter. „Natürlich habe ich sehr viel Selbstvertrauen, aber ich bin auch sehr froh, solche tollen Teamkollegen zu haben. Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Teams zu sein“, so Vuskovic. Nachdem die erste große Euphorie aus seinem Körper gewichen war, waren ihm allerdings auch die Strapazen der vergangenen Tage anzumerken: „Nach drei Spielen in sieben Tagen bin ich sehr müde. Wir haben unglaublich gekämpft und uns diesen Sieg wirklich verdient.“ Mit Vuskovic als Wegbereiter.
Der treffsicherste Abwehrspieler der Bundesliga
Fünf Treffer hat der Shooting-Star nun bereits in dieser Saison erzielt, kein anderer Innenverteidiger der Liga war erfolgreicher. Polzin hat eine Ahnung, woran es auch liegen könnte: „Die Vuskovic-Familie hat extrem viel mit dem HSV zu tun, das wird auch weiterhin so sein. Ich glaube, Luka ist sehr daran interessiert, dass wir auch nächste Saison einen Vuskovic mit der Nummer 44 auf dem Rücken in der Bundesliga sehen. Das sieht man in seiner Art, Spiele zu bestreiten.“
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Was der HSV-Trainer damit meint: Ab November ist auch Lukas Bruder Mario nach dann überstandener Doping-Sperre wieder spielberechtigt und würde die Nummer, mit der er frühe spielte, wieder zurückerhalten. Es sei denn, der HSV schafft es irgendwie doch, Luka ein weiteres Jahr aus Tottenham zu leihen …
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