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„Einer, der Mut hat“: Experte Matthäus schwärmt von HSV-Teenager Lemke (16)

Julian Ryerson und Louis Lemke kämpfen im Bundesligaspiel zwischen Dortmund und dem HSV um den Ball.
HSV-JuwelLouis Lemke (hier gegen Ryerson) wurde in Dortmund zum zweitjüngsten Starter der Bundesliga-Geschichte.

Louis Lemke erlebt beim HSV die nächsten besonderen Tage. Nach seinem Pokal-Tor feierte der 16-Jährige in Dortmund sein Bundesliga-Startelfdebüt – und erhält anschließend viel Lob.

Beim 3:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals in Verl war Louis Lemke am vergangenen Montag als jüngster Torschütze der HSV-Geschichte gefeiert worden. Am Samstag beim 0:2 in Dortmund folgte für den 16-Jährigen das nächste Karriere-Highlight. Vor über 80.000 Fans gab er sein Startelfdebüt in der Bundesliga. Zwar konnte Lemke die Niederlage am Ende nicht verhindern, Applaus erhielt er trotzdem reichlich – und das auch von oberster Stelle.

89 Minuten durfte Lemke gegen den BVB ran. Er legte beim HSV die drittmeisten Kilometer zurück, hatte 45 Ballkontakte und bestritt zwölf Zweikämpfe. Die meisten Duelle gingen verloren, auch viele Pässe landeten beim Gegner. Das lag allerdings vor allem an der ersten Halbzeit, in der bei den Hamburgern nicht wirklich viel funktionierte.

Lemke spielte in Dortmund eine gute zweite Halbzeit 

Nach dem Seitenwechsel sah das Bild anders aus. Lemke hielt gegen den Champions-League-Teilnehmer gut mit und setzte auf dem Platz einige Akzente. Das gefiel auch Lothar Matthäus, der als Sky-Experte den HSV-Youngster nach dem Abpfiff kräftig lobte.

„So wie die Mannschaft in der ersten Halbzeit performt hat, da leidet natürlich auch er drunter. Da hat er wie alle beim HSV nicht die Leistung gebracht“, erklärte der Rekordnationalspieler zunächst, betonte dann allerdings: „In der zweiten Halbzeit hat nicht nur das Spiel nach vorne, sondern auch das Spiel gegen den Ball funktioniert. Er hat ein besseres Spiel gemacht, ist immer wieder mutig nach vorn gegangen. Er ist keiner, der hinten gewartet hat, sondern er ist einer, der Mut hat. Das wird belohnt, darum durfte er auch so lange spielen.“

Nette Worte für Lemke von einem der größten Fußballer Deutschlands. Sehr zufrieden mit dem Auftritt war auch Merlin Polzin. „Er hat versucht, mit allem, was er hat, die Dinge, die für unser Spiel wichtig sind, umzusetzen“, so der HSV-Coach, der überzeugt ist, dass Lemke durch diesen Auftritt „definitiv besser geworden ist“.

Nur Moukoko war beim Bundesliga-Debüt noch jünger

Seine Erklärung: „Er hat Erfahrung gesammelt und er hat gemerkt, was es bedeutet, Bundesliga zu spielen. Er war sehr energiegeladen, hat trotz der Aufregung, die bei ihm extrem hoch war, alles reingeworfen. Darauf kann man aufbauen.“

Mit seinen 16 Jahren und 325 Tagen schob sich Lemke dabei in einer Statistik ganz weit nach oben. Der lange Zeit beim Niendorfer TSV ausgebildete Linksfuß ist nun der zweitjüngste Starter der Bundesliga-Geschichte. Nur der ehemalige Dortmunder Youssoufa Moukoko war bei seinem ersten Spiel von Beginn an noch jünger. Am 15. Dezember war er 16 Jahre und 25 Tage alt, als er in Bremen starten durfte. 

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